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Aug 18

Rezension – Rauhnacht – Kluftingers neuer Fall (Michael Kobr / Völker Klüpfel)

In seinem fünften Fall verschlägt es den kauzigen Kommissar in ein exklusives Berghotel im tief verschneiten Allgäu, wo er gemeinsam mit seiner Frau Erika und dem Ehepaar Langhammer kostenlos an einem Krimiwochenende teilnehmen darf. Doch schnell wird aus dem Spiel blutiger Ernst, als einer der Gäste ermordet aufgefunden wird. Da das Hotel aufgrund heftiger Schneefälle von der Außenwelt abgeschnitten ist, muss Kluftinger zu seinem Leidwesen ganz alleine ermitteln. Unterstützt wird er lediglich von seinem Intimfeind Dr. Langhammer, der ihm gehörig auf die Nerven geht. Schritt für Schritt überprüft Kluftinger jeden der anwesenden Gäste und kommt so langsam dem Mörder auf die Schliche.

Ich hatte im Vorfeld schon einiges über „Rauhnacht“ gehört und es war oft sehr Kritisches darunter. Da mir die vorigen Kluftinger-Krimis aber durchweg gefallen haben, war ich nicht allzu skeptisch. Dafür umso neugieriger.
Es stimmt schon, „Rauhnacht“ ist anders als seine Vorgänger, was aber ganz logische Gründe hat. Denn in einem abgeschiedenen, eingeschneiten Hotel mit einer Handvoll Gästen, das ist nun mal eine ganz andere Kulisse als das gesamte Allgäu. Daran gibt es nicht zu rütteln. Da fand ich es eher bedauerlich, dass man (weitgehend) auf so lieb gewonnenen Charaktere wie Maier, Strobl, Hefele und Sandy verzichten muss. Es ist aber auch einzusehen, dass der Kommissar nicht mit Frau und dem halben Revier verreist, oder?
Kluftinger bleibt aber trotzdem der menschlich-sympathische, aber auch äußerst clevere Kommissar, der hier einen sehr speziellen Mordfall aufzuklären hat. Durch die begrenzte Personenanzahl und dem eingeschränkten Raum kann man als Leser gut mitknobeln und geübte Krimi-Fans werden sicher nach und nach die richtigen Schlüsse ziehen. Sie dürfen dann bei Kluftingers ausführlicher Aufklärung ganz besonders stolz auf sich sein.
Wer die Kluftinger-Krimis kennt, der weiß, dass sie zu einem gar nicht mal so kleinen Teil auch von der Handlung neben dem Fall leben. Eine solche Ausnahmesituation wie dieser Urlaub hält dafür eine ganze Reihe amüsante und zwischenmenschliche Szenen parat. Vor allem auch, weil Kluftinger und Langhammer sich quasi auf der Pelle sitzen und der Doktor bei dem Ermittlungen gut mitmischt.

Anfangs hatte ich echte Schwierigkeiten, mit der Geschichte warm zu werden. Das lag an diesem „Mörderspiel“, das anno Schnee spielt und der entsprechend altmodischen Audrucksweise der „Schauspieler“. Mit so altem Zeugs kann ich einfach nichts anfangen. Daher war ich froh als sich das Geschehen zu einem normalen Krimi ganz im Heute wandelte. Ab da las es sich für mich flüssig, spannend und vergnüglich.

Für meinen Geschmack hat „Rauhnacht“ das schönste Cover der Kluftinger-Serie. Einfach weil es so schön düster ist, wiel das Haus im Hintergrund so verlassen wirkt und weil sich der Berg dahinter so gespenstisch präsentiert. Im Vordergrund gibt es natürlich wieder ein passendes Verkehrsschild zu sehen. So kennt man das von dieser Serie.

Fazit:  Dieser Kluftinger-Krimi ist anders. Aber deshalb garantiert nicht schlech. Im Gegenteil rangiert er bei mir direkt auf Platz 2 hinter „Erntedank“ auf meiner persönlichen Hitliste. Ich mag solche Knobel-Krimis auf eingeschränktem Raum und einer festen, überschaubaren Anzahl von Personen. Die vertraute Komik rundet „Rauhnacht“ letztlich ab.


Titel:  Rauhnacht – Kluftingers neuer Fall
Autor: Volker Klüpfel & Michael Kobr
Seiten:  368
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 978-3492052047
Preis:  € 17,95 (HC) / € 9.95 (TB ab 12 / 10)

1 Kommentar

  1. Theresia Schilling

    Rauhnacht ist kein Kluftinger, sondern ein Abklatsch von Agatha Christie. Die Geschichte paßt absolut nicht zu dem sympathischen, kauzigen Kommissar aus dem Allgäu.

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