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Aug 27

Rezension – Das Tal Season 1.2. – Die Katastrophe

Katie hat nur ein Ziel. Den Gipfel des Ghosts, jenes legendären Dreitausenders, der das Tal überragt. Unheimliche Mythen ranken sich um den Berg, seit dort in den 70er Jahren eine Gruppe von Jugendlichen verschwunden ist. Und doch machen sich Katie und ihre Freunde auf den Weg. Aber am Berg wird sehr schnell klar, wer zum Freund wird, wer ein Feind ist. Und als dann noch ihre Führerin, die Cree-Indianerin Ana, spurlos verschwindet, sind die College-Studenten völlig auf sich gestellt. Niemand von ihnen ahnt, dass ein gefährlicher Schneesturm heraufzieht…

Die Fans haben gespannt darauf gewartet, nun geht es endlich zurück ins Tal ans Grace College.
Ich muss zugeben, dass ich die Begeisterungsstürme nach Teil 1 noch nicht ganz nachvollziehen konnte. Entsprechend neugierig war ich nun darauf, ob Teil 2 noch etwas Boden gutmachen würde. Und ja, das ist ihm auf ganzer Linie geglückt. Hauptsächlich liegt es daran, dass in „Die Katastrophe“ nicht Julia, sondern Katie im Mittelpunkt steht. Übrigens fände ich es klasse, wenn das so beibehalten würde. Dass in jedem neuen Teil eine andere Person aus Julias Clique im Mittelpunkt steht, beispielsweise über die Season 1 hinweg und dass dann in Season 2 die großen Zusammenhänge aufgedeckt werden.
Mit Katie jedenfalls hat „Die Katastrophe“ einen wirklich interessanten und außergewöhnlichen Charakter zum Thema. Ihre kompromisslose und ernergische Art gibt der Geschichte von Anfang an ihr kompaktes und auch bedrohliches Flair, denn man weiß sofort, dass Katie ihren Plan durchziehen wird und dass Schwierigkeiten und Gefahren nicht lange auf sich warten lassen werden. Hinzu kommt noch, dass auch Katie -wie sicher jeden aus der Clique- ein düsteres Geheimnis mit sich trägt. Das wird dem Leser allerdings nicht sofort quasi auf dem Silbertablett serviert, sondern erschließt sich erst nach und nach durch kleinere Andeutungen oder auch mal eine ganze Szene aus Katies Vergangenheit.
Der zweite Grund, wieso ich „Die Katatstrophe“ fast in einem Rutsch durchgelesen habe, das ist die Bergtour, die die Gruppe unternimmt. Ich habe schon bei ihrem Start gehofft, dass sich dieser Part bis zum Ende hinziehen würde. Denn zum einen ist da ja wirklich eine Clique von Leuten unterwegs, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da war ich schon sehr gespannt, wie sie mit solch einer Extremsituation und miteinander auskommen würden. In solchen Situationen reagiert ja jeder Mensch gleich noch mal anders. Außerdem schildert Krystyna Kuhn die Gegenden, durch die die Gruppe wandert, wirklich sehr genau und sehr anschaulich, so dass man alles wunderbar vor sich sieht und bei mancher Szene auch mal schaudert oder an den Fingernägeln knabbern möchte. Ein paar unheimliche, düstere Szenen gibt es ebenfalls und ich habe die Gruppe manches Mal für ihren Mut bewundert. Ich wäre sicher spätestens nach der Höhle umgekehrt 😉
Am Ende der Geschichte ist das Kapitel um die Bergtour abgeschlossen, was ich so auch ganz gut finde. Ich wurde nach meiner Besprechung des Hörbuchs nämlich gefragt, ob wenigstens die einzelnen Bücher für sich zufriedenstellend abgeschlossen sind, oder ob man bis zum letzten Teil hin immer das Gefühl haben würde, bislang nichts verstanden zu haben. Das ist glücklicherweise nicht der Fall. Aber natürlich erschließt sich einem auch nach diesem zweiten Teil noch nicht das ganze Geheimnis um das Tal, den Berg Ghost und das College. Man hat aber zumindest einige neue „Puzzleteile“ dazu bekommen und bislang habe ich nicht das Gefühl als gipfele die Serie irgendwann in einem mordsmäßig komplexen Finale.

Das erste Drittel habe ich so nach und nach gelesen, immer ein oder zwei Kapitel, aber als die Bergtour dann losging, da habe ich „Die Katastrophe“ nicht mehr aus der Hand legen können, so spannend und interessant wurde es da. Ich finde, dieser zweite Teil liest sich etwas leichter als der erste Teil. Es kann aber auch sein, dass ich mich einfach an Krystyna Kuhns Schreibstil gewöhnt habe, denn ich finde, sie hat keinen „typischen“ Jugendbuch-Schreibstil, wenn es sowas denn gibt. Manchen Satz und manche Passage habe ich zweimal gelesen, was dann für noch mehr Atmosphäre gesorgt hat.

Das Covermotiv präsentiert sich dieses Mal in leuchtendem Orange vor dem silbrig-grauen Hintergrund, was wieder sehr wirkungsvoll ist. Und schon jetzt, nach nur zwei Teilen, tun sich die beiden Bücher im Regal als etwas Besonderes hervor, denn mit diese schlichten Stil fallen sie einfach auf. Außerdem geht es wohl kaum eindeutiger um kenntlich zu machen, dass hier eine Serie heranwächst.

Fazit:   „Die Katatstrophe“ legt an Spannung noch eine ordentliche Schippe drauf. Dazu noch ein guter Schuss Mystery und ein Hauch Grusel, und alles vor der beängstigenden Kulisse des Ghosts. Ich habe das Buch verschlungen und kann allen, die wie ich nach Teil 1 noch nicht überzeugt waren, nur raten, die Serie weiter zu verfolgen!


Titel:  Das Tal Season 1.2 – Die Katastrophe
Autor: Krystyna Kuhn
Seiten:  308
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401064734
Preis:  € 9,95

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