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Sep 14

Rezension – Trigger (Wulf Dorn)

Der Fall einer misshandelten Patientin wird für die Psychiaterin Ellen Roth zum Alptraum: Die Frau behauptet, vom Schwarzen Mann verfolgt zu werden. Kurz darauf verschwindet sie spurlos. Bei ihren Nachforschungen wird auch Ellen zum Ziel des Unbekannten. Er zwingt sie zu einer makaberen Schnitzeljagd um ihr Leben und um das ihrer Patientin. Für Ellen beginnt ein verzweifelter Kampf, bei dem sie niemandem mehr trauen kann. Immer tiefer gerät die Psychiaterin in ein Labyrinth aus Angst, Gewalt und Paranoia. Und das Ultimatum läuft …

Ich habe mit Wulf Dorn erst durch „Kalte Stille“ Bekanntschaft gemacht und das Buch hat mir wirklich gut gefallen, da gibt es gar nichts. Dann hörte ich von einigen Leuten, es sei sogar besser als der Vorgänger „Trigger“ und das wollte ich dann doch gerne genauer wissen.
Kurz gesagt: ich empfinde es als genau andersherum. Ich finde „Trigger“ um Längen interessanter und spannender. Wieso? Hauptsächlich weil es nicht so…ich nenne es mal „bodenständig“ ist.
Die Geschichte hält sich mit langen Vorreden nicht auf, es dauert kaum ein paar Seiten und schon ist man mitten drin gefangen. Die Ereignisse um die sonderbare Patientin, die merkwürdigen Vorfälle, die Ellen ereilen und auch ihre stetige Unsicherheit was Verächtige angeht, hält einen einfach bei der Stange. Da lauert auf fast jeder Seite ein neuer Schrecken, man schwenkt bei seinen Vermutungen, die man automatisch anstellt,  immer wieder um, so mag ich das bei (Psycho)thrillern. Etwas geübte Leser dieses Genres kommen dann später an einen Punkt, bei dem sie eine gewisse Ahnung beschleicht, die ich hier aber nicht näher benennen möchte, sonst verrate ich zu viel. Ich jedenfalls hatte an diesem Punkt dann einen bestimmten Verdacht, der sich -grob- auch bestätigt hat. Das hat aber keinen Funken Spannung aus der Geschichte genommen, ganz im Gegenteil! Gerade diese Art Kniffe mag ich bei Psychothrillern ganz besonders, und Wulf Dorn kostet diesen Dreh auch weidlich aus. Ich habe mich immer mal wieder gefragt, ob so etwas tatsächlich möglich ist, denn es ist schon recht unglaublich und erschreckend. Aber da vertraue ich ganz auf die Recherchen des Autors, der seinen Lesern wohl kaum einen Bären aufbinden möchte.
Immerhin ist es „Trigger“ gelungen, dass mir an dem Abend als ich es ausgelesen hatte, alleine in der Wohnung alles andere als wohl war. Am liebsten hätte ich überall die Lampen eingeschaltet und der Gedanke ans Schlafengehen behagte mir auch nicht.
Wenn eine Geschichte DAS schafft, dann ist sie wirklich gut.

Ich habe für „Trigger“ zwei Tage gebraucht, woraus sich schließen lässt, dass es sich erstens prima lesen lässt und zweitens super spannend ist. Beides trifft zu. Übrigens finde ich, dass in „Trigger“ deutlich weniger Sprichworte verwendet werden als in „Kalte Stille“. Ist das vielleicht noch jemandem aufgefallen?

Auf dem Bild oben kommt das nicht so richtig rüber, aber „Trigger“ ist vom Einband her kein typisches Taschenbuch mit glattem Pappdeckel und -rücken. Stattdessen hat der Einband eine Struktur ähnlich wie Schlangenleder, was sich sehr interessant anfühlt und auch ungewöhnlich aussieht. Aber es hat was!

Fazit:   Ein Psychothriller vom Feinsten! Für Genre-Fans unbedingt empfehlenswert. Und deshalb verleihe ich hier auch Lesereattz‘ spezielle Auszeichnung:

Die Ehren-Ratte für „Trigger

Titel:  Trigger
Autor: Wulf Dorn
Seiten:  432
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3453434028
Preis:  € 9,95 (TB)

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