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Okt 09

Rezension – Todesbrut (Klaus-Peter Wolf)

Eine Fähre irrt über die Nordsee und darf nirgendwo anlegen. An Bord befindet sich eine tödliche Gefahr. Sie könnte von jedem ausgehen. Auf einer beliebten Urlaubsinsel formiert sich eine Bürgerwehr: Kein Neuankömmling soll die Insel mehr betreten. Dabei ist die Bedrohung schon längst dort. Die Bundeswehr riegelt eine Kleinstadt an der Küste ab. Niemand darf mehr ins Sperrgebiet. Und niemand darf mehr hinaus. Aber ob das noch etwas nützt? Es geschieht etwas völlig Unberechenbares, das jegliche Gesellschaftsordnung außer Kraft setzt. Wann kommt es zu uns?

Ich bin im Allgemeinen kein Fan von Umwelt-Thrillern, weil mir darin zu oft mit dem moralischen Zeigefinger gewunken wird. Trotzdem hatte es mir „Todesbrut“ auf Anhieb angetan nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Mit einer langen Einleitung hält sich dieser Thriller nicht auf, gleich mit dem zweiten Kapitel nimmt das Unheil seinen Lauf. Ab diesem Moment war es mir quasi unmöglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen. „Todesbrut“ packt einen sofort und ist bis zu Ende hin kontinuierlich sehr spannend.
Das liegt zum einen daran, dass die Handlung sehr kleinschrittig voranschreitet. Die komplette Handlung spielt sich innerhalb von rund 24 Stunden ab. Um da auf 479 Seiten zu kommen, muss man wohl so kleinschrittig erzählen. Das hat aber den großen Vorteil, dass man sich sehr leicht in die Geschichte einfühlen kann und natürlich auch in die Gefühlswelt der Charaktere. Außerdem werden so Details aufgezeigt, an die man sicher nicht gedacht hätte, wenn das Thema nur oberflächlich behandelt worden wäre. Ich habe manches Mal gestaunt, aber wenn man es so liest, dann sind solche Konsequenzen nur logisch.
Was das Buch zusätzlich spannend und auch bawechslungsreich hält, das sind die verschiedenen Handlungsorte. Mal ist man auf der Fähre dabei, dann wieder auf dem heiß umkämpften Hühnerhof, ein anderes Mal bei einer Veranstaltung und dann wieder in einem Krankenhaus.
Erstaunt hat es mich, dass es der Geschichte trotz aller Dramatik und Spannung teilweise auch sehr komisch ist. Schwarzer Humor, natürlich, aber ich habe doch sehr oft lachen müssen.

Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen ausgelesen. Die Kapitel sind nicht allzu lang. Da denkt man leicht: ‚ach los, eines liest du noch!‘ und dann werden es doch mehr als nur eines. Es ist durch Spannung, Abwechslung und besagten schwarzen Humor leicht zu lesen.

Die Aufmachung ist schlicht, aber sehr wirkungsvoll. Der schwarze Hintergrund ist „thrillertypisch“ und außerdem hebt sich der weiße Scherenschnitt des Vogels sehr gut davon ab. In die Klappe ist ein Lesezeichen eingearbeitet, das man heraustrennen und dann verwenden kann.

Fazit:   In den Nachrichten ist das Thema „Vogelgrippe“ ja doch immer noch recht weit weg. „Todesbrut“ bringt es einem auf spannende und unterhaltsame Weise nahe. Es regt zum Nachdenken an, weil man hier liest, wie es Leuten wie dir und mir in solchen Situationen ergehen würde.


Titel:  Todesbrut
Autor: Klaus-Peter Wolf
Seiten:  479
Verlag: Script5
ISBN: 978-3839001172
Preis:  € 14,95 (Broschiert)

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