«

»

Okt 26

Rezension – Der verbotene Schlüssel (Ralf Isau)

Nur kurz denkt die 14-jährige Sophia an diesen Rat, als sie das Erbe ihres geheimnisvollen Großvaters annimmt: Der alte Mann, den sie nie selbst gekannt hat, vermacht ihr eine komplexe kleine Maschine, die wie ein Uhrwerk voller Zahnrädchen und Halbkugeln aussieht. Und dazu einen Schlüssel – vor dem ein Brief des Großvaters eindringlich warnt. Der verbotene Schlüssel – Sophia kann ihm nicht widerstehen: Sie zieht das Uhrwerk auf und findet sich in einem bizarren, gefährlichen Reich wieder.

Sicher werden nun einige Fantasy-Fans ungläubig die Hände ringen, aber für mich war „Der verbotene Schlüssel“ der erste Roman von Ralf Isau. Bislang hatte ich seine Bücher eher gemieden und nun weiß ich auch, wieso. Wobei das jetzt weit dramatischer klingt als es ist. Denn die Geschichte an sich hat mir schon sehr gut gefallen. Dieser Mix aus Handlung im Heute und Handlung weit zurück in der Vergangenheit, im alten Griechenland und im alten Rom ist schon etwas ganz Besonderes, und es ist Ralf Isau einwandfrei gelungen, beide Zeitebenen miteinander zu verweben. Dabei trifft man in der Vergangenheit auf Charaktere wie Agamemmnon, hört vom Trojanischen Krieg, bekommt einen Einblick in die Zeit von Cäsar und vieles mehr. So gibt es nebenbei durchaus auch etwas zu lernen. Die Handlung im Heute dagegen ist eher auf Spannung und Abenteuer ausgelegt und bedient sich dabei solch modernen Elementen wie dem Internet, dem iPhone und dem Berliner U- und S-Bahn-Netz.
Hier begleitet man Sophia und ihren Freund Theo und es geht ausgesprochen spannend zu. Einen besonderen Reiz übt es aus, das Theo aus der Vergangenheit kommt und mit der Welt von heute so seine Schwierigkeiten hat. Ich habe über manche Szene geschmunzelt, in der Sophia ihm die Errungenschaft der heutigen Zeit nahezubringen versucht. Gleichzeitig wird einem als Leser in diesem Teil der Geschichte aufgezeigt, wie sehr wir von Automaten und Maschinen umgeben sind. Das regt hier und da zum Nachdenken an. Eine kleine, zarte Liebesgeschichte gibt es auch, die aber erfreulicherweise nie im Vordergrund steht und dem Rest so die Schau stiehlt.
Ich für mich muss allerdings zugeben, dass ich die Teile des Buches, in denen Theo seine Geschichte erzählt, eher quer gelesen habe. Denn erstens weiß man meistens schon, wie die Episoden ausgegangen sind (immerhin lebt Theo ja noch und hat auch schon vorher dieses oder jenes mal angesprochen), und zweitens gibt es für mich kaum etwas Langweiligeres als Geschichten aus so lange vergangener Zeit. Von den alten Griechen udn Römern, die mich schon zu Schulzeiten gequält haben, ganz zu schweigen. Diese Abschnitte hätten für mich gerne kürzer ausfallen dürfen.

Da ich mich wie gesagt mit Theos Erzählungen ziemlich schwer getan habe, habe ich mehrere Tage für dieses Buch gebraucht. Da die Passagen im Heute mich aber immer wieder gut entschädigt haben, habe ich doch immer wieder zum Buch gegriffen und mich auch gut und spannend unterhalten gefühlt. Dass man oft seitenlang Dialoge zu lesen hat, lockert zusätzlich auf.

Der Umschlag mit dem leuchtend roten Hintergrund und dem titelgebenden Schlüssel ist ein echter Hingucker. Alle Motive und auch der Titel-Schriftzug sind im Prägedruck gehalten, was mir ja immer sehr gut gefällt. Da streiche ich so gerne drüber. Ein Lesebändchen hätte ich für dieses Buch sehr schön gefunden.

Fazit:   Ohne jeden Zweifel ein spannender Fantasy-Roman mit einer gewagten Mischung aus dem Heute und der Vergangenheit, die sehr stimmig umgesetzt wird. Wer im Gegensatz zu mir auch noch Interesse für besagtes Vergangenes aufbringt, der wird mit diesem Buch rund um zufrieden sein.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms.


Titel:  Der verbotene Schlüssel
Autor: Ralf Isau
Seiten:  512
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570138342
Preis:  € 18,99 (HC)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: