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Nov 26

Rezension – Spiral (Paul McEuen)

Er ist kein Virus, er ist 1000x schlimmer. Mikrobiologe Liam Connor besitzt den Pilz, der jeden Menschen in eine tödliche Waffe verwandeln kann. Und dann plötzlich sein mysteriöser Tod: Grausam zugerichtet wird Connor aufgefunden. Vom Todespilz fehlt jede Spur. Musste er für sein Wissen mit dem Leben bezahlen? Wer hat den Todespilz an sich gebracht? Welches Ziel verfolgt er? Wird der Pilz freigesetzt, so dass er die ganze Menschheit gefährden kann? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: Mit allen Mitteln muss Liams Assistent Jake verhindern, dass sich die tödliche Infektion weltweit ausbreitet.

Wenn ein Physiker und Experte für Nanotechnologie einen Thriller schreibt, der sich u.a. genau mit diesen Gebieten beschäftigt, dann darf man ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass man damit eine sorgfältig recherchierte Geschichte zu lesen bekommt, die glaubhaft, schlüssig und fundiert wirkt. Das trifft auf „Spiral“ auch uneingeschränkt zu. Auf jeder Seite spürt man, dass der Autor von der Materie Ahnung hat. Das ist -wie ich finde- für solch einen Thriller auch unverzichtbar.Das bedeutet aber auch, dass man sich mit dem Geschilderten befassen muss, es ist nichts, was sich so nebenbei konsumieren lässt. Dafür wird man aber auch mit spannenden und faszinierenden Einblicken in die Welt unter dem Mikroskop belohnt. Gleichzeitig schlummert darin aber auch die Gefahr, die Thema dieses Buches ist. Nach und nach erschließt sich einem beim Lesen, welche Bedrohung die so begeisternden Einblicke bergen und entsprechend schockiert ist man dann auch, wenn das Drama um den lebensgefährlichen Pilz seinen Anfang nimmt.

Von nun an erlebt man einen wahren Wettlauf gegen die Zeit, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Einmal natürlich direkt bei Jake, Maggie und Dylan, die zentralen Charaktere, die als erste von der Gefahr bedroht werden. Aber selbstverständlich auch bei der Regierung und dem Militär, die schließlich quasi das Bollwerk zum Schutz der Bevölkerung bilden. Und zuletzt ist man auch bei den Tätern direkt dabei und so den übrigen Charakteren oft manchen erschreckenden Schritt voraus im Wissen darum, wie nahe die Bedrohung bereits ist. Diese abwechselnden Sichtweisen halten „Spiral“ ebenfalls durchweg sehr spannend und abwechslungsreich.
Längen sucht man hier jedenfalls vergebens, hier wird durchgehend Tempo gemacht, was atemlose Lesestunden garantiert.
Es gibt aber doch einen Punkt, wegem dem „Spiral“ etwas sperrig auf mich gewirkt hat. Mir war die Bedrohung alleine Maggie, Jake und Dylan direkt gegenüber nicht greifbar genug, da alle drei ja durchaus wissen, womit sie es zu tun haben und wie gefährlich es ist. Selbstverständlich wird einem beim Lesen schnell klar, welch grauenhafte Konsequenzen die Ausbreitung des Pilzes für die komplette Bevölkerung bedeutet, und ja, „Spiral“ spielt vor dem Ausbruch, aber für mich wäre es noch etwas spannender gewesen, wenn die Bedrohung auch in diese Richtung bereits die Hand ausgestreckt hätte.
Möglicherweise liegt diese Einschätzung aber auch daran, dass mir die Charaktere trotz durchaus vorhandener, ich nenne es mal „gefühlvoller“ Szenen, recht distanziert blieben. Sie leiden und bangen zwar ohne Frage auch, aber dadurch, dass sie alle Vorgänge wissenschaftlich analysieren, kann der Schrecken da nicht ganz Fuß fassen.

Wie bereits erwähnt ist Paul McEuen sozusagen „vom Fach“ und entsprechend wissenschaftlich klingt „Spiral“ in weiten Teilen auch. Leichte Lesekost hat man mit diesem Buch also nich gerade in Händen und so mag es dem einen oder anderen Leser vielleicht auch etwas schwer fallen, gewisse Passagen zu lesen, in denen sich wissenschaftliche Begriffe die Klinke in die Hand geben. Da hat man also vielleicht auch etwas länger etwas von diesem Thriller. Ich halte mich für eine geübte und auch recht schnelle Leserin, aber auch ich habe immer nur eine gewisse Anzahl Kapitel an einem Tag gelesen und dann erst am nächsten weitergelesen.

Das Cover ist vergleichsweise schlicht gehalten, wirkt aber mit dem in verschiedenen Grün- und Gelbtönen leuchtenden Pilz auf Anhieb interessant. Im Bücherregal im Laden ist „Spiral“ so sicher ein Blickfang.

Fazit:   Ein sehr spannender, temporeicher Thriller zu einem interessanten Thema, das -wenn man davon so liest- gar nicht so weit weg von der Realität ist. Etwas mehr Nähe zu Menschen, die keine Fachleute sind, hätte mir noch gut gefallen. Ansonsten aber ist „Spiral“ eine klare Empfehlung für Thriller-Fans!

Vielen Dank an die Fischer Verlage  für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Spiral
Autor: Paul McEuen
Seiten:  400
Verlag: Scherz Verlag / Fischerverlage
ISBN: 978-3502102182
Preis:  € 18,95

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