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Nov 30

Rezension – Das Tal Season 1.3. – Der Sturm (Krystyna Kuhn)

Es ist Winter und ein Sturm zieht im Tal auf. Nur wenige Studenten sind über das Wochenende im College zurückgeblieben. Doch als die Wetterverhältnisse sich zuspitzen, werden Rose, David und die anderen von der Außenwelt abgeschnitten. Kurz darauf beginnt ein Unbekannter, ein perfides Spiel mit ihnen zu treiben. Was versteckt sich in dem abgeschlossenen Kellerraum neben dem Computer Department? Wer ist dafür verantwortlich, dass erst die Stromleitungen und dann die Heizung manipuliert werden? Ein verzweifelter Wettlauf mit der Zeit beginnt…

Das Tal lässt einen nicht los. Als Leser genau so wenig wie als Bewohner und Student am College.
Die Vermutung, dass sie Bücher nach und nach die einzelnen Personen um Julia herum in den Mittelpunkt stellen, bestätigt sich mit diesem dritten Band. Dieses Mal dreht sich die Handlung im Wesentlichen um Chris und Debbie. Natürlich sind beide interessante Charaktere. Chris, da er so geheimnisvoll wirkt und manchmal solch beängstigende Gedanken hegt, dass man sich fragt, wie seine Vorgeschichte wohl aussehen mag. Debbie, zumal sie -zumindest für mich- die unsympathischte Person der Clique ist, die zwar schrill drauf ist, sich aber sonst nicht so hervortut wie die übrigen Kids. „Der Sturm“ offenbart aber eine ganz neue Sicht auf Debbie, und es ist erstaunlich und auch beängstigend, welche Abgründe sich da auftun. Für mich war Debbie in diesem Band deshalb zum ersten Mal die interessanteste Person.
Das Setting fällt dieses Mal ausgesprochen klassisch aus, was ich nach den ersten beiden Büchern eher nicht erwartet hätte. Denn ein gewaltiger Schneesturm, ein von der Außenwelt abgeschnittes, düsteres Gebäude, in dem sich plötzlich unheimliche und grausige Dinge ereignen, und mitten drin eine Clique von Leuten, die plötzlich um’s nackte Überleben kämpfen müssen, das liest man in dieser Geschichte eben nicht zum ersten Mal. Krystyna Kuhn ist es aber gelungen, die Geschichte zu keinem Moment abgedroschen wirken zu lassen. Im Wesentlichen reißt das ihre wirklich überaus anschauliche Schilderung der extremen Wetterverhältnisse raus, bei denen ich sogar unter der warmen Sofadecke manches Mal gefröstelt habe. Man kann wirklich gut mit den Studenten mitfühlen, die sich in diesem Schneesturm die Straße entlangschlagen und später selbst im College die Macht und eisige Kälte des Sturmes zu spüren bekommen.
Als die Handlung wieder im College anlangt, da kommt dann noch mal ein ordentlicher Schuss Spannung in die Sache, da „Der Sturm“ für einen Jugendroman durchaus harte Geschütze auffährt.
Natürlich wird in diesem Band aber auch der Bogen zu den Handlungen der vorigen Bände geschlagen, so dass sich hier und da erste Verbindungen auftun. Im gleichen Maße bürdet einem „Der Sturm“ aber auch neue Fragen auf und der große Zusammenhang bleibt nach wie vor verborgen im Nebel des Ghost. Aber man kommt ihm näher, was ich besser finde, als wenn Staffel 1 einem säckeweise Rätsel aufladen würde und die Zusammenhänge erst in der 2. (oder vielleicht -sollte die Reihe es soweit bringen- in der 3. Staffel) aufgeklärt würden. Mit solch kleinen Informations-Häppchen hält man die Leser interessiert.

Wie schon gesagt, gelingt es Krystyna Kuhn sehr gut, die Atmosphäre im Freien, mitten im Sturm, sowie im verlassenen College rüberzubringen. Da es kaum Wiederholungen an Formulierungen gibt, wie sie bei solchen Beschreibungen oft nacheliegend sind, bleibt auch die soundsovielte Schilderung des Wetters interessant. Eine bemerkenswerte, schriftstellerische Leistung. Gleichzeitig, vor allem in den Dialogen, kommt das Buch auch sehr jugendlich-umgangssprachlich daher, wodurch es sich flüssig und gut liest.

Am Covermotiv und dem allgemeinen Look des Buches hat sich erneut nichts geändert, lediglich die Farbe des Motivs hat erneut einen Wechsel erlebt. Es bleibt aber im Farbbereich Rot. Inzwischen würde ich mir mal eine kontrastreichere Farbe wünschen, aber ich schätze, die erleben wir erst in der zweiten Staffel.

Fazit:   Band 3 bereitet einem eine dicke Gänsehaut. Sowohl was die Entwicklung der Geschichte und der Charaktere anbetrifft, als auch von der Witterung her, die dem Leser quasi aus den Seiten heraus mit eisigem Wind entgegenschlägt. Es geht einen Tacken härter zu als in den vorigen Bänden, was der Reihe aber gut steht. Dennoch fand ich „Der Sturm“ einen Hauch weniger spannend als „Die Katastrophe“.


Titel:  Das Tal Season 1.23 – Der Sturm
Autor: Krystyna Kuhn
Seiten:  265
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401065311
Preis:  € 9,95

Titel:  Das Tal Season 1.2 – Die Katastrophe
Autor: Krystyna Kuhn
Seiten:  308
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401064734
Preis:  € 9,95

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