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Dez 14

Die Saat (Guillermo del Toro / Chuck Hogan)

Das Ende der Welt beginnt.
New York, John F. Kenndy Airport.
Eine Maschine aus Europa landet – und kommt unvermittelt zum Stehen, alle Lichter gehen aus, der Funkkontakt bricht ab. Was ist geschehen? Ein Terroroanschlag? Ein Seuchenausbruch? Oder etwas ganz und gar Unvorstellbares?

Dieses Buch machte mich sofort neugierig. Alleine schon, weil ich es mir als einen absolut unheimlichen Anblick vorstellen, wenn ein solch gigantisches Flugzeug plötzlich landet und kurz danach mit erloschenen Lichtern auf dem Landefeld stehen bleibt. Speziell nachts muss das schon gespenstisch aussehen.
Den Autoren gelingt es auch bestens, diesen Anblick und die unheimliche Atmosphäre an den Leser zu vermitteln und so knabbert man beim Lesen sehr bald an den Fingernägeln. Denn die Geschichte hält sich mit langen Einführungen gar nicht auf, man ist direkt auf dem Flughafen mit dabei. Ich fand es sehr spannend, den Flughafenangestellten, den Epidemiologen und den übrigen Sicherheitsangestellten bei der Auskundschaftung und der Sichtung der Maschine quasi über die Schulter zu schauen, denn stets hat man dabei das Gefühl, dass spätestens auf der nächsten Seite etwas absolut Grauenvolles auf einen wartet.
Man sollte keinen sensiblen Magen haben, wenn man sich dieses Büch zu Gemüte führt. Denn spätestens als das Ungeheuerliche aus dem Flugzeug ausbricht und sich unter den Menschen verbreitet, wird mit blutigen und überaus anschaulichen Details wahrlich nicht gespart.
Natürlich vollzieht die Ausbreitung sich stets nach dem gleichen Prinzip, trotzdem bleibt sie dadurch interessant, dass die Geschichte in kurzen Abständen zwischen zahlreichen Orten und Personen wechselt. Zudem bringen diese Wechsel ordentlich Tempo in die Story.
Hätte jemand während des Lesens hinter mit „buh“ gesagt, ich wäre vermutlich direkt durch die Decke gesprungen.
Endlich mal wieder ein Vampir-Buch, das nicht in die Romantasy-Sparte fällt, sondern Vampire genau das sein lässt, was sie ursprünglich mal waren: menschenfeindliche Blutsauger. Ausgestattet mit Eigenschaften, die mir so in noch keiner Vampir-Erzählung begegnet sind, was die Sache erfrsichend anders gestaltet.
Gewisse Anlehnungen an z.B. an „Dracula“ oder an bekannte Vampir-Mythen sind zwar unübersehbar vorhanden, aber die Andersartigkeit überwiegt doch sehr deutlich. Von daher fallen diese Anlehnungen nicht allzu sehr ins Gewicht.

Mit mehr als 500 Seiten ist „Die Saat“ schon ein richtiger Wälzer. Trotzdem hatte ich ihn in drei Tagen ausgelesen. Die Geschichte liest sich flüssig und trotz der Orts- und Szenenwechsel verliert man nie den Überblick. Normalerweise muss ich bei solche Geschichten schon mal zurückblättern um nachzusehen, wer der und der noch mal war, das war hier aber nicht der Fall und so kam ich gut voran. Dass die Erzählung so unheimlich spannend und -für Fans etwas deftigerer Horrokost- auch mächtig spaßig ist, hat das Übrige dazu beigetragen.

Der silbern glänzende Umschlag fällt im Regal sofort ins Auge. Trotzdem ist der Look eher schlicht. Er wirkt aber durch den schicken Prägedruck und das wirklich blutig rote Blut trotzdem sehr interessant. Ein Lesebändchen gibt es erfreulicherweise ebenfalls, was mir ja immer besonders gefällt.

Fazit:   Super spannend, blutig, temporeich, eben einfach ein tolles Buch. Aber -wie gesagt- allzu zart besaitet darf man dafür nicht sein.

 


Titel: Die Saat
Autor: Guilleromo del Toro / Chuck Hogan
Seiten:  524
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3453266391
Preis:  € 19,95 (HC)

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