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Jan 22

Rezension – Der Prinzessinnenmörder (Andreas Föhr)

Der Prinzessinnenmörder An einem eisigen Januarmorgen wird im zugefrorenen oberbayerischen Spitzingsee die Leiche eines 15-jährigen Mädchens gefunden. Kurioses Detail: Sie wurde durch einen Stich mitten ins Herz getötet und trägt ein goldenes Brokatkleid. Als man im Mund des Opfers eine Plakette mit einer eingravierten Eins findet, ahnen Kommissar Wallner und sein ewig grantelnder Kollege, Polizeiobermeister Kreuthner, dass dies nur der Anfang einer grauenvollen Mordserie ist.

Wenn einem die Kluftingers ausgehen, muss man sich irgendwann notgedrungen nach anderen Regional-Krimis umschauen. Das hat sich als gar nicht so einfach herausgestellt, doch im Vergleich schnitten bei mir die Krimis von Andreas Föhr vom ersten Eindruck her am besten ab. Also habe ich damit weitergemacht und es nicht eine Minute lang bereut.
„Der Prinzessinnenmörder“ hält sich mit langen Vorreden nicht auf, der „Fall“ nimmt sofort seinen Lauf, schon auf den ersten Seiten. Und diesem Tempo bleibt er auch treu, Längen hat man hier nicht zu befürchten. Der Fall entwickelt sich stetig weiter, wenn auch manchmal auf etwas ausgefallenen Wegen, doch das ist ja genau ein Aspekt, wegen dem ich diese Art Krimis so sehr mag. Sie haben einfach ihre liebenswerten „Schrullen“, die sie umso sympathischer machen.
Beim „Prinzessinnenmörder“ kommt noch dazu, dass die Handlung relativ regelmäßig den Schauplatz und damit einhergehend den Blickwinkel wechselt, was den Krimi zusätzlich interessant macht. Ich persönlich hätte diesen Wechsel allerdings an einem bestimmten Punkt beendet, da man ab diesem Punkt halt weiß, wer hinter den Morden steckt.
Der Spannung tut das zwar keinen großartigen Abbruch, denn immerhin hat der Mörder ja noch Pläne und auch das Motiv bleibt im Dunklen, aber schade fand ich es schon.
Ein weiterer Grund für meine Vorliebe für diese Art Krimis liegt in dem Humor, der immer auch dazu gehört und der auch im „Prinzessinnenmörder“ steckt. Einen guten Teil trägt dazu Andreas Föhrs Schreibart und Worwahl bei, alleine darüber habe ich schon immer wieder zumindest schmunzeln können. Doch hält die Geschichte auch einiges an Situationskomik bereit. Speziell die Passagen mit Wallner und seinem Vater haben mich wirklich zum Lachen gebracht, einfach zu schön. Es sei aber dazu gesagt: diese Szenen sind selten, weshalb die Story auch nie im Klamauk zu enden droht. Dafür sind sie gerade wegen dieser Seltenheit umso wirkungsvoller.

Der „Prinzessinnenmörder“ liest sich sehr gut. Spannend zwar, man muss schon die Gedanken beieinander halten um mitzukommen, aber eben auch sehr unterhaltsam. Hier und da fallen Begriffe und Sätze die ein wenig dialektangehaucht sind, allerdings nicht so sehr, dass es einen aus dem Lesefluss wirft. Es wirkt eher erfrischend und „mal anders“, was das Lesevergnügen abrundet.

Das Cover mag man entweder, oder eben nicht. Andere Möglichkeiten gibt es da -aus meiner Sicht- eher nicht. Mein Fall ist es jedenfalls nicht, aber ich muss zugeben, dass es zu einem Krimi gut passt. Mit dem Kreuz, den Engeln und dem verwaschen dunklen Hintergrund wirkt es angemessen geheimnisvoll.

Fazit:  Ein spannender Krimi aus Bayern, der mit einem interessanten Fall und einem wohldosierten Schuss Humor punkten kann. Für mich ein klarer Anlass dafür, mir direkt auch Wallners zweiten Fall zuzulegen.


Titel:  Der Prinzessinnenmörder
Autor: Andreas Föhr
Seiten:  384
Verlag: Knaur Verlag
ISBN: 978-3426663974
Preis:  € 12,99 (TB)

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