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Nov 02

Rezension – Dead Beautiful – Deine Seele in mir (Yvonne Woon)

Nur einen Kuss – nichts wünscht sich die 16-jährige Renée sehnlicher von ihrem schönen, doch seltsam unnahbaren Mitschüler Dante. Noch nie zuvor hat sie zu einem Jungen eine solch starke Seelenverwandtschaft empfunden. Aber obwohl die Anziehung zwischen ihnen spürbar ist, verweigert ihr Dante diesen Kuss. Warum? Und was hat es mit den ganzen seltsamen Fächern wie Bestattungskunde und Gartenbau an ihrer neuen Schule auf sich? Renée ist fasziniert von den alten Riten an ihrem Internat und gleichzeitig verunsichert. Denn es kommt immer wieder zu mysteriösen Todesfällen unter den Schülern …

„Dead Beautiful“ stand lange bei mir im Regal ohne dass ich mich rangetraut habe. Der wesentliche Grund dafür: es ist halt mal wieder die just ach-so-beliebte Romantasy. Das verrät der Klappentext bereits unmissverständlich. Das Buch hat mich etwas unschlüssig, aber nicht unzufrieden zurück gelassen. Es gibt eine Reihe positive Aspekte, aber auch ein paar negative.
Fangen wir mit den positiven Eindrücken an, die „Dead Beautiful“ mir vermittelt hat. Da ist zunächst Renée selber zu nennen, die mir sehr schnell sympathisch wurde. Einfach weil sie -trotzdem sie so für Dante schwärmt- kein albernes, verliebtes Huhn ist, sondern immer bodenständig bleibt und so manche freche Bemerkung auf Lager hat.
Zudem spielt die Geschichte vor einer sehr stimmungsvollen Kulisse. Die sonderbare, aber scheinbar sehr elitäre Schule im altertümlichen Baustil gibt eine prima Szenerie für die Geschichte ab. Hier kann man sich sowohl -verhältnismäßig- normalen Schulunterricht vorstellen, als auch unheimliche Ereignisse. Und die erlebt Renée seit ihrem ersten Tag dort ausgesprochen regelmäßig. Und auch wenn man relativ zügig ahnt, was an dieser Schule und mit einigen Kids dort vor sicht geht, so ist es doch spannend zu verfolgen, wie Renée den Geheimnissen auf die Spur kommt. Und wie sie nach und nach die Umstände des Todes ihrer Eltern begreift. Dieses Rätsel war für mich das spannendste an der Geschichte, da es nicht nur gruselig, sondern auch krimimäßig spannend. Man rätselt beim Lesen einfach immer mit Renée mit.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass ich gegen eine schöne Liebesgeschicht ja eigentlich nichts einzuweden habe. Vorausgesetzt, sie trieft nicht gerade vor Kitsch. Dies hat Yvonne Wood jedenfalls gut vermieden. Renées Schwärmereien und die Szenen zwischen Dante und ihr sind zwar schön und romantisch, aber nicht kitschig. Vielleicht liegt das auch daran, dass man es hier nicht mit den gängigen Vertretern des Genres zu tun hat: den Vampiren und Werwölfen 😉
Soweit alles in bester Ordnung. Aber wie gesagt gibt es auch einige wenige Dinge, die mir an „Dead Beautiful“ nicht so gut gefallen haben. Generell gilt das zunächst mal für das Genre, das mir im Buchhandel aktuell einfach zu umfangreich vertreten ist. In diesem Zusammenhang stehen auch die Parallelen zwischen „Dead Beautiful“ und Reihen wie „Harry Potter“ und „House of Night“, die -wenn man diese Serien kennt- natürlich sofort auffallen. Das dritte Manko -jedenfalls für mich- sind die recht häufigen beschreibenden Passagen. Auch wenn sie natürlich maßeblich dafür sorgen, dass eine Geschichte vorstellbar und greifbar wird, bin ich kein Fan davon, zeilenweise Schilderungen eines Gebäudes, eines Gartens, einer Wiese etc zu lesen. Solche Schilderungen hat „Dead Beautiful“ leider auch auf Lager, und gar nicht mal so Wenige.

Dank besagte Beschreibungen habe ich für „Dead Beautiful“ mehr Zeit gebraucht als ich für ein Buch dieser Dicke sonst benötige. Wenn ich mich immer mal wieder erwische, wie ich einen Absatz überspringe, bremst das natürlich aus. Ansonsten liest sich das Buch aber recht leicht. Schon etwas anspruchsvoller als man es erwartet, aber doch gut lesbar.
Die Kapitel sind vergleichsweise lang, so dass es bei mir bald zum „Jeden Abend ein Kapitel“-Lese-Rythmus kam.
Ein Lesebändchen gibt es ebenfalls, was ich bei jedem so versehenen Buch wieder gerne mag und nutze.

Ich könnte mir bessere Covermtive vorstellen bzw gibt es in der Geschichte zahlreiche Elemente, die sich auf dem Cover sicher besser gemacht hätten. Mit dem Mädchengesicht verrät das Motiv hier schon so viel über das Genre, dass man auf den Klappentext nicht mehr angewiesen ist.

Fazit:  Trotz besagter Negativ-Punkte hat mich „Dead Beutiful“ ein paar Abende gut unterhalten. Schön, dass einem hier mal nicht die so oft verwursteten Vampire und Werwölfe geboten werden, sondern sehr andersartige Wesen. Die Story spielt vor einer schönen Kulisse und ist gleichermaßen spannend wie auch unterhaltsam. Und so bei aller Romantik doch so erfreulich unkitschig!

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms.


Titel: Dead Beautiful – Deine Seele in mir
Autor: Yvonne Woon
Seiten: 480
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423760386
Preis: € 16,95 (HC)

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