«

»

Mrz 27

Rezension – Miss Emergency – Hilfe, ich bin Arzt! (Antonia Rothe-Liermann)

Welt – ich komme! Lena kann es kaum noch abwarten, ihre Laufbahn als weltbeste Ärztin und aufopfernde Retterin aller Patienten zu starten. Und dann auch noch in Berlin! Voll motiviert, aber mit zittrigen Knien stürzt sie sich ins Praxisjahr. Und landet kopfüber im Krankenhausfahrstuhl – zu Füßen des attraktiven Oberarztes Dr. Thalheim.

Dieses Buch habe ich bei einem Gewinnspiel gewonnen und es stand relativ lange unangetastet im Regal. Ich bin kein Fan der TV-Serie „Doctor’s Diary“ und die Ähnlichkeit ist nun mal nicht zu übersehen. Wie man dem Klappentext außerdem entnehmen kann, verfasste Antonia Rothe-Liermann zu dieser Serie als Co-Autorin so manches Drehbuch.
Doch kaum mit dem Buch begonnen, hatte es mein Herz im Nu erobert. Das fing schon damit an, dass es Lena für ihr Praktisches Jahr in eine WG nach Berlin verschlägt. Geschichten aus Berlin haben bei mir per se einen Stein im Brett. Zudem konnte ich mich wunderbar in Lena und ihre Begeisterung einfühlen mit der sie diese aufregende Stadt für sich erobert. Doch auch mit Lenas Mitbewohnerinnern wurde ich sehr schnell warm, zumal die drei Mädchen gegensätzlicher kaum sein könnten: Lena, die Chaotin, Jenny, die gebürtige Berlinerin mit ihrer flippigen Art, und Isa, das schüchterne Mäuschen und das berühmte stille Wasser. Eben eine Mischung, die viel Vergngügen und Abwechslung verspricht.
Es macht Spaß, die Drei bei ihren großen und kleinen Abenteuern des Alltags zu begleiten, und ihnen bei ihrer Arbeit im Krankenhaus quasi über die Schulter zu schauen. Dabei hat es mir speziell gefallen, dass man nicht mit einem Sack voll Fremdworten überschüttet wird, und dass der Krankenhausalltag nicht rosarot verklärt beschrieben wird wie es zB in diesen Groschenromanen oft der Fall ist. Beschönigt wird bei „Miss Emergency“ in dieser Hinsicht nichts und so kann es durchaus passieren, dass man bei diesem Buch nicht nur Tränen lacht, sondern auch mal Tränen weint.
Neben Lenas Praktischem Jahr steht natürlich ihr Liebesleben im Mittelpunkt, das -kaum dass sie in Berlin und der Klinik angekommen ist- gleich von zwei Herren der Schöpfung gründlich auf den Kopf gestellt wird. Einmal von einem jungen Patienten, aber auch vom Oberarzt Dr. Thalheim. Es hat mich positiv überrascht, dass die Geschichte trotz dieser Liebeleien nicht total verkitscht ist. Dafür sorgen schon Lenas sympathische große Klappe und ihr selbstkritischer Humor, über den ich so manches Mal gelacht habe. Es ist zu schön, wenn sie feststellt, dass sie sich gerade doch wie ein verknallter Teenie benimmt und dann mit sich selbst ein „erwachsenes“ Machtwort spricht 😀
Auch wenn man natürlich ahnt, wie die Geschichte enden wird, wirklich voraussehbar ist es nicht. Es ist nicht so, dass Lena und ihr Angebeteter sich das ganze Buch hindurch verliebt hinterherrennen um sich schlussendlich glücklich in die Arme zu fallen. Lena lässt sich nicht vor lauter Verliebtheit alles gefallen und ihm merkt man es nur ganz selten wirklich an. So ist das Ende dann doch noch eine kleine und schöne Überraschung.

Lena erzählt die Geschichte so fröhlich und voller Witz und Tempo, dass sich das Buch im Nu wegliest. Jedenfalls ging es mir so. Ihre lockere Erzählweise und die turbulente Story machen einfach Laune und ermuntern zum Weiterlesen. Die Kapitel sind relativ kurz. So merkt man gar nicht, wie flott man vorankommt. Als ich beim letzten Kapitel ankam, war ich wirklich überrascht. Und ein wenig traurig, dass es schon vorbei war.

Optisch muss man zugeben: ja, das Titelbild ist schon sehr rosa und ja, auch ziemlich kitschig. Aber es ist nun mal ein Mädchenbuch, wie auch die verräterischen Accessoires Herz und Lippenstift verraten. Trotzdem, in der Geschichte geht es um Liebe, es geht um Berlin und Lenas Leben als Ärztin, und alles findet sich in diesem Motiv wieder. Das passt so!

Fazit:  „Hilfe ich bin Arzt“ hat mir viel Spaß gemacht. Ich habe sehr viel gelacht, manchmal auch geweint, und möchte jetzt unbedingt wissen, wie es mit Lenas Liebes- und Berufslebenleben weitergeht. Ich habe mir sagen lassen, es gibt ein paar Unterschiede zu „Doctor’s Diary“. Aber wer Fan der Serie ist, dürfte auch an „Miss Emergency“ seine Freude haben. Wie man an mir sieht aber auch jeder andere, der eine humor- und gefühlvolle Geschichte zu schätzen weiß 😉


Titel: Miss Emergency (01) – Hilfe, ich bin Arzt!
Autor: Antonia Rothe-Liermann
Seiten: 256
Verlag: Thienemann Verlag – Planet Girl
ISBN: 978-3522502917
Preis: € 9,95 (Broschiert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: