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Apr 14

Rezension – BZRK (Michael Grant)

Ein Junge, der herausfinden will, warum der Verstand seines Bruders nur noch Brei zu sein scheint Ein Mädchen, das zusehen muss, wie ihre Familie im Kerosinfeuer verglüht Ein skrupelloser Hacker der jeden manipuliert, der ihm zu nahe kommt Menschen, die sich am Rand des Wahnsinns bewegen, und andere, die diesen längst überschritten haben. BZRK, das ist die letzte Bastion zwischen uns und der ganz großen Katastrophe. Denn dieser Krieg wird anders sein. Seine Waffen sind winzig, beinahe unsichtbar, absolut tödlich, und niemand kann ihnen entkommen. Die atemberaubende und düstere Vision eines geheimen Krieges der Mikro- gegen die Makro-Welt, gegen unsere Welt. Winzige biotechnologische Nano-Organismen, die dich beschatten, kontrollieren töten. Der Kampf hat längst begonnen!

Bis etwa zur Mitte dieses Buches war ich mehrmals nahe dran, es abzubrechen. Ich habe es aber nicht getan. Erstens wollte ich nicht gleich das nächste abgebrochene Buch auf der Uhr haben, und zweitens ließ die Geschichte durchaus durchblicken, dass sie interessant und auch spannend war. Das Problem war, dass ich außer dem Grundsätzlichen fast nichts verstanden hatte. Es geht um den ewigen Kampf von Gut gegen Böse, soviel war mir klar. Genauso klar war es, dass dieser Kampf hier nicht nur in der Welt ausgefochten wird, die wir wahrnehmen und einsehen, sondern auch in einer Welt, in die wir allgemein keinen Einblick haben. Nämlich in uns, in Menschen, ihren Körpern und Gehirnen.
Mein Problem dabei waren die dafür verwendeten Begriffe und ihre Bedeutung. Twitcher, Weber, Makro- und Nanoebene, Biots, Nanobots. Ich habe da keinen Sinn reinbekommen und das ist wohl das Schlimmste, was einem bei diesem Buch passieren kann. Denn das nimmt einem den Spaß an der Sache und man hat keine Chance duchzublicken. Jedenfalls ging es mir so.
Soviel hatte ich aber verstanden, dass die „Guten“ Nachwuchs rekrutieren. Zwei Teenager. Sadie und Noah. Dass Sadie ihren Vater und Bruder verloren hat, geht ebenso auf das Konto der „Bösen“, wie die Tatsache, dass Noahs Bruder dem Wahnsinn verfallen im Gefängnis sitzt.
Glücklicherweise wissen Sadie und Noah ebenfalls nichts von diesem Krieg, der wortwörtlich unter die Haut geht. Auch sie haben nie von Makro- und Nanoebene, Biots & Co. gehört, und müssen dies alles erstmal (kennen)lernen. Das war für mich sehr praktisch, denn ich habe gemeinsam mit ihnen gelernt und so nach und nach verstanden, was in der Geschichte vor sich geht.
Ab diesem Punkt hat mir „BZRK“ gefallen, denn dieser Kampf auf zwei Ebenen führt natürlich auch zu zwei spannenden und actionreichen Handlungssträngen. Die Altersempfehlung ist mit 14 bis 17 Jahren gut angesetzt, denn Michael Grant schont seine Leser nicht. Es geht häufig brutal zu, es wird geschossen, geprügelt und mancher Charakteren plant mit Vergnügen einen Mord.
Michael Grants böser und oft sarkastischer Humor steuert in dieser Hinsicht ein wenig gegen, so dass es trotz aller Gewalt auch noch Anlass zum Schmunzeln gibt. Das ist ganz gut so bei einem Jugendroman, und ich mag diese Art Humor sowieso sehr gerne.
Die Handlung in und auf den Körpern gewährt außerdem einige Einblicke, bei denen ich mir nicht sicher war, ob ich sie überhaupt haben wollte. So hat man zB eine Zunge oder ein Gehirn sicher noch nie gesehen, und wie es für mikroskopisch kleine Wesen auf der Haut aussieht wenn man sich beispielsweise kratzt, das ist auch nicht unebdingt appetitlich 😉
Erstaunlicherweise spielt „BZRK“ ohne Zeitangabe. Bei solch einer Geschichte geht man zwar automatisch davon aus, dass sie nur in (relativ) ferner Zukunft spielen kann. Doch dafür gibt es hier keinerlei Anhaltspunkte. Abgesehen von den futuristischen Kampfmethoden und -orten beschreibt Michael Grant die Welt so wie wir sie kennen. Bedeutet das, solche Kämpfe sind / wären bereits heute möglich…? Auf jeden Fall ist die Vorstellung gleichermaßen beunruhigend wie faszinierend.
Für meinen Geschmack hätte man ruhig noch mehr darauf eingehen können, dass diese Werkzeuge und Möglichkeiten nicht nur einsetzbar sind um Krieg zu führen. Doch dass die Biots zB auch ein gefährliches Aneurysma bei Sadie in Schach halten, indem sie einen Schutzwall aus Fasern drumherum errrichten, wird nur selten und wenn, dann eher am Rande erwähnt.
Eine Lovestory fehlt natürlich auch nicht. Ich muss aber sagen, ich habe noch nie eine weniger romantische Liebesgeschichte erlebt. Schön ist sie auf ihre Art trotzdem. Also Jungs, die ihr euch für „BZRK“ interessiert, keine Sorge! Rosarote Wölkchen, Kitsch und schwülstige Liebesbekundungen habt ihr hier nicht zu befürchten 😉

Ich habe relativ lange für „BZRK“ gebraucht. Das lag aber daran, dass ich erst spät in die Geschichte gefunden habe. Ansonsten liest sich das Buch nicht besonders schwierig. Schreibstil und Sprache dürften den jugendlichen Lesern gefallen und da eigentlich immer etwas los ist, liest es sich gut weg. Die Kapitel haben eine gute Länge, so dass man sich auch kapitelweise durch „BZRK“ lesen kann.

Mir gefällt der Look des Buches prima. Schön düster, was zu einem solchen Science Fiction-Thriller gut passt. Und auch das Auge mit dem Käfer als Pupille ist eine gute Idee. Die versteht man aber erst, wenn man „BZRK“ zumindest teilweise gelesen hat. Titelschriftzug, das Auge um die Pupille und der Klappentext glänzen bronzen, was ebenfalls ein Blickfang ist.

Fazit:  Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse, nur auf zwei Ebenen und mit futuristischen Waffen. Das gewährt interessante Einblicke und bietet doppelte Action und Spannung. Anfangs kann das verwirrend sein und es hat mir nicht gefallen, dass es so lange dauerte bis ich mich eingefunden hatte. Ist das aber gelungen, dann macht das Abenteuer auch Spaß. Man muss aber ein Faible für solcherlei Zukunftsmusik haben, die ab und zu an „Die Reise ins Ich“ erinnert.


Titel: BZRK
Autor: Michael Grant
Seiten: 408
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960391
Preis: € 17,99 (HC)

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