«

»

Apr 29

Rezension – TimeRiders (01) – Wächter der Zeit (Alex Scarrow)

Liam O’Connor hätte 1912 an Bord der Titanic sterben sollen.
Maddy Carter 2010 in einem Flugzeug über Amerika.
Saleena Vikram 2026 bei einem Brand in Mumbai.
Doch Sekunden vor dem Tod der drei taucht ein mysteriöser Mann auf und reicht ihnen die Hand – und nun sind sie Agenten einer streng geheimen Organisation, die nur eine Aufgabe hat: die Welt vor der Zerstörung durch Zeitreisende zu schützen. Schon der erste Auftrag bringt das Team in große Gefahr. Liam, Maddy und Sal müssen sich bewähren und das gegen einen mächtigen Gegner. Sein Ziel: die Weltherrschaft!

Was wäre, wenn man  in der Zeit zurückreisen und in der Vergangenheit Veränderungen vornehmen könnte bzw würde? Genau: das gesamte Raum-Zeit-Kontinuum käme durcheinander, was unsagbare Katastrophen für die eigentliche Gegenwart zur Folge hätte. Das hat uns schon Doc Brown gelehrt! 😉
Um dies zu verhindern, gibt es die „TimeRiders“. Ein Gruppe Teenager unterschiedlichen Alters und Herkunft. Sobald deutlich wird, dass andere Zeitreisende die Vergangenheit manipuliert haben, gehen sie ans Werk: Hackerin Maddy, Sal, die Beobachterin und Liam, der zeitreisende Agent. Außerdem ein an den Terminator erinnernder Klon namens Bob, der Liam begleitet. Klingt nach Science Fiction? Ist es auch! Da hat Autor Alex Scarrow aus dem Vollen geschöpft! Das hat mir die Geschichte erstmal auf Anhieb sympathisch gemacht, denn sowas mag ich.
Mir hat auch der fast kapitelweise Wechsel des Schauplatzes und der Zeit gefallen. Mal ist man mit Maddy, Sal und ihrem Mentor Foster im New Yorker Hauptquartier im Jahre 2001, mal mit Liam und Bob auf Mission in der Vergangenheit um die 1940er / 50er-Jahre oder zu dieser Zeit bei ihren Widersachers. Sobald diese eine Veränderung in dieser Zeit vornehmen, bekommt es die Zentrale zu spüren und kann ihre beiden Agenten in Marsch setzen, oder -wenn sie bereits unterwegs sind- Verbindung aufnehmen.
So ist dieser Wechsel nicht nur an sich interessant und abwechslungsreich, sondern sorgt gleich auf mehreren Ebenen für Spannung. Egal, wo und in welcher Zeit etwas geschieht, es hat auf alle anderen Zeiten und Orte direkte Auswirkungen.
Mir hat speziell das nach einer Atomkatastrophe apokalyptische New York gefallen. Eine fast tote Stadt, in der nur noch Sal Maddy und Foster als Menschen leben. Stattdessen ist die Stadt bevölkert von zombieartigen Kreaturen, die ihnen nach dem frischen Fleisch trachten. Das ist finster, das ist gruselig und hochspannend, genau mein Fall!
Weniger begeistert haben mich die Kapitel mit Bob und Liam in der Zeit um 1953, wo ihre Gegner Machtpositionen erlangt haben, oder um 1941, als sie den Grundstein dafür legen und Hitlers „Adlernest“ stürmen. Geschichte war nie mein Fall und wird es wohl auch nie sein. Als entsprechend zäh und langatmig habe ich diese Kapitel empfunden. Zu viele, zu ausführliche Schilderungen von Kämpfen, Gefangenenlagern etc. Eben alles, was mich an das Thema erinnert, das mir in meiner Schullaufbahn dreimal begegnete. Eine der effektivsten Methoden, mich zu langweilen.
Da reiß es auch nichts raus, dass in diesen Kapiteln Bob mit Waffen und übermenschlicher Körperkraft für Action und so manches Blutbad sorgt. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass ich die Altersempfehlung (auf amazon) „ab 12 Jahren“ gewagt finde, und sowas sage ich selten!
„TimeRiders“ als PC- / Konsolenspiel würde sicher nicht unter einer FSK 16 erscheinen. Ein Gedanke übrigens, der gar nicht so abwegig ist, denn die Story hat alles für ein solches Spiel in petto!

Dadurch, dass ich Bobs und Liams Kapitel als zäh, langatmig und oft auch langweilig empfunden habe, habe ich mehr als eine Woche für das Buch gebraucht. Für meine Verhältnisse also lange. Auch die recht kurzen Kapitel -was ich sonst gerne mag- haben mich nicht anspornen können. Zu oft war da der Gedanke „nein, nicht noch eines von der Sorte mit Bob und Liam!“. Wer dieses Problem nicht hat, für den dürfte sich „TimeRiders“ geradezu rasant lesen.

Für das Cover gibt es in meinen Augen nur eine Bezeichnung: richtig cool! Da kann man auch mehrmals hinschauen und entdeckt jedes Mal etwas Neues. Sei es das Uhrwerk hinter dem Schriftzug, die Zeitleiste darunter, die Jahreszahlen, die die TimeRiders umgeben. Das ist aufwendig und sieht durch die Lichtspielereien richtig schön futuristisch und nach SF aus.

Fazit: „TimeRiders“ ist an sich ein rundum gelungener Science Fiction-Thriller für ältere (!) Jugendliche. Phantastisch, spannend, rasant und mit einem ausgeklügelten Plot. Hat man -im Gegensatz zu mir ;)- keine „Allergie“ gegen Geschichte, kommt man als Fan solcher Stories hier voll auf seine Kosten. Ich weiß noch nicht, ob ich an der Serie dranbleibe. Band 2 führt die TimeRiders zurück in die Zeit der Dinosaurier, die eigentlich auch nicht mein Ding ist. Aber vielleicht ist die Neugier doch stärker? 😉


Titel: TimeRiders (01) – Wächter der Zeit
Autor: Alex Scarrow
Seiten: 464
Verlag: Thienemann Verlag
ISBN: 978-3522201346
Preis: € 12,95 (Broschiert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: