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Jul 21

Rezension – Röslein stach (Susanne Mischke)

Toni ist einfach nur froh, von zu Hause auszuziehen. Endlich in den eigenen vier Wänden! Ralph, ihrem kontrollsüchtigen Stiefvater, ist sie ein für alle Mal entkommen. Doch die alte Villa, die sie mit drei Mitbewohnern teilt, birgt ein abscheuliches Geheimnis: Vor zwanzig Jahren wurde ein Mädchen auf brutale Weise darin ermordet. Und der verurteilte Täter ist seit Kurzem wieder auf freiem Fuß.

Dieses Buch war ein Spontankauf. Ich mag Jugendthriller gerade sehr gerne und über die Thriller vom Arena Verlag war mir schon viel Gutes zu Ohren gekommen. Da wollte ich einfach mal einen davon „ausprobieren“.
Und was soll ich sagen? In zwei -zugegeben- recht langen Lesenächten war das „Röslein“ ausgelesen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst fand ich Toni einfach nur sehr sympathisch und ich habe ihre freudige Aufregung über den Umzug in die WG gerne mitgefühlt. Und auch die WG selber hat mir gleich gefallen mit den verschiedenen und auf ihre jeweilige Art extremen Mitgliedern, die mir aber trotzdem alle ebenfalls auf Anhieb sehr sympathisch waren.
Doch natürlich ist auch die Frage spannend, ob der frisch entlassene Häftling wirklich hinter dem damaligen Mord steckt und ob die neuen Morde seit seiner Entlassung tatsächlich auf sein Konto gehen. Ich war ständig hin- und hergerissen. Mal habe ich es geglaubt, dann wieder konnte ich es mir überhaupt nicht vorstellen. Da hält Susanne Mischke einen wirklich bis fast zum Schluss im Ungewissen. Und so sind Szenen mit dem Killer alleine mit Toni in der WG-Küche oder im Schuppen so richtig schön kribbelig. Außerdem bringt es einen dazu, selbst zu überlegen, was für und was gegen ihn als Täter spricht und was vielleicht auch passiert sein könnte. Damals wie heute.
So richtig begeistert hat mich außerdem das Geschehen bis zur Klärung dieser Fragen. Es ist wirklich haarsträubend, was in der Zwischenzeit an Ereignissen auf Toni und ihre Mitbewohner einprasselt. Ich war, kaum dass ein „Problem“ bewältigt zu sein schien, schon total neugierig was als nächstes passieren würde. Und wie sie damit umgehen würden!
Gut, so ganz realistisch ist das alles sicher nicht. Vor allem, weil die WG aus Teenies und Twens besteht. Dass Kids diesen Alters dermaßen kaltschnäuzig, organisiert und ohne großes schlechtes Gewissen bestimmte Aktionen durchziehen, das halte ich schon für etwas weit hergeholt. Was sie auf die Beine stellen, danach wäre so mancher Erwachsene zutiefst traumatisiert!
Aber es ist eben auch schlichtweg einfach cool und ich habe manches Mal über diese abgebrühte Bande schmunzeln müssen und gleichzeitig gedacht: mein Gott, damit werden die doch nicht etwa durchkommen, oder? Ich habe sie jedenfalls mit größtem Vergnügen und viel Zittern bei ihren Aktionen begleitet. Wenn man sich all das bildlich vor Augen führt, dann kann man einfach gar nicht anders.
Allerdings konnte ich mir auch die ganze Zeit nicht wirklich vorstellen, wie diese zahlreichen skurrilen Vorkommnisse später miteinander und mit dem Rätsel um den Mörder sinnig zusammengeführt werden würden. Doch das klappt tatsächlich. Bestens sogar! Alle diese Ereignisse hängen nachher logisch zusammen und über keines kann man sagen, dass die Geschichte es eigentlich nicht gebraucht hätte Das ist erstaunlich, aber eben auch toll.

Wie gesagt hatte ich ich das Buch in zwei Nächten ausgelesen. In den Hauptrollen sind überwiegend Jugendliche anzutreffen und entsprechen locker liest sich die Geschichte auch. Es gibt viele Dialogpassagen und in den erzählenden und beschreibenden Abschnitten blitzt oft ein Schuss (manchmal bissiger) Humor durch. Eine so geschriebene Geschichte liest sich einfach gut und flüssig.

Optisch sieht das Buch nicht unbedingt nach Thriller aus. Aber die verwitterte Schuppentür und die Blütenblätter passen gut zur Geschichte. Für mich war das Buch auch gerade wegen diesem an sich so harmlosen Look interessant. Da fragt man sich halt schon, welche Art Thriller einen zwischen den Buchdeckeln erwartet.

Fazit:  Super spannend und so haarsträubend im Verlauf, dass ich oft schmunzeln oder sogar lachen musste. Eine saucoole (Verzeihung! ;)) WG! Trotz aller Skurrilität hat man aber in jedem Fall einen Thriller vor der Nase, in dem sämtliche bizarren Ereignisse zu einem schlüssigen Ende führen. „Röslein stach“ war sicher nicht mein letzter Arena Thriller!


Titel: Röslein stach
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 370
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401066790
Preis: 12,99 (Broschiert)

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  1. Lesemonat Juni & Lieblingsbuch des Monats | Leserattes Blog

    […] zur Rezension! […]

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