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Aug 18

Rezension – Bleicher Tod (Andreas Winkelmann)

Ein junges Mädchen, allein, gefangen in der Dunkelheit. Sie ahnt, dass ihr Leben bald vorbei sein wird – nur um festzustellen, dass es schlimmere Dinge gibt als zu sterben … Derweil erfährt Kriminalkommissarin Nele Karminter von einer erschreckenden Studie: Einer von fünfundzwanzig Menschen hat kein Gewissen, ist ein potentieller Psychopath. Eine Erkenntnis, die sich für Nele bald in blutige Praxis verwandeln wird. Denn kurz darauf wird sie zu einem Tatort gerufen – und zu der grausam entstellten Leiche eines jungen, seltsam bleichen Mädchens.

Andreas Winkelmann kannte ich bis zu diesem Buch als Autor gar nicht. Dann wurde es mir von amazon empfohlen und ich wurde neugierig.  Psychothriller gehören ja zu meinen bevorzugten Büchern.
„Bleicher Tod“ hat mich nicht enttäuscht. Ich habe einige spannende Lesestunden damit verbracht.
Auch wenn ich anfangs skeptisch war ob sich die Handlung nicht verfransen würde. Denn Andreas Winkelmann schickt gleich mehrere Handlungsstränge ins Rennen. Es bleibt aber dennoch übersichtlich. So viele sind es dann doch nicht, dass man den Überblick verlieren könnte. Das hat mir so prima gefallen!
Ich finde kaum etwas schlimmt als quasi mitschreiben zu müssen um bei der Geschichte durchzusteigen.
Zudem ist sehr bald klar, dass die verschiedenen Handlungsstränge in Zusammenhang stehen. Das klingt seit Anfang an durch. Erst dezent, dann immer deutlicher und es ist klar, dass die verschiedenen Geschehen sich irgendwann „treffen“ und zur Auflösung führen werden.
So beginnt man beim Lesen ganz automatisch, eigene Vermutungen anzustellen. Ich war mir an einem Punkt sogar bereits ganz sicher, dass mein Verdacht stimmt, hatte mir praktisch schon triumphierend die Hände gerieben und dann…wurde mir eine Wendung präsentiert, mit der ich niemals gerechnet hätte. Solche „Überraschungen“ mag ich. Sie machen uA den Reiz des Genres für mich aus.
Auch die wohlige Gänsehaut stellte sich einige Male ein. Ich denke, die wird jedem Leser über den Rücken krabbeln, denn „Bleicher Tod“ hat nicht nur eine Szene auf Lager, die einen schaudern lässt. Bei mir war es die Vorstellung davon, wie Miriam in einem leeren Swimmingpool zu liegen. Da ich kein besonders guter Schwimmer bin, wäre gerade diese Situation das Grauen für mich. Dort zu liegen und plötzlich liefe Wasser ein…
Furcht einflößende Szenarien bekommt man mit „Bleicher Tod“ einige geboten. Auch sehr verschiedene, so dass jeder sein persönliches Grauen finden dürfte.
Neben dem Killer an sich natürlich! Denn dessen brutale Methoden sind an sich schon ganz schön grausam, wenn man sie sich mal genau vorstellt. Fans kreativer Folter- und Mordmethoden kommen hier also ebenfalls auf ihre Kosten. Es ist kein 0815-Killer, der sich durch die Geschichte mordet!
Etwas Punktabzug -quasi in der B-Note ;)- gibt es von mir für Kammissarin Nele Karminter. Frauen in dieser Position sind in Büchern einfach nicht mein Fall. Ich finde, für solch gefährliche Jobs sind Männer da! 😉
Glücklicherweise ist Nele in ihrem Job richtig tough! Damit konnte sie bei mir so gut punkten, dass ich sie bald doch ganz cool und sympathisch fand. Ich werde mir sicher auch ihre weiteren Fälle zu Gemüte führen. Denn „Bleicher Tod“ ist nicht ihr erster Fall, sondern bereits der zweite. Das wusste ich vorher nicht, aber man muss diesen ersten Fall auch nicht kennen um „Bleicher Tod“ zu verstehen. Es macht aber gut neugierig darauf. Und das widerum ist doch ganz prima! So hat man gleich die nächste Lektüre im Blick 😉

Die Handlung erstreckt sich über nur drei Tage. Jeder Tag ist gewissermaßen ein Kapitel und bei 384 Seiten ganz schön lang. Wer kapitelweise lesen möchte, hat also einiges vor sich. Da die Handlungsstränge und Schauplätze aber regelmäßig wechseln, kann man auch gut an deren Ende pausieren. Davon abgesehen liest sich das Buch aber gut und flüssig.

Normalerweise mag ich einen hellen Look für Thriller ja nicht. Doch hier passt das natürlich gut zum Titel und der Geschichte. Somit geht es auch für mich völlig in Ordnung.

Fazit: „Bleicher Tod“ hat mich so spannend unterhalten, dass ich es am dritten Abend nicht mehr aus der Hand legen konnte und fertig lesen musste. Ein wirklich toller Psychothriller, der einen das Schaudern lehrt. Das Buch wird sicher nicht das letzte von Andreas Winkelmann sein, das in mein Regal zieht.


Titel: Bleicher Tod
Autor: Andreas Winkelmann
Seiten: 384
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3442475896
Preis: 9,99  (TB)

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