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Jan 21

[eBook] Ondragon – Totenernte (Anette Strohmeyer)

ondragonPaul Ondragon löst Probleme aller Art. Aber ist er auch bereit, an Voodoo-Magie zu glauben? Sein zweiter mysteriöser Fall führt ihn von L.A. über New Orleans nach Haiti, das gerade von einem schweren Jahrhundertbeben getroffen wurde. Dort stößt er mit seinem kleinen Team auf ein erschütterndes Geheimnis, das weit größere Kreise zieht, als er zuvor angenommen hatte.

„Ondragon“ war -wenn man von einem Mystery Thriller Romanheft absieht- mein erstes richtiges eBook. Sprich, eines mit mehr als 100 Seiten!Anfangs stand ich ihm skeptisch gegenüber. Ich bin zwar Zombie-Fan (damit hatte man mir das eBook schmackhaft gemacht ;)), aber mit den Wurzeln des Zombieglaubens und mit Voodoo kann man mich normalerweise ganz schnell und weit jagen. Ich mag die modernen Zombies, die ohne seltsame Rituale aus ihren Gräbern kriechen und Menschenfleisch erbeuten wollen.
Wobei ich zugeben muss, dass Anette Strohmeyer in Sachen haitianischer Zombieglauben und Voodoo offenbar sehr gut recherchiert hat. Ich habe einige Begriffe mal von google prüfen lassen 😉 und war beeindruckt, hier keineswegs von Phantasieideen zu lesen.
Dennoch fiel mir der Einstieg in die Geschichte gerade wegen dieser Abneigung recht schwer, denn gleich zu Beginn ist man auf Haiti zu Gast, wo die Handlung ihren Anfang nimmt und so der Grundstein für den weiteren Verlauf gelegt wird. Hatte ich erwähnt, dass ich auch für die französische Sprache nicht viel übrig habe? Ebenfalls keine gute Voraussetzung!
Doch nun genug gemeckert, denn als die Handlung zu Ondragon wechselte, da fühlte ich mich schon gleich viel wohler. An ihn und seine teilweise sonderbaren Ansichten und Vorgehen musste ich mich zwar erst gewöhnen, doch das wurde mir durch einen Schuss Humor und Ironie ziemlich leicht gemacht.
Das Buch unterteilt sich für mich klar in zwei Teile. Durch den regelmäßigen Schauplatzwechsel nach Haiti zog sich die erste Hälfte für mich immer mal wieder und ich hätte diese Passagen oft gerne übersprungen. Mich hielt aber stets die Aussicht bei Laune, bald wieder bei Ondragon und seinen Ermittlungen zu sein. Die fand ich nämlich ganz spannend und abwechslungsreich. Er kommt während seiner Nachforschungen gut herum und es hat mir gefallen, mir ein Bild von seiner „Firma“ und befreundeten „Unternehmen“ zu machen. Die haben etwas ausgesprochen Geheimnisvolles an sich, und ja, ich mag es auch, wenn jemand nicht lange fackelt und bei Bedarf mal flott zur Waffe greift um eine Situation zu klären. Da war ich bei Ondragon an der richtigen Adresse.
Schon in dieser ersten Hälfte habe ich angefangen, selber Überlegungen anzustellen, was da auf Haiti vor sich geht und was das mit den Ereignissen bei Ondragon zu tun hat. Durch den erwähnten Schauplatzwechsel wird man quasi zum Mitermitteln eingeladen.
Die zweite Hälfte des Buches hat mich dann so sehr umgehauen, dass ich sie in einer Nacht gelesen habe. Ich konnte den Reader nicht beiseite legen. Denn auch wenn die Handlung -einschließlich Ondragon und seinem bunt zusammengewürfelten Team- sich hier komplett nach Haiti verlegt, förderte die Geschichte plötzlich alles zu Tage, womit man mich begeistern kann.
Ich stehe total auf Geschichten um geheime und verlassene Labore, in denen Experimente an Menschen durchgeführt wurden. Noch besser, wenn die Hauptpersonen sich genau in ein solches verlassenes Labor wagen! Das ist gruselig und auf eine irgendwie kaputte Art unglaublich faszinierend für mich! Müsste ich das Highlight dieses Buches benennen, dann wohl Ondragons Inspektionstour in dieses Labor! Gänsehaut pur!
Genauso cool finde ich es aber auch, wenn Exeprimente ein Thema sind, die die Natur betreffen. Auch das wird hier geboten. Denn im Zusammenhang mit dem Labor stehen auch Experimente, die beispielsweise das Saatgut für Getreide betreffen. Da kommt man doch mal ins Grübeln, wenn man sich vorstellt, dass diese Ideen womöglich gar nicht so abwegig sind. Auch das verursacht einem durchaus mal ein Schaudern.
Und dann gibt es da natürlich noch die Szenen, in denen Ondragon und Co. leibhaftigen Zombies gegenüberstehen. Endlich mal Zombie nach meinem Geschmack: ohne Ritualbrimborium und Eigenheiten des Glaubens drum herum, dafür offenkundig ganz auf Menschenfleisch aus.
Kurz und gut: ich fand die zweite Hälfte einfach nur super spannend und gruselig, und sie hat für mich den holprigen Einstieg locker wieder gut gemacht.
Ich bin übrigens mit diesem zweiten Teil in die Serie eingestiegen, hatte aber keine Probleme mich einzufinden. Es gibt zwar immer mal wieder Andeutungen auf das Geschehen im ersten Band, aber sie man braucht diese Kenntnisse nicht um bei „Totenernte“ durchzusteigen. Das ist gerade bei einer Serie auch etwas Feines!

Mit Anette Strohmeyers Schreibstil bin ich prima klargekommen. Sie erzählt meist locker, weiß aber bei entsprechenden Szenen auch Eindruck beim Leser zu hinterlassen. Auch wenn ich häufig mal über witzige Sprüche und Formulierungen gelacht habe, waren andere Passagen so eindringlich geschrieben, dass ich vom Lachen weit entfernt war. Dennoch, ich mag es einfach, wenn eine  Geschichte Humor mit an Bord hat, deshalb gibt’s dafür einen besonderen Bonuspunkt von mir.

Das schöne dunkelgrüne und finstere Cover konnte ich auf meinem Paperwhite zwar nicht gänzlich bewundern, aber ich kann es mir ja im Internet anschauen, und da gefällt es mir prima.

Fazit:   Wer mit den Wurzeln des Voodoo und Zombieglaubens, mit Ritualen usw mehr anfangen kann als ich, der wird „Totenernte“ sicher von Anfang an in vollen Zügen genießen können. Mir fiel der Start dadurch etwas schwer. Die Kapitel abseits von Haiti haben mich da bei der Stange gehalten.In der zweiten Hälfte wurde dann aber alles geboten, wofür ich mich begeistern kann, und ich habe die halbe Nacht durchgelesen. Das hat mich mit dem Anfang absolut versöhnt und ich kann „Totenernte“ guten Gewissens empfehlen! Wer es mysteriös, gruselig, spannend und actionreich mag, macht hier nichts falsch!


Titel: Ondragon – Totenerte
Autor: Anette Strohmeyer
Seiten: 418 Seiten (geschätzt)
Format: Psychothriller GmbH
Preis: € 6,99

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