«

»

Feb 23

Rezension – Zurück nach Hollyhill (Alexandra Pilz)

Zurueck nach Hollyhill von Alexandra PilzEmily kann es nicht fassen! Am Tag ihres Abiturs erhält sie einen Brief ihrer verstorbenen Mutter, in dem diese Emily in geheimnisvollen Worten beschwört, das Dorf aufzusuchen, das einst ihre Heimat war. Kurzerhand steigt Emily in München ins Flugzeug – und landet allein und vom Regen durchnässt mitten im englischen Dartmoor. Hilfe naht in Form eines Geländewagens, darin Matt, der attraktivste Junge, den Emily je gesehen hat. Als sie ihn nach dem Weg nach Hollyhill fragt, verändert Matt sich jedoch schlagartig. War er zuvor offen und hilfsbereit, stimmt er nun nur widerwillig zu, Emily nach Hollyhill zu bringen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch das einsame Moor landen sie schließlich in dem winzigen Dorf, dessen Bewohner zwar alle ein wenig schrullig, aber freundlich zu Emily sind. Nur Matt, der Junge, in den sie sich Hals über Kopf verlieben könnte, gibt ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gefühl, unerwünscht zu sein. Bis eines Nachts ein Mörder auftaucht und Emily entführt. Und plötzlich findet sie sich im Jahr 1981 wieder – und dort sind die gewöhnungsbedürftige Mode und ein grimmiger Matt ihr geringstes Problem.

Dieses Buch kam in erster Linie wegen des Covers zu mir. Ich war davon sofort begeistert. Aber auch die Geschichte klang ganz interessant. Vor allem, weil die Zeitreise nur ins Jahr 1981 zurückgehen würde. Das ist genau die Zeit, die meine persönliche Grenze in Sachen Zeitreisen darstellt. Die eizige wirkliche Befürchtung war, die Geschichte könnte liebesmäßig etwas schnulzig werden.
Diese Befürchtung habe ich allerdings schon kurz nach dem Anfang begraben. So wie man Emily kennenlernt, erscheint einem Kitsch bald ziemlich unmöglich. Ich mochte sie mit ihrer offenen, direkten und realistischen Art sofort. Entsprechend gerne habe ich sie bei ihrer Reise nach Dartmoor begeleitet.
Durch den Klappentext ist man Emily natürlich einen großen Schritt voraus darin, was es mit Dartmoor auf sich hat. Doch Details fehlen natürlich immer noch und mir hat es großen Spass gemacht, mit Emily in der Gegend anzukommen und die seltsamen Vorkommnisse mit ihr zu erleben, die dort auf sie warten. So lernt man dann auch Matt kommen und ich war genau wie Emily zimelich hin- und hergerissen. Er sieht zweifellos gut aus, benimmt sich aber manchmal unmöglich. Dann wieder ist er zum Verlieben! Die Wortgefechte zwischen den beiden haben mich oft sehr amüsiert. Und auch wenn ich mir ziemlich sicher war, dass aus den beiden doch noch etwas werden würde, hatte ich doch ab und zu so meine Zweifel. Solch eine ungewisse und witzige Lovestory hat einfach ihren Reiz.
Etwa die Hälfte des Buches befasst sich damit, wie Emily in Dartmoor bzw und in Holyhill eintrifft und sich mit allen Sonderbarkeiten zu arrangieren versucht und sich bemüht, hinter das Geheimnis dazu zu kommen. Dabei hat man Gelegenheit, sich in Hollyhill einzufinden, das wunderbar urig beschrieben wird. Dort würde ich gerne mal hinreisen. Gleichzeitig lernt man die wichtigsten Charaktere neben Emily und Matt kennen, die eine ausgesprochen illustre Runde abgeben. Mir wurden sie schnell sympathisch und ich war gerne bei ihnen zu Gast. Außerdem ist es in diesem Teil natürlich spannend, was Emily alles herausfindet und was sie daraus schließen würde. Ob sie erkennen würde, was es mit Hollyhill auf sich hat?
Fast genau in der Mitte des Buches kommt dann der Moment, in dem Matt Emily in das Geheimnis einweiht. Ich war ganz schön gespannt, wie er ihr diese haarsträubend verrückte Geschichte glaubhaft machen würde. Und wie Emily damit zurechtkommen würde. Das geht erstaunlich leicht vonstatten, auch wenn Emily es noch nicht recht glauben kann.
Doch Emily hat keine große Wahl, es hat das Dorf nun einmal nach 1981 verschlagen und dort gilt es, einen gefährlichen Fall zu lösen. Einen Fall, der in Zusammenhang mit Emilys Eltern steht, die -soweit sie bisher wusste- bei einem Autounfall ums Leben kamen. Doch dahinter steckt mehr. Eine Bedrohung, die nun auch Emily gilt.
Für mein Empfinden rückte ab diesem Punkt das Phantastische ein gutes Stück in den Hintergrund. Emilys und Matts Nachforschungen würde ich schon eher als Krimi bezeichnen. Sie geraten in viele gefährliche Situationen und müssen Ermittlungen anstellen um besagte Bedrohung abzuwenden. Das ist spannend und ich war überrascht, welche Geschichte eigentlich hinter „Zurück nach Hollyhill“ steckt. Das hatte ich so nicht erwartet, aber da ich Fantasy meist nur in Maßen schätze, kam mir dieser Umschwung sehr entgegen. Es bleibt allerdings dabei, dass es immer mal wieder Anlass zum Schmunzeln gibt, und auch Emilys und Matts widerspenstige Liebesgeschichte sorgt weiter für Unterhaltung.
Das Buch teilt sich also ziemlich genau halbe-halbe auf. Mir hat das so gut gefallen. Ich mochte es, Hollyhill und seine Bewohner in Ruhe so gut kennenzulernen ehe die eigentliche Geschichte Fahrt aufnahm. Und ich bin auch kein Fan davon, wenn sich Handlungen zu lange hinziehen. Deshalb gefiel mir die Länge des zweiten Teils des Buches wirklich gut. Nicht zu lang, nicht zu kurz, sondern eben genau richtig.

„Zurück nach Hollyhill“ liest sich schön leicht, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Der Erzählton ist locker und es gibt immer mal wieder Anlass zum Grinsen. Wenn man ein Kapitel gelesen hat, ist man ein gutes Stück im Buch vorangekommen. Zu lang sind sie aber nicht. Eben genau richtig um vor dem Schlafen noch eines oder zwei zu lesen.

Ich mag den quietschgellen Look des Buches super gerne. Das ist einfach mal etwas anderes. Und auf solche Schattenschnittbilder stehe ich sowieso. Erfreulicherweise ist das Buch auch ohne Schutzumschlag noch so zitronig! Außerdem gibt es ein Lesebändchen, was ich immer toll finde.

Fazit:  Mein erster Besuch in Hollyhill hat mir prima gefallen. Das Dorf wird so schön und heimelig beschrieben, dass ich gerne mal dorthin reisen würde. Nachdem man sich dort eingelebt und mit Emily, Matt und den übrigen Bewohnern angefreundet hat, nimmt die Story Fahrt auf und es wird krimimäßig spannend. Die Mischung aus Fantasy und Krimi ist hier gut gelungen, und ein schöner Funken Humor hat mich immer wieder schmunzeln lassen. Ich freue mich auf die nächste Reise nach Hollyhill.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttesterprogramms!


Titel: Zurück nach Hollyhill
Autor: Alexandra Pilz
Seiten: 352
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3453534261
Preis: 16,99 (HC)

1 Ping

  1. Gelesen 2013 | Leserattes Blog

    […] Zurück nach Hollyhill (Alexandra Pilz) […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: