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Mrz 01

Rezension – Emmy und die Wunderschrumpfratte (Lynne Jonell)

emmyOb Liebhab-Maus, Klappohr-Murmeltier oder Schenectady-Schrumpfratte die kuriose, zaubermächtige Welt der Nager wird für Emmy zu einem Schlupfloch aus ihrer schwierigen Lebenssituation. Als das brave, von ihrer Nanny über die Maßen gegängelte Mädchen die freche Käfigratte in ihrem Klassenzimmer sprechen hört und daraufhin befreit, ist es mit ihrer Einsamkeit und Unscheinbarkeit ein für alle Mal vorbei. Aufregende, sehr aufregende Dinge passieren, bis sie ihrer bösen Nanny auf die Schliche kommt.

Als ich dieses Buch entdeckte, da war klar: das muss ich lesen! Eine leserattz ist halt neugierig und wollte unbedingt eine Wunderschrumpfratte kennenlernen.
Zunächst lernte ich aber Emmy kennen, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Obwohl ihre Nanny das grundlegend anders sieht, ist sie ein wirklich liebes und cleveres Mädchen, das es nicht verdient hat, wie die Nanny, die Eltern und ihre Schulkollegen mit ihr umgehen. Insbesondere in ihre Situation in der Schule konnte ich mich gut einfühlen, da ich selber dort auch nicht immer den leichtesten Stand hatte. Da tat mir Emmy schon bald ganz schön leid.
Doch dann tritt der Ratz in Emmys Leben und stellt es gründlich auf den Kopf. An den kleinen Kerl musste ich mich erst ein paar Seiten lang gewöhnen. Er ist wirklich ganz schön frech und da dachte ich anfangs, dass ich ihn nicht so sehr mögen würde, wie ich es mir erhofft hatte. Die Sorge war dann aber zum Glück unbegründet. Ratz mauserte sich im Nu zu meinem Liebling der Geschichte. Gerade wegen seiner frechen Sprüche und dem oft so großspurigen Getue.
Kaum ist Ratz auf der Bildfläche erschienen, nimmt auch das eigentliche Abenteuer seinen Lauf. Denn irgendwie scheint Emmys Nanny dahinterzustecken, wieso Emmy in der Schule ständig übersehen wird und wieso ihre Eltern sie immer wieder zu vergessen scheinen.
Von da an kann man direkt von einem echten Krimi für junge Leser sprechen. Denn was Emmy und der Ratz herausfinden (gemeinsam mit dem versehentlich geschrumpften Schulkollegen Joe), das ist schon allerhand! Bei ihren Nachforschungen geraten sie oft in Gefahr und vor allem an eine Reihe ganz schön spezielle Lebewesen. Emmy erfährt dabei nämlich, dass es nicht nur Ratz gibt, der ein ganz besonderer Nager ist. Es gibt noch mehrere weitere besondere Nagetiere und zudem eine ganz eigene Welt dieser Tierchen. Und hinter diesen Tieren ist so mancher Bösewicht her um sie zu seinem eigenen Nutzen zu missbrauchen. Zählt dazu etwa auch die Nanny? Das müssen die Freunde unbedingt herausfinden, denn davon hängt schließlich Emmys Glück ab! Eine spannende Jagd beginnt!
Als auch Emmy schließlich geschrumpft wird, taucht sie in die Welt ein der (besonderen) Nager ein. Das erinnerte mich dann zwar teilweise an „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“, aber eine solche Geschichte habe ich so lange nicht mehr gesehen / gelesen, dass es mich nicht gestört hat.
Lynne Jonell beweist zudem eine blühende Phantasie was ihre tierischen Charaktere und deren Leben angeht. Was habe ich zum Beispiel bei dem Nager-Pfotenballspiel gelacht! Und auch die Namen der Tiere zeugen von großer Kreativität! Ich hätte ja sogerne auch eine Liebhab-Maus! Auch wenn ich -genau wie Emmy- es nie fertig bringen würde, mir ihr Talent zunutze zu machen. Wieso, das findet ihr am besten selber heraus! 😉
Neben den Tieren mischt natürlich auch eine Reihe menschlicher Charaktere mit. Die Nanny selber wird herrlich böse dargestellt. So schön hinterhältig und scheinheilig, da kann man schon ganz schön wütend werden, wenn man liest, was sie sich in Emmys Haus erlaubt. Professor Capybera dagegen mochte ich sofort. Über sein Handicap -dass er ab und zu einfach einschläft und nicht mehr zu wecken ist- habe ich manches Mal geschmunzelt. Und was Brian angeht, den am Schluss ehemaligen Lakaien des Bösewichts, da hoffe ich sehr, ihn im zweiten Band wiederzutreffen. Er ist tatsächlich ganz niedlich!

Die Altersempfehlung von 8 bis 9 Jahren finde ich etwas niedrig angesetzt. Es ist schon ein ganz stattliches Buch. Für mich las es sich zwar leicht und schnell weg, aber ob Kinder in diesem Alters auch so gut damit klarkommen….? Die Kapitellänge ist jedenfalls gut, sodass es zumindest gut in „Häppchen“ gelesen werden kann. Zudem sind die Seiten hübsch gestaltet. Am oberen Rand zieht sich immer die Darstellung eines Astes entlang. Anfangs sitzt Ratze darauf, aber wenn man die Seiten wie bei einem Daumenkino blättert, ergibt dieses Bild einen lustigen kleinen Film. Das macht Spass!

Die Covergestaltung finde ich nachwievor ungewöhnlich. Aber keineswegs schlecht für ein Kinderbuch. Es wirkt ziemlich gemalt und beschränkt sich auf wenige Farben. So hat es mich ein wenig an ein paar meiner Kinderbücher erinnert. Ich hoffe, die Kids von heute geben diesem Buch trotzdem eine Chance. Es hat sie verdient!

Fazit:  Mir hat „Emmy und die Wunderschrumpfratte“ sehr gut gefallen! Eine schöne und phantasievolle Geschichte, die sich nach und nach zu einem echten Krimi für junge Leser entwickelt, bei der aber auch der Humor nicht zu kurz kommt. Da möchte man sich beim Lesen doch direkt auch von Ratze schrumpfen lassen um in seiner Welt vorbeizuschauen. Sicher nicht nur für Tierfreunde ein Vergnügen! Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung!

Vielen Dank an den Verlag Freies Geistesleben  für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Emmy und die Wunderschrumpfratte
Autor: Lynne Jonell
Seiten: 345
Verlag: Verlag Freies Geistesleben
ISBN: 978-3772524912
Preis: € 15,90 (HC)

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