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Mrz 10

Rezension – Rick (04) – Ein Vollidiot kommt selten allein (Antje Szillat)

rick04Ach, du heilige Katzenkacke, kann mich mal jemand kneifen? Gismo, unser pupsender Kater, ist auf einmal entwischt und das, obwohl draußen der übelste Schneesturm herrscht! Dummerweise bin ich nicht ganz unschuldig an seiner Flucht. Bevor ich also den Einlauf meines Lebens kassiere, mache ich mich besser auf die Suche und wenn mir dabei alle Zehen abfrieren! Außerdem ist da noch die Sache mit den Eishockeyjets, die mich unbedingt in ihren Verein holen wollen. Soll ich für die große Karriere meine alte Mannschaft im Stich lassen? Ach ja, und woher, verdammt noch mal, bekommt man gute Weihnachtsgeschenke, wenn man völlig abgebrannt ist?!

Diese Reihe kannte ich bislang nicht mal vom Sehen oder Hören. Der Klappentext klang aber nicht übel und deshalb habe ich es mit dem Buch mal probiert. Es ist bereits der vierte Teil der Serie, aber es fiel mir leicht, mich in die Geschichte und Ricks Situation einzufinden. Auch wenn man die vorigen Bände nicht kennt, bekommt man seine chaotische Familie schnell auf die Reihe und lernt Rick selber ebenso schnell kennen. So gesehen ist ein später Einstieg in die Serie kein Problem.
Ich hatte allerdings sehr bald dann doch ein äußerst handfestes Problem! Und das war ausgerechnet Rick selber! Dieser zwölfjährige Gernegroß, der meint, überall den Durchblick zu haben und einen möchtegern obercoolen Spruch nach dem anderen auf Lager hat! Okay, es ist ein Buch für Kinder um die zehn bis zwölf Jahre. Die finden das sicher witzig und wären sicher gerne selber so drauf wie Rick. Das steht außer Frage. Da ich aber doch etwas älter bin, stelle ich mir eher die Situation der Eltern vor. Mir würden sich als Elternteil die Fußnägel aufrollen, wenn mein Sohnemann plötzlich rickmäßig daher käme! Zunächst dachte ich noch, ich würde mich vielleicht an Rick gewöhnen, doch das war leider nicht der Fall.
Was eigentlich schade ist. Denn die Geschichte ist durchaus spannend. Rick ist die Katze eines Kumpels entwischt und gemeinsam mit einem Freund versucht er, sie wieder einzufangen. Dabei geraten die beiden nach zahlreichen lustigen Situationen tatsächlich in große Gefahr. Außerdem wirbt eine bekannte Eishockeymannschaft um Rick, der bislang bei einer weniger berühmten Mannschaft den Puck über das Eis schiebt. Dafür hat er dort seine Freunde! Das ist also keine leichte Entscheidung, die er treffen muss. Und dann ist da noch die Sache mit Nelly und die Frage, was man zu Weihnachten verschenken kann, wenn man total pleite ist. Es gibt also ausreichend Gelegenheit, mit Rick mitzufiebern und zu überlegen, welche Entscheidungen er schlussendlich treffen wird.
Die meisten Szenen sind ausgesprochen rasant und auf -leider (für mich)- überdrehte Weise amüsant. Den jungen Lesern wird das dagegen sicher Spass machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich Ricks turbulentes und cooles Leben auch für sich selbst erträumen.
Einen Pluspunkt bekommt das Buch von mir dafür, dass Rick am dramatischen Ende der Jagd nach der entflohenen Katze auch mal ernste Töne anschlägt. Das hätte ich dem Lümmel gar nicht zugetraut. Aber es wäre wohl selbst für ein Buch um Rick etwas daneben gewesen, selbst hier noch den Obercoolen rausshängen zu lassen.

Wie schon erwähnt ist Rick nie um einen super lockeren und obercoolen Spruch verlegen. Entsprechend liest sich das Buch auch weg wie nichts. Das Tempo der Geschichte findet sich in Ricks Erzählton eins zu eins wieder, und so flitzt man durch die Seiten wie Rick hinter dem Puck her.

Das Cover ist mit dem kräftigen Orange sehr auffällig und reiht sich so prima in die Serie ein. Zu sehen ist Rick wie er dem entwischten Gismo hinterherjagt. Im Hintergrund sind Szenen aus der Geschichte zu sehen, gezeichnet im Comicstil. Ich finde, das vermittelt schon einen Eindruck davon, was einen im Buch erwartet. Eine rasante bis überdrehte Geschichte.

Fazit:   Obwohl die Geschichte durchaus spanned ist, wird sie wohl mein einziges Treffen mit Rick bleiben. Die Kids haben sicher Spass an der rasanten Geschichte, Ricks Sprüchen und seinen Witzen. Mir war es aber einfach zu überdreht. Und vor allem möchte ich mir so einen kleinen Gernegroß wie Rick beim besten Willen nicht in Echt vorstellen…

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms!


Titel:  Rick (04) – Ein Vollidiot kommt selten allein
Autor: Antje Szillat
Seiten:  176
Verlag: Coppenrath Verlag
ISBN: 978-3649610274
Preis:  € 9,95 (HC)

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