«

»

Mrz 16

Rezension – Der Sarg (Arno Strobel)

dersargKöln wird durch eine Reihe fürchterlicher Verbrechen erschüttert. Jemand entführt mehrere Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Der Täter spielt der Polizei Hinweise zu, doch wenn ein Grab gefunden wird, ist die Frau darin bereits tot. Erstickt.
Zur gleichen Zeit hat Eva, eine erfolgreiche Geschäftsfrau Mitte 30, einen immer wiederkehrenden Traum. Sie wacht in einem Sarg auf. Gefangen, hilflos, panisch. Sie weiß nicht, wie sie in den Sarg hineingekommen ist, und später nicht mehr, wie sie ihn wieder verlassen hat. Doch irgendwann ist es vorbei, sie ist frei, liegt in ihrem Bett. Und bemerkt die Blutergüsse und Kratzspuren an Händen, Armen und Beinen.

Arno Strobels Psychothriller waren für mich bisher ein ziemliches Auf und Ab. In der Reihenfolge: top, naja, gut! Ganz klar, dass ich gespannt war, in welche Rubrik „Der Sarg“ fallen würde. Und was soll ich sagen? Er hat meinen bisherigen Favoriten „Der Trakt“ mal eben so locker von der Poleposition vertrieben! Wie konnte das passieren?
Als erstes damit, dass meine Sorge, ich könnte bei den ganzen Personen den Überblick verlieren, im Nu zerschlagen war. So viele Personen gibt es hier nicht und jeder bringt so viel Charakteristisches und Markantes mit, dass man ihn nicht vergisst, auch wenn man mal ein Kapitel lang nichts von ihm liest.
Es war also leicht, den Überblick über die Personen und das Geschehen zu behalten. Das erleichtert es natürlich auch ungemein, sich auf den Fall um die getöteten Mädchen und auf Evas seltsame Träume zu konzentrieren. Das ist einerseits gut für eine angenehm schaudernde Gänsehaut, andererseits bietet es einem viel Raum, eigene Vermutungen und Schlussfolgerungen anzustellen und vielleicht den einen oder anderen Verdacht zu hegen und zu pflegen 😉
Zugegeben, auf diese Auflösung wäre ich bei meiner Knobelei höchstwahrscheinlich nicht gekommen. Warum? Weil ich gar nicht wusste, dass es so etwas überhaupt gibt! Ich nehme an, die wenigsten Leser werden das wissen. Und genau das ist für mich das Faszinierende daran gewesen. Die Erläuterungen am Ende des Buchs klingen so schier unglaublich! Und mich bgeistert es auf eine bizarre (und vielleicht etwas kranke? ;)) Art, dass der Mensch dazu fähig ist. Ich glaube, Faszination und ein wohlig-unwohles Schaudern rufen am ehesten noch Sachen hervor, die einem fremd sind. Und genau so etwas erwarte ich von einem Psychothriller. Wenn das gegeben ist, dann kann das jeweilige Buch bei mir nichts falsch machen.
Und dafür braucht es nicht einmal wunders welche Beschreibungen irgendwelcher besonders blutigen Gewaltakte! Auch in dieser Hinsicht hat „Der Sarg“ genau die richtige Dosis im Gepäck. Natürlich ist der Gedanke, lebendig begraben zu werden schon grausam! Und gewisse Einblicke in die Vergangenheit einiger Charaktere sind wahrlich nicht ohne! Das gehört sich für einen wie auch immer gearteten Thriller auch so. Aber es wird sich nicht darin „gesuhlt“. Ich kann das schwer erklären. Ich habe speziell bei einigen amerikanischen Thriller immer wieder das Gefühl, dass die Autoren meinen, solange nur viel Blut spritzt, kann die Geschichte nur gut werden. So ein Quatsch! Ein Thriller kann auch ohne Blutfontänen heftig sein und Eindruck machen und hinterlassen. Das beweist uA „Der Sarg“ nur zu  gut!

Auch wenn nicht jede von Arno Strobels Geschichte mir so richtig gut gefallen hat, seinen Schreibstil mag ich total. Die Bücher lesen sich weg wie nichts, und hätte ich mich nicht schwer zusammengerissen, dann hätte ich „Der Sarg“ an einem Abend und in einer langen Nacht in einem Rutsch gelesen. Mit jedem Kapitel kommt man ein gutes Stück voran, ohne dass die Kapitel zu lang sind. Und die Cliffhanger an so manchen Kapitelenden machen es schlicht unmöglich, genau da eine Pause zu machen.

Wie von den anderen Büchern von Arno Strobel schon gewohnt, dominiert der Titelschriftzug das Cover. Das ist ein Blickfang im Regal oder auf dem Büchertisch. Hier lässt sich vom Titel her schnell darauf schließen, wo die Frau darunter gerade liegt. Ansonsten ist das Buch thrillermäßig finster bis schwarz gehalten.

Fazit:  Einfach super spannend, und eine Auflösung ganz nach meinem Geschmack! So muss ein Psychothriller für mich sein.


Titel: Der Sarg
Autor: Arno Strobel
Seiten: 384
Verlag: Fischer Verlage
ISBN: 978-3596191024
Preis: € 9,99 (TB)

amazonbutton

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: