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Mrz 28

Rezension – Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt (Alex Morel)

surviveWie durch ein Wunder überlebt Jane einen Flugzeugabsturz mitten in den Rocky Mountains. Ironie des Schicksals – genau für diesen Tag hatte sie ihren Selbstmord geplant. Außer Jane hat es nur noch ein einziger Passagier geschafft: Paul. Gemeinsam schlagen sich die beiden Teenager durch die eisige Wildnis, und dabei erkennt Jane zum ersten Mal seit Langem: Sie will leben. Das ist vor allem Paul zu verdanken, der ihr Bestes zum Vorschein bringt. Nie zuvor hat Jane so etwas für jemanden empfunden, und für diese unverhoffte Liebe wächst sie über sich selbst hinaus.

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut! Alleine schon wegen der Tatsache, dass die Geschichte irgendwo in den Rocky Mountains spielt, in Eiseskälte und tiefem Schnee. Ich mag Geschichte mit solch einer Szenerie. Vermutlich, weil solche Kälte und Schnee für mich an sich schon eine ganz grauenvolle Vorstellung ist. Das bürgt doch quasi schon für eine spannende Geschichte!
Die lässt sich hier eher ruhig an. Zunächst lernt man Jane kennen. Ein junges Mädchen, dessen Leben vor einigen Jahren eine schreckliche Wendung nahm, die sie einfach nicht verarbeiten kann, und wegen der sie ernsthaft mit dem Gedanken spielt, sich das Leben zu nehmen. Als Zeitpunkt für den Selbstmord hat sie den Flug vorgesehen und alles akribisch geplant. Wenn man darüber liest, was damals geschah und was Jane bereits deshalb hinter sich hat, dann entwickelt man schnell Mitgefühl mit ihr. Ich fand zwar nicht, dass Selbstmord eine echte Lösung ist, aber ich konnte nachvollziehen, wie Jane auf die Idee kam. Und obwohl ich wusste, dass sie es nicht würde durchziehen können, fand ich es doch spannend zu verfolgen, wie sie sich vorbereitet.
Paul wird zu Beginn eher am Rande erwähnt, aber auch ohne es vom Klappentext zu wissen, wäre mir klar gewesen, dass es mit Jane und ihm noch einiges mehr auf sich hat. Spätestens die Unterhaltung im Flugzeug hätte mir da Gewissheit gegeben. Das ist schon sehr offensichtlich. Darf es aber auch!
So richtig in die Gänge kommt die Handlung dann nach dem Flugzeugabsturz als Jane und Paul mitten in den verschneiten Rocky Mountains um ihr Leben kämpfen müssen. Denn Rettung ist in einem solchen Schneesturm mehr als unwahrscheinlich. Das fand ich gut. Immerhin spielt die Geschichte in den USA und da wird einem ja immer gerne verkauft, dass die tolle Armee da jeden selbst aus der größten Gefahr herauspaukt.
Als der erste Unterschlupf keinen Schutz mehr bietet, brechen sie auf, einen neuen zu suchen. Einen, der auch höher liegt, sodass die Chance, dass sie entdeckt werden, wenigstens etwas steigt. Alleine die Vorstellung davon, in welch menschenfeindlicher Umgebung und bei welch schrecklichem Wetter die beiden unterwegs sind, hat mir so manches Schaudern beschert. Alles wird so anschaulich beschrieben, dass man die Gegend und das Geschehen gut vor sich sieht.
Entsprechend gespannt war ich, ob die beiden es schaffen würden. Und welche Gefahren noch auf sie warten würden.
Gefallen hat mir auch, wie kleinschrittig hier erzählt wird. Weniger was den Verlauf der Handlung angeht, sondern was die Details betrifft. Beispielsweise weshalb man keinen Schnee essen kann, auch wenn man noch so viel Durst hat und Schnee eigentlich Wasser ist. Oder weshalb eigentlich keine Rettung zu erwarten ist. Paul erklärt das alles wirklich gut, und es sind eben einfach Dinge, die die beiden direkt betreffen.
Während ihrer anstrengenden Wanderung durch Schnee und Sturm kommen sich die beiden dann näher. Zunächst eher freundschaftlich. Man hilft sich, baut sich gegenseitig auf und ist für einander da. Dabei beginnt bei Jane eine neue Entwicklung. Mit dem Ende so nahe vor Augen, spürt sie plötzlich, dass sie eigentlich leben will. Und das spornt sie sehr an, dieses Abenteuer zu bestehen. Dafür habe ich sie sehr bewundert. Ich hätte das -vermutlich- niemals geschafft.
Noch mehr Bewunderung hat sie mir beim Abstieg vom Berg abgenötigt.Es ist wirklich oft mörderisch, was sie dabei erlebt, und ich hätte es einige Male sehr gut verstanden, wenn sie kapituliert hätte.
Dabei habe ich mich allerdings immer mal wieder auch gefragt, ob zwei Teenager tatsächlich das schaffen können, was Jane und Paul schaffen. Bei allem Überlebenswillen, Mut, Zusammenhalt und Selbstbewusstsein und  mit dem Ende stets vor Augen…ist das körperlich wirklich zu schaffen? Ich bin da nicht sicher. Aber Janes und Pauls Leben steht oft genug auf des Messers Schneide, sie gehen nicht als strahlende und unverwundbare Helden durch die Geschichte, somit geht das für mich schon in Ordnung wie es ist.
Speziell das Ende hat mich dann tatsächlich zum Weinen gebracht, aber auch wenige Seiten zuvor war es schon einmal nahe dran. So sehr wie man mit und für Paul und Jane die ganze Zeit hofft, kann das auch gar nicht anders sein.

Trotz zahlreicher Schilderungen der Gegend, des Wetters und der Umstände ließ sich „Survive“ sehr leicht und flüssig lesen. Ich führe das auf Janes Art zu erzählen zurück. Natürlich beschreibt sie viel Grauenvolles, aber doch in jugendlichem Ton. Ohne dabei aber flapsig zu werden! Die Ernsthaftigkeit der Geschichte ist immer deutlich spürbar. Viele Dialoge machen das Lesen zusätzlich leicht.

Wenn mir jetzt noch jemand erklärt, was die Rose auf dem Cover soll? Vermutlich ein Zeichen dafür, dass man zwischen den Buchdeckeln auch eine Liebesgeschichte findet. Sieht schön aus, hat für mich aber nicht unbedingt was mit der Geschichet zu tun. Ansonsten gefällt mir der Look richtig gut! Die eisigen Farben passen gut und die schemenhaft erkennbare Landschaft wirkt passend abweisend.

Fazit:  „Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt“ ist eine schöne und sehr spannende Geschichte vor einer grausigen Szenerie. Sie hat mir mehrmals ein ordentliches Schaudern verursacht und mich gegen Ende mit ihrem Anteil Liebsgeschichte zu Tränen gerührt.

Vielen Dank an Egmont Ink für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt
Autor: Alex Morel
Seiten: 256
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960476
Preis: € 14,99 (TB)

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