«

»

Apr 03

Rezension – Im Pyjama um halb vier (Gabriella Engelmann / Jakob M. Leonhardt)

impyjamaLulu macht sich bei Facebook auf die Suche nach dem Ben, den sie auf der letzten Party kennengelernt hat. Sie findet … einen anderen, mit dem sie von nun an jeden Tag chattet. Sie erzählen sich Dinge, die sie sonst niemandem erzählen würden. Dinge, die unter normalen Umständen unausgesprochen bleiben. Und plötzlich entstehen Gefühle, gegenüber diesem Fremden, den man eigentlich gar nicht kennt.

Gabriella Engelmann hat eine große Fan-Gemeinde. Ich kenne einige ihrer modernen Märchen und sie gefallen mir auch ganz gut, aber als Fan würde ich mich deshalb nicht bezeichnen. Trotzdem bin ich immer neugierig auf Bücher von ihr, und so habe ich mich bei diesem Buch ziemlich von der Begeisterung der Fans mitreißen lassen. Zudem versprach mir der Klappentext eine schöne Liebesgeschichte (dafür bin ich immer mal zwischendurch zu haben) und es gefiel mir auch, wie modern die Geschichte ist mit diesem Chat, mit dem alles seinen Anfang nimmt.
Für die angepeilte Leserschaft gefällt mir das ebenfalls ganz gut. Im Teenageralter ist man viel im Internet und auch bei Facebook unterwegs, da ist eine Geschichte, die alleine dort spielt sicher attraktiv. Außerdem beantwortet diese Geschichte durch den ständigen Wechsel zwischen Lulu und Ben und ihren jeweiligen Problemen mit dem anderen Geschlecht, den jugendlichen Lesern sicher auch die eine oder andere Frage in dieser Richtung. Ich denke, es werden überwiegend weibliche Leser sein, und die lernen durch Ben sicher auch etwas darüber, wie Jungs ticken. So gesehen dürften aber auch Jungs gern mal reinlesen, sie könnten von Lulu sicher auch eine Menge lernen.
Meine Begeisterung hält sich allerdings doch in Grenzen. Das liegt vor allem an den beiden Hauptcharakteren Lulu und Ben. Ich mochte die beiden zwar recht bald, trotzdem war mir ihr Wesen irgendwie zu unausgewogen. Will heißen, mal ist Lulu zB wahnsinnig naiv, dann wieder schreibt sie erstaunlich tiefgründige Nachrichten. Das passt einfach nicht zusammen. Genauso wenig passt es, dass der gerade mal siebzehnjährige Ben sich oft ausdrückt als wäre es gut und gerne mindestens zehn Jahre älter. Ich habe wahrlich nichts dagegen, wenn Teenager in Büchern keine Hohlbirnen sind, aber dieser Eindruck sollte dann auch durchgängig vorhanden sein. Das schließt ja Späße und einen lockeren Ton nicht zwangsläufig aus! Aber das war er hier eben nicht.
Die Handlung um die mal mehr, mal weniger gut laufenden Liebesbeziehungen fand ich an sich ganz unterhaltsam. Ich habe ein Faible für Teenie-Lovestorys und entsprechend habe ich die Handlung vergnügt verfolgt. Anlass zum Schmunzeln gibt es auch immer mal wieder, so macht das einfach Spass. Außerdem habe ich mich wirklich lange gefragt, wann, ob und wie Lulu und Ben zu einander finden würden. Denn danach klingt es lang eigentlich gar nicht. Erst ab einem bestimmten Punkt wird deutlich, dass sich da doch bei beiden etwas angesponnen hat, und ich fand es wirklich süß, wie sich es sich und einander so ganz vorsichtig eingestehen.
Doch natürlich läuft das alles nicht ganz so glatt ab, wie man es sich wünscht. Für Ben gibt es schon realtiv früh den ersten „Schlag ins Gesicht“, und schon da dachte ich, dass die beiden das nicht packen würden. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, dass sie mit dieser Krise doch klarkommen. Später erlebt dann Lulu ein ganz böses Erwachen! Und auch wenn das somit ausgewogen ist, es wirkte auf mich auch ein wenig erzwungen. Ich hätte das eigentlich nicht noch gebraucht und wäre schon früher mit einem glücklichen Pärchen zufrieden gewesen 😉 Doch es gibt diese Wendung nun einmal und immerhin führt sie zu einem wirklich schönen Ende, das vielversprechend für die beiden ist und Hoffnung macht.

Ben und Lulu unterhalten sich in Chats und Kurznachrichten. Das sieht man den Seiten des Buches auch an. Mir hat das so gefallen mit den Icons, den Trennlinien und Smilies hier und da. Sowas liest sich einfach runter wie nix! Und es ist mal etwas anderes.

Ich mag keine Füße! Davon abgesehen gefällt mir das Cover aber gut. Schön hell mit fröhlichen Farben und einem Titel, der sofort neugierig macht. In den Inneklappen der vorderen Broschur kann man schon mal probelesen, was einen im Buch erwartet.

Fazit:  Ich muss leider sagen, dass ich mir von diesem Buch mehr versprochen hätte. Obwohl mir die Idee einer so modernen Liebesgeschichte im WWW durchaus gefällt. Ich hab‘ meinen Freund auch aus dem Netz gfischt ;), das ist heutzutage sicher etwas völlig normales für die junge Leserschaft. Es gab viele Details, die ich einfach süß fand und speziell als Lulu und Ben merken, dass da mehr ist, wurde es doch schön kribbelig. Allerdings hatte ich große Probleme mit den unausgewogenen und oft wenig glaubhaft gestrickten Hauptcharakteren. Das hat mir die Freude an der Geschichte dann doch ziemlich getrübt.


Titel: Im Pyjama um halb vier
Autor: Gabriella Engelmann
Seiten: 237
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401067933
Preis: € 12,99 (Broschiert)

amazonbutton

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: