«

»

Apr 21

Rezension – Department 19 – Die Mission (Will Hill)

department19Jamies Leben wird nie wieder dasselbe sein. Sein Vater tot, seine Mutter vermisst und er selbst von einem Hünen namens Frankenstein entführt – an einen Ort wie aus einem Science-Fiction-Film. Hier residiert die geheimste Organisation der britischen Regierung: das Department 19. Verantwortlich für die Bekämpfung des Übernatürlichen. Gegründet vor über einem Jahrhundert von niemand Geringerem als Abraham van Helsing, dem Erzfeind des Grafen Dracula.  Mit der Hilfe von Frankensteins Monster, einem schaurig-schönen Vampirmädchen mit ganz eigenen Absichten und den Mitgliedern der Organisation muss Jamie nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch seine Mutter vor einem grauenvollen, übermächtigen Vampir retten – während etwas viel Älteres sich regt, das selbst das Department 19 nicht bezwingen kann.

Bei diesem Buch war es ganz klar die Optik, die mich sofort aufmerksam werden ließ. Die Passage „vor über einem Jahrhundert“ habe ich da geflissentlich verdrängt, denn eigentlich hätte sie das Buch gleich wieder disqualifiziert.
Ich bin inzwischen aber froh, dass die Verdrängung in dem Moment so gut funktionert hat. Mir hat das Buch zwar nicht so richtig gefallen, aber daran ist ganz klar nicht die Geschichte an sich Schuld!
Die steckt durchaus voller sehr reizvoller, interessanter und heutzutage erfrischend anmutender Ideen. In erster Linie war das für mich diese Mischung der Charaktere. Hier sind mit zB Jamie und seiner Mutter ganz normale Menschen mit von der Partie, es mischen aber ebenso viele erdachte Gestalten mit wie Frankenstein und Abraham van Helsing, und man stößt auch auf reale historische Personen wie Bram Stoker, und natürlich auf Vampire! Erfreulicherweise Vampire vom alten Schlag, die auf’s Morden und Bluttrinken aus sind, und die ein Pflock im Herz ganz gut kleidet.
Durch diese Kombination aus so vielen verschiedenen Charakteren und Wesen ergibt sich recht zwangsläufig auch eine Mischung der Zeiten. Sicher, die Story spielt zum größten Teil im Hier und Heute, aber Gestalten aus solch alten Geschichten bringen eben auch das Flair ihrer Zeit mit ein. Das ist leicht exotisch, passt aber erstaunlich gut. Und hat es mir leichter gemacht, mich mit dieser Spur Altertümlichkeit abzufinden.
Gefallen hat mir auch, dass man hier trotz jugendlicher Hauptperson einen Roman vor der Nase hat, der sich ganz klar an ältere bzw erwachsene Leser richtet. Jedenfalls mal Gewalt und Brutalität angeht. Hier wird mit modernsten Waffen gekämpft, hier werden Vampire gepfählt, hier spritzt alle paar Seiten literweise das Blut und gerade Hauptperson Jamie wird ganz, ganz übel mitgespielt. Das führt zudem unweigerlich zu einer düsteren und bedrohlich Atmosphäre, die über der gesamten Handlung liegt.
Soweit, so gut! Sollte jemand mal auf die Idee kommen, dieses Buch zu verfilmen, dann stehe ich ganz sicher in der Schlange an der Kinokassen. Denn auf der Leinwand gibt es den größten Haken, den das Buch für mich hatte, ganz klar nicht. Denn da sehe ich sofort alles: wer wie aussieht, wo es wie aussieht, wie die Waffen funktionieren und wirken…eben alles, was ich mir im Buch erstmal schildern und erklären lassen muss. Durch diese beschreibenden und erklärenden Passagen habe ich mich immer wieder ganz schön gequält und hätte sie eigentlich liebend gern übersprungen. Ab einem gewissen Maß langweilt und nervt mich das einfach, und nimmt oft auch das Tempo aus der jeweiligen Passage.
Und vielleicht wäre mir sogar Jamie im Film einen Zacken sympathischer. Im Buch konnte ich mit ihm nicht viel anfangen. Da kehrte er mir zu oft den gerade mal Verzehnjährigen Großkotz raus, während er ein paar Seiten später wieder typisch teeniebockig und kindisch ist.

Ich habe vergleichsweise lange für das Buch gebraucht, weil mich gewisse Teile ganz ordentlich gequält haben. Das ist schade, denn sonst steckt die Geschichte wirklich voller Tempo und Action. Dafür lockern die „Kapitel“ ein wenig auf, die vor über einhundert Jahren spielen. Und dadurch, dass die Kapitel nicht gerade kurz sind, hat man mit einem Kapitel schon einen guten Schritt voran in der Geschichte geschafft.

Wie erwähnt war ich vom Look der Buchs sofort angetan. Obwohl solch altmodische Darstellung sonst ganz und gar nicht mein Ding sind. Aber daurch, dass man die Gestalten auf dem vorderen und hinteren Deckel nur von hinten sieht, wirkt es schon geheimnisvoll. Die Kapitel, die im vorigen Jahrhundert spielen, fallen durch einen besonderen Druck auf. Sie sehen aus wie auf altem Pergamnt gedruckt.

Fazit: Eine spannende Geschichte voller Ideen, die eine innovative Mischung ergeben. Daran gibt es keinen Zweifel. Die Mischung aus Moderne, Historischem und Fiktionalem geht hier völlig auf. Im Kino wäre das genau mein Ding! Mich haben die zahlreichen schildernden Passagen aber ganz schön genervt und gelangweilt, so dass das Buch trotzdem nicht den besten Eindruck hinterlassen hat. Ich werde Teil 2 aber sicher lesen. Alleine in der Hoffnung, Vieles ja nun schon zu kennen und mir nicht mehr alles lang und breit erklären lassen zu müssen. Mal schauen!

Vielen Dank an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Department 19 – Die Mission
Autor: Will Hill
Seiten: 490
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3785760802
Preis: € 14,99 (HC)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: