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Mai 06

Rezension – Mein Sommer nebenan (Huntley Fitzpatrick)

sommernebenanSamantha Reed liebt die Garretts heiß und innig – doch nur aus der Ferne. Die 10-köpfige Nachbarsfamilie ist tabu, denn die Garretts sind alles, was Samanthas Mutter verabscheut: chaotisch, bunt und lebensfroh. Aber eines schönen Sommerabends erklimmt der 17-jährige Jase Garrett Samanthas Dachvorsprung und stellt ihr Leben auf den Kopf. Sie verliebt sich mit Haut und Haaren und wird von den Garretts mit offenen Armen aufgenommen. Eine Zeitlang gelingt es Samantha, ihr neues Leben vor der Mutter geheim zu halten. Doch als ein Autounfall die Garretts aus der Bahn wirft , muss Samantha eine schwere Entscheidung treffen.

Liebesgeschichten trifft man auf meinem Blog eher selten an, aber dann und wann hopst eben doch eine auf den Wunschzettel. So wie „Mein Sommer nebenan“, bei dem alleine der Klappentext etwas an sich hatte, das mich sofort auf eine schöne und romantische Geschichte hoffen ließ.
Ganz am Anfang sah es allerdings noch nicht so aus als könnte das Buch 100%ig etwas für mich sein. Denn hier lernt man natürlich zunächst Samantha und ihre Familie kennen. Ich fürchtete erstens, Samantha könnte eine reiche und verwöhnte Zicke sein. Zweitens wird schnell angesprochen, dass ihre Mutter sich politisch in der Stadt engagiert und einen hohen Posten anstrebt, und Politik ist nun wirklich nichts, wofür ich mich groß interessiere. Da hatte ich schon Angst, dass mir dieses Thema bald zuviel werden würde.
Doch mit dem ersten Blick hinüber zu den Garretts waren alle meine Bedenken im Nu dahin. Denn diese chaotische Familie mochte ich sofort. Von den liebenswerten Eltern, über die ruppig wirkende älteste Tochter bis hin zur kleinen Bangebüx Harry. Und Jase, in den sich Samantha rettungslos verliebt, mochte ich ebenfalls total gerne.
Kaum dass Samantha und er sich richtig kennenlernten, konnte ich dann auch meine Angst, Sam könnte eine reiche Zicke sein, in den Wind schlagen. Sie ist einfach ein richtig nettes Mädel mit einem pfiffigen Funken Humor, das in ihrem eigenen Haus nur keine Chance hat, das zu zeigen. Wenn sie mit Jase und / oder seiner Familie zusammen ist, dann zeigt sie es dafür umso mehr, und so mochte ich sie schnell richtig gerne.
Die Liebesgeschichte der beiden fand ich so richtig schön. Sie ist süß und manchmal romantisch, aber niemals triefend kitschig. Sie hat ihre fröhlichen, spaßigen Zeiten, aber es gibt auch ernsthafte Momente. Speziell als den Garrets ein großes Unglück widerfährt. Zudem spielt die Geschichte im Sommer, und ich finde diese sommerliche und leichte Ferienatmosphäre kommt hier sehr gut rüber. Der Sommer ist nun mal eine der schönsten Jahreszeiten, in denen eine Lovestory spielen kann.
Natürlich gehört zu einer solchen Geschichte immer auch ein dramatischer Höhepunkt, bei dem die Liebe plötzlich auf eine harte Probe gestellt wird. Hier ist es der Unfall von Jase Vater, der ihn auf die Intensivstation bringt und die übrige Familie in vielerlei Hinsicht fordert. Das nimmt natürlich auch Jase sehr mit. Und Sam leidet nicht nur mit ihm, sondern schleppt noch ein schreckliches Geheimnis um den Unfall mit sich herum. Zudem bekommt sie zunehmend Probleme mit ihrer Freundin Nan. Auf beiden lastet also großer Druck und so kommt schließlich der Moment, an dem sie ihre Liebe infrage stellen und meinen, keine Kraft mehr dafür zu haben.
Ich habe besonders mit Samantha gelitten und immer nur gehofft, dass sich alles wieder beruhigen und die beiden wieder glücklich sein würden. So ganz konnte ich zwar nicht glauben, dass es kein Happyend geben würde, aber genau weiß man das natürlich nie. Anlass für Zweifel gibt es hier genügend.
Meine anfängliche Sorge, mich könnte das Thema Politik hier irgendwann langweilen, war unbegründet. Es spielt zwar immer eine Rolle, vor allem als es um den Unfall geht, aber es wird nicht allzu sehr in die Tiefe gegangen. Man weiß, dass Sams Mutter Höheres anstrebt, erfährt auch von Wahlkampfveranstaltungen  und oft unaluteren Strategien um ans Ziel zu kommen, doch tiefer taucht die Geschichte in dieser Hinsicht nicht ein. Für mich war das so genau richtig.
Mein Liebling neben Sam und Jase war ganz klar Tim, der drogensüchtige und versoffene Bruder von Sams bester Freundin. Auch wenn mir solche Figuren eher nicht liegen, so mochte ich ihn doch vor allem wegen seiner frechen und witzige Sprüche. Ich weiß nicht, wieso Huntley Fitzpatrick ihn so charakterisiert hat (vielleicht um einen Schuss Moral und Anspruch reinzubringen?), denn eigentlich hätte es das nicht gebraucht. Er hätte sicher auch von Anfang an einfach ein netter und frecher Kerl sein können. Ich hätte ihn deswegen sicher nicht weniger gemocht.

Ich hatte das Buch nach wenigen Abenden ausgelesen. Sam hat eine lockere und witzige Art zu erzählen. So etwas liest sich immer gut und vergnüglich. Die Kapitel haben eine schöne Länge, nicht zu kurz und nicht zu lang, da kann es schnell passieren, dass man getreu der Devise „ach, eines noch…“ plötzlich einen guten Schritt im Buch vorangekommen ist. Ich wollte mehrmals eine Pause machen und in der jeweiligen Nacht noch genug Schlaf zu bekommen, konnte es dann aber doch nicht aus der Hand legen.

Das Covermotiv gefällt mir sehr gut! Schön hell und freundlich, und es verspricht -wie ich finde- genau solch eine schöne Liebesgeschichte, wie man sie zwischen den Deckeln dann auch antrifft. Ich finde allerdings auch, dass die beiden auf dem Ast deutlich älter wirken als es Jase und Sam sind. Das ist etwas schade.

Fazit:  Einfach eine schöne Teenie-Lovestory, die in Sachen „Liebesgeschichte“ zwar nach dem altbewährten Schema (große Liebe, großes Drama, großes Bangen) verläuft, dafür aber so voller sommerlicher Atmosphäre steckt und so hinreißend romantisch ist (ohne zu verkitschen), dass mich das überhaupt nicht gestört hat. Die ideale Sommer- und Urlaubslektüre!

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttesterprogrammes!


Titel: Mein Sommer nebenan
Autor: Huntley Fitzpatrick
Seiten: 512
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570155721
Preis: € 16,99

1 Kommentar

  1. Jennifer

    Ich lese das Buch gerade und finde es einfach super, passend zum Wetter 🙂 Ich hab übrigens auch dieses Exemplar von Vine 😉 Mir persönlich gefällt dieses Cover aber viel besser 🙂

    Liebe Grüße
    Jennifer

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