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Mai 18

Rezension – Sturmherz (Britta Strauß)

sturmherzMaris Sehnsucht nach dem Meer wächst von Tag zu Tag. Immer wieder träumt sie sich in eine Welt voller Wunder und Freiheit, bis sie in einer eisigen Winternacht erkennt, welche Geheimnisse der Ozean tatsächlich verbirgt. Man sagt, es gäbe Seehunde, die ihre Tiergestalt ablegen und zu Menschen werden. Man sagt, sie seien ebenso kaltherzig wie verführerisch. Nur ein Märchen für kalte Winterabende? Während Mari die Wahrheit hinter einer uralten Legende aufdeckt, entspinnt sich eine Liebesgeschichte, wie sie magischer nicht sein könnte. Doch die Gier eines gnadenlosen Feindes droht alles zu zerstören.

Genau wie „Wild“ zog auch dieses Buch durch sein wunderschönes Cover meine Aufmerksamkeit auf sich. Und auch die Inhaltsangabe klang verheißungsvoll. Auch wenn Romantasy nur noch selten meinen Geschmack trifft. Doch genau wie Mari liebe ich das Meer. Und Menschen, die sich in Seehunde verwandeln können -die sogenannten Sekies- waren mir bisher in diesem Genre noch nicht begegnet. Endlich mal frische übersinnliche Wesen!
Anfangs habe ich mich mit der Geschichte allerdings etwas schwer getan. Mari und ihr Vater, die recht einsam auf den Orkneys leben und darunter leiden von Frau bzw Mutter verlassen worden zu sein. Ihre Geldsorgen. Maris traurige Sehnsucht nach dem Meer. Und nicht zuletzt das ewig triste Wetter. Über der gesamten Handlung lag zunächst eine sehr trübsinnige und düstere Stimmung, und mir sind fröhliche Geschichten eben einfach lieber. Sie lesen sich leichter und vergnüglicher.
Deshalb war es für mich als ginge in der Geschichte die Sonne auf als Louan auftauchte. Mari und er verlieben sich ineinander. Ein Menschenmädchen und ein Selkie, und trotzdem ist es doch so eine normale Liebe. Mit allen Sorgen und Nöten, die dazu gehören. Mit Spass und gemeinsamen Unternehungen. Manchmal romantisch, manchmal wild, eben einfach eine wunderschöne Mischung, die einen mitreißt.
Mit Louan kommt Leben und Aufregung in Maris Leben, und das ist ausgesprochen unterhaltsam zu lesen. Einige Szenen ihre gemeinsamenUnternehmungen sind einfach nur beeindruckend und laden zu träumen ein. Was mag das zB für ein Gefühl und Erlebnis sein im offenen Meer auf einem Orca zu reiten. Wahnsinn!
Meinetwegen hätte dieses Glück bis zur letzten Seite halten können. Aber irgendein Problem taucht in solchen Bücher ja doch immer auf. Hier sind es gleich zwei. Wissenschaftler machen Jagd auf Louan. Und ein Rivale aus längst vergangener Zeit ebenfalls. Die Geschichte um diesen Rivalen war nicht so mein Fall, da die Hintergründe zu weit in die Vergangenheit führten.
Dafür habe ich bei der Jagd der Wissenschaftler und ihren entsetzlichen Taten umso mehr mitgefiebert. Am liebsten hätte ich sie ja jämmerlich im Ozean ersaufen sehen. Grausam ist vor allem die Vorstellung, dass es wohl genauso ablaufen würde, würde jemand tatsächlich ein Wesen wie einen Selkie entdecken und gefangennehmen. Da kann man über den Menschen und sein Tun einfach nur den Kopf schütteln.
Natürlich hat man hier genauso Gelegenheit mit Mari mitzufühlen und zu leiden. Wobei ich fand, dass sie sich dank Louan gemausert hatte. Ich habe sie oft für ihre Beharrlichkeit und Energie trotz der aufwegslos wirkenden Situation bewundert.
Der Kampf um ihre und Louans Liebe ist also gleich in verschiedener Hinsicht spannden.
Das Ende hält dann noch eine Erkenntnis bereit, die ich zwar bereits geahnt hatte, die mich in diesem Moment aber dennoch berührt und gefreut hat. So ist der Ende gleichzeitig schön, traurig und hoffnungsvoll. Das muss eine Geschichte erstmal schaffen!

Mari erzählt die Geschichte selbst. Entsprechend ist der Stil recht jugendlich und lässt sich gut lesen. Die zahlreichen beschreibenden Passagen haben mich allerdings ab und zu ausgebremst. So etwas ist ja nicht gerade Meins. Das liest sich dann nicht mehr so flott, aber es lohnt sich, sich die Zeit dafür zu nehmen. Denn sie zaubern einem so anschauliche und wild-romantische Bilder der Szenerie  vor Augen, dass ich nach dem Lesen neugierig nach den Orkneys gegoogelt habe.

Sollte ich dieses Jahr „das schönste Cover 2013“ küren, wäre das von „Sturmherz“ ganz vorne mit dabei. So schön düster in Schwarz und diesem tiefen Blau. Und dann die wilde Landschaft im Hintergrund und das Mädchen mit dem windzerzausten Haar und der ungewöhnlichen Augenfarbe…einfach traumhaft schön. Und so passend zur Geschichte.

Fazit:  Mir hat „Sturmherz“ sehr gut gefallen. Eine Geschichte um eine wild-romantische Liebe, die mit einem erfrischend neuen übersinnlichen Wesen punkten kann und mit erschreckend realistischen Gefahren für Spannung sorgt. Die zwar oft rauhe, aber doch wunderschöne Szenerie lädt zum Träumen ein und zeigt einem eine Gegend, von der ich bis zu diesem Buch kaum etwas wusste. Danke für’s Zeigen und einige schöne Lesestunden.

Vielen Dank an den Drachenmond Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Sturmherz
Autor: Britta Strauß
Seiten: 352
Verlag: Drachenmond Verlag
ISBN: 978-3931989774
Preis: 14,90 (Broschiert)

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