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Mai 27

Rezension – Tote essen kein Fastfood (Karin Baron)

totefastfoodSylt. Ausgerechnet! Gegen eine Insel weiter südlich hätte die 16-jährige Fanny nichts einzuwenden gehabt. Aber Sylt, dieser sandige Haken in der Nordsee – garantiert ständig unter einer fetten Regenwolke und garantiert völlig öde. Doch dann werden Ferien auf der Insel alles andere als langweilig: Fanny macht unfreiwillig Bekanntschaft mit der Sylter Bunkerwelt und mit Jan, dem Jungen vom Strand. Gemeinsam machen sie sich auf die Spur nach einem verschwundenen Mädchen.

Ich hatte wohl so eine Phase mit Büchern, die an Urlaub erinnern. Nach den Bergen in „Alpenglühen für Anfänger“ nun also Sylt. Erst eine Liebesgeschichte,, nun ein Krimi für Jugendliche. Allerdings konnte er mir Sylt nicht ganz so schmackhaft machen, wie das „Alpenglühen“ die Berge. Die Insel wird zwar schön beschrieben was die Landschaft, das Meer, den Strand anbetrifft, doch spielen auch die Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg eine Rolle, die die Insel unterkellern. Das war mir zwar neu, aber diese Zeit ist keine, von der ich in Büchern gerne lese. Zum Glück für mich wurde dieses Thema aber nicht großartig weiter vertieft.
Hauptthema ist vielmehr ein verschwundenes Mädchen, seltsame Vorkommnisse auf der Insel und natürlich Fanny, die wortwörtlich in das sonderbare Geschehen hineinstolpert. Durch Radio- und Zeitungsmeldungen sowie Briefe des verschwundenen Mädchens ist man als Leser Fanny zwar immer einen Schritt voraus, aber ich fand es doch ganz spannend was sie, Ferienfreund Jan und angehende Stiefschwester Frida alles entdecken und herausfinden.
Bei ihren Nachforschungen geraten sie mehrmals in gefährliche Situationen. Einmal sogar in echte Lebensgefahr. Da kann es dann passieren, dass man sich tatsächlich dabei erwischt, wie man Fingernägel knabbert.
Und auch wenn man den Freunden etwas voraus ist, hat man noch lange nicht die Lösung in der Hand. Die Puzzlestücke ergeben erst nach und nach ein Bild. Und die letzten verbleibenden Stücke werden dann auch noch mal kräftig durchgemischt. So erlebt man hier noch die eine oder andere Überraschung.
Die Charaktere haben mir durch die Bank prima gefallen. Fanny mit ihrem lockeren Mundwerk, der nette Jan, der ihr darin in nichts nachsteht, und natürlich Fannys angehende Stiefschwester, die 10jährige Frida. Genau wie Fanny hatte ich zunächst Sorge, mir würde da nun eine kleine Prinzessin mit unschlagbarem Nervfaktor geboten. Was war ich froh als ich Frida dann als äußerst aufgewecktes und mutiges bis leichtsinniges Kind kennenlernte, das nur allzu gut weiß, was sie will. Die Erwachsenen spielen hier eher eine nebensächliche Rolle, doch auch Fannys Vater und Fridas Mutter konnten mich mit ihrer recht lockeren Art Eltern zu sein schnell begeistern.Wie es sich für ein Jugendbuch schon fast gehört, gibt es dazu noch eine kleine Lovestory, die mir dank der beiden humorvollen Charaktere wirklich gut gefallen hat und die nie kitschig, sondern immer glaubhaft wirkt.

Fanny erzählt die Geschichte selber und sie hat einen tollen Sinn für Humor: oft sarkastisch und schwarzhumorig. Außerdem trifft sie genau einen authentischen jugendlichen Ton. Das liest sich leicht, da darf häufig gelacht werden…solche Bücher habe ich meist sehr schnell ausgelesen. So auch hier Für mich ist diese Erzählperspektive seit je her die, die ich am liebsten lese.

Ich mag keine Füße! Davon abgesehen gefällt mir das Cover, und immerhin sind diese Füße mit den grünen Zehennägeln und in den Flipflops ein Hingucker. Mir gefällt dieses Motiv vor allem wegen der ausgefallenen Perspektive. Man sieht, wie wohl Fanny nur einen Schritt davon entfernt ist in ein Erdloch zu fallen, aber man kann eben auch sehen, wie es in diesem Loch aussieht. Und dieses finstere Loch mit der alten Mauer und der rostigen Leiter sind schon ein feines Element für ein Krimicover.

Fazit:   Der Exkurs in die Nazizeit hätte für mich nicht sein müssen. Aber ich weiß schon, dass es zu den Bunkern eine Erklärung braucht. Deshalb geht das in Ordnung, zumal es nicht mehr als nötig vertieft wird. Davon abgesehen ist „Tote essen kein Fastfood“ ein spannender Jugendkrimi vor Ferienkulisse, der jugendlich frech und witzig erzählt wird. Urlaub auf Sylt geplant und -genau wie Fanny- vielleicht wenig begeistert darüber? Dann gehört dieser Roman in’s Gepäck!

Danke an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eine Rezensionsexemplares!


Titel: Tote essen kein Fastfood
Autor: Karin Baron
Seiten:  220
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440130582
Preis: 9,99 (TB)

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