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Jun 05

Rezension – Nixenjagd (Susanne Mischke)

nixenjagdBei einem mitternächtlichen Badeausflug zum See, kippt die ausgelassene Stimmung, als plötzlich eine aus der Clique fehlt: Katrin war hinausgeschwommen und nicht zurückgekehrt. Ein Badeunfall? Franziska, Katrins beste Freundin, kann das nicht glauben. Doch auf der Suche nach einer Erklärung, gerät sie selbst in Gefahr und muss bald feststellen, dass sie niemandem trauen kann – nicht einmal sich selbst.

Meine Phase mit Büchern, die als ideale Urlaubslektüre durchgehen, ging mit diesem Arena Thriller in die dritte Runde. Bei einem Thriller mag das erstaunlich kklingen, aber was spricht denn gegen einen eiskalten Killer unter heißer Sommersonne? Eben! 😉
Wie schon hier und da erwähnt, bin ich im Wasser wahrlich kein Held. Ich traue meinen eigenen Kräften nicht und daher ist Schwimmen etwas, das bei mir per se schon ein gewisses Unwohlsein auslöst. Erst recht in einem Waldsee und bei Nacht, wie die Kids es in dieser Geschichte tun. So schön und romantisch das klingt, mir wäre es unheimlich und zu gefährlich. Dass es gefährlich sein kann, das erfahren Franziska und ihre Schulfreunde hier auf die ganz harte Tour. Katrin, Franziskas beste Freundin, eigentlich eine super Schwimmerin, kehrt nicht aus dem See zurück. Später wird dann ihre Leiche gefunden. Was kann da nur geschehen sein? Franziska versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.
Ich fand „Nixenjagd“ sehr spannend und habe es in einem Rutsch gelesen. Damit ist einmal mehr bewiesen, dass auch Jugendthriller so spannend sein können, dass man sie einfach nicht aus der Hand legen kann. Ich habe Franziska jedenfalls gerne bei ihren Nachforschungen begleitet. Vor allem, weil man hier einen gewissen Kreis an Verdächtigen hat, die mit Katrins Tod zu tun haben könnten. Somit kann man gut selber knobeln, wer vielleicht dahinter steckt. So etwas mag ich. Es dauert allerdings nicht lange, dann gerät ausgerechnet Paul in Verdacht. Wenn auch nicht sofort bei Franziska, aber als Leser nimmt man diese Fährte schnell auf. Er benimmt sich oft auch ausgesprochen seltsam, und so spricht dann doch einiges für bzw gegen ihn. Das ist umso schlimmer, weil Franziska ziemlich verschossen in Paul ist. Ich mochte Franziska mit ihrer netten und manchmal lustigen Art gerne und hätte ihr einen unverdächtigen Freund und eine erste Liebe mit vielen rosa Wolken gegönnt.
Allerdings gibt es noch eine weitere Person, der man eine solche Tat zutrauen würde. Ihre Chrakaterisierung ist ganz in diese Richtung ausgelegt. Man muss sie einfach verdächtigen. Ich schätze, da kommt kein Leser dran vorbei. Es passt halt alles so gut. Trotzdem war ich ab und zu unsicher. Konnte es sein, dass es Susanne Mischke einem so leicht macht? Eigentlich nicht. Oder vielleicht doch? Ich mag es, wenn man bei einem Thriller oder Krimi so beständig im Ungewissen gelassen wird. Ich war mir wirklich bis zum Ende hin nicht sicher, was ich glauben sollte.
Dass diese Person für Franziska nicht so verdächtig ist, das liegt vor allem daran, dass sie mit ihr weniger zu tun hat als der Leser. Denn die Geschichte fährt zweigleisig. Man begleitet zwar meistens Franziska, aber es gibt immer wieder Passagen, in denen man mit der Polizei, mit Kommissarin Petra Gerres, unterwegs ist. Bei Ermittlungen, im Gespräch mit dem Gerichtsmediziner oder einem Psychiater. Da fällt der Name besagter Person häufiger, und auch hier passt alles bombis zusammen. Wie gesagt, der Verdacht keimt so schnell in einem, dass man sich gar nicht wehren kann. Mir haben diese Passagen außerdem gefallen, weil sie die Geschichte ein Stück erwachsener wirken lassen.
Franziskas Verliebtheit in Paul spielt hier eine wesentliche Rolle. Um eine Liebesgeschichte kommt man in diesem Thriller also nicht herum.  Sie ist aber auch notwendig, um Franziskas Dilemma zu begreifen. Und sie stellt gleich mehrere Hauptverdächtige! Daher habe ich Franziskas Launen gut verstehen können, während ich ja sonst kein Fan von viel Liebes-Hin-und-Her bin. In ihrer Situation wäre jeder unsicher, denn da gibt es diese einfach schönen und romantischen Momente der ersten großen Liebe, dann wieder jagt ihr ihr Schwarm fürchterliche Angst ein. Die Lovestory ist hier also nicht nur Würze, sondern Mittel zum Zweck.
Scheinbar auch um etwas sommerliche Atmosphäre reinzubringen. Davon hat die Geschichte für einen Thriller erstaunlich viel an sich. Mir hat’s gefallen. Wer liest nicht gerne über eine Sommerliebe, Spaziergänge im Wald, Eisessen und Baden im See? Und gerade in diesem Frühljahr können wir doch für jeden Hauch Frühling und Sommer dankbar sein! Und wie man an „Nixenjagd“ sehen kann, spricht nichts dagegen, einen Thriller zu dieser Jahreszeit spielen zu lassen.

Wie schon geschrieben, habe ich das Buch an einem Abend gelesen. Erstens weil es so spannend war und ich unbedingt wissen wollte, ob mein Verdacht richtig ist, oder ob ich auf dem Holzweg war. Zweitens aber auch, weil die Geschichte so herrlich locker erzählt wird. Der Ton ist angemessen jugendlich und es gibt viele Dialoge, die sich ohnehin flotter lesen lassen als erzählende Passagen. Die gute Prise Humor in diesen Dialogen hat das Übrige dazugetan. Und die Kapitel sind oft so appetitlich kurz, dass man sich halt doch noch schnell mindestens eines vornimmt. Auch wenn es schon spät ist und man eigentlich schon schlafen sollte 😉

Das seegrüne Cover steht der Geschichte ausgezeichnet. Und den silbrigen Fischschwanz finde ich im Hinblick auf den Titel ebenfalls passend und auch ein wenig witzig. Und niedlich natürlich, klar!

Fazit:  Ein spannender Jugendthriller und die ideale Urlaubslektüre. Für kalte Gänsehautschauer unter warmer Sommersonne.


Titel: Nixenjagd
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 194
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401060880
Preis: € 8,99 (Broschiert)

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