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Jul 27

Rezension – Spuk laß nach! (Othmar Franz Lang)

spuklassnachZwei witzige Spuk-Romane: In dem einen soll endlich das Geheimnis von Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness, gelüftet werden.
In dem anderen gibt es viele originelle Mittel zur Gespensterbekämpfung. Empfehlenswert für jeden, da niemand vor Gespenster ganz sicher sein kann.

Als Kind habe ich Othmar Franz Langs Doppelband „Alles was Flügel hat spukt“ begeistert gelesen. Wie oft, das weiß ich gar nicht mehr. Deshalb war dieser Doppelband jetzt der Fund der Tages auf dem Trödelmarkt!
Er enthält zwei Geschichten. Die erste heißt „Nessie und die Geister der MacLachlan“. Hier gab es für mich ein Wiedersehen mit Cedric und Goody, die ich früher schon total mochte Ich denke aber auch, dass Leser, die die beiden hier zum ersten Mal treffen, schnell begeistert von ihnen sein werden und sie im Nu ins Herz schließen. Die beiden sind aufgeweckt, clever und mutig. Dann und wann gibt es aber auch Ereignisse, wo ihnen das Herz in die Hose rutscht. Das macht die beiden glaubhafter.
Wobei ich mich da bei Goody schon etwas gewundert habe, denn sie hatte ich aus dem anderen Doppelband noch eine Spur mutiger in Erinnerung als sie es hier manchmal ist.
Ihre Suche nach Nessie ist ganz spannend. Immer wieder gibt es Hinweise auf das Ungeheuer, viele Leute wissen etwas darüber zu erzählen, da fragt man sich schnell, ob es Cedric und Goody gelingen wird, hinter das Geheimnis zu kommen. Die Suche ist vor allem aber auch mit vielen witzigen Charakteren und Situationen gespickt. Über die ewig streitenden Gastgeber der Kinder habe ich oft gegrinst und über die Geistererscheinungen in deren Haus ebenso. Wirklich gruselig geht es hier also nicht zu! Allerdings war mir irgendwann klar, was hinter Nessie steckt und ich habe mich gewundert, dass ich das nicht früher geblickt habe. Ich denke aber, Kinder wird das Ende auf jeden Fall überraschen können. Und falls auch sie es ahnen, können sie zumindest stolz auf sich sein.
Die zweite Geschichte trägt den Titel „Wo gibt’s heute noch Gespenster?“.
Hier geht es um eine kleine Familie, die in eine neue Stadt und in ein als ziemlich unheimlich verrufenes Haus zieht. Schon bald geht dort geistermäßig mächtig die Post ab, was aber weniger erschreckend als viel mehr lustig ist. Familie Mulford beschließt, sich nicht vertreiben zu lassen. Damit geht es dann so richtig los!
Die Familie kam mir zunächst etwas eingebildet vor, sodass ich Zweifel hatte, ob ich mich an sie so gut gewöhnen würde wie an Cedric und Goody. Doch nach und nach habe ich mich prima mit ihnen angefreundet. Genauso wie mit einigen anderen Einwohnern der Stadt, die alle auf ihre Art etwas schräg, aber sympathisch sind. Ich war die ganze Zeit neugierig, ob es mit vereinten Kräften gelingen würde, die Geister zu vertreiben. Ausgefallene Ideen haben die Mulfords und Co. jedenfalls genug. So hat man also auch hier immer wieder Gelegenheit zum Schmunzeln. Die genialste Idee war für mich das Ookifinooki, dieses tennisballgroße, flauschige, verfressene Viech, das Geisteranwesenheit mit einem erbärmlichen Gestank anzeigt. Wo bitte bekommt man ein solches Oookifinooki? Wo ist hier der nächste Züchter?

Ich mag es, wie Othmar Franz Lang seine Geschichten erzählt. Speziell diesen gewitzten Humor, der sich durch diese Geschichten zieht. Sie lassen sich leicht und sehr vergnüglich lesen, wie ich es mir für Kinderbücher vorstelle. Sie sind aber keinesfalls kindisch geschrieben und immer mal wieder gibt es Sätze und / oder Szenen, an denen auch ältere Leser gewiss ihren Spass haben werden.

Bitte nicht vom pink-roten Look des Buches abschrecken lassen. Es ist für Jungs und Mädchen gleichermaßen geeignet, da in beiden Geschichte ebenfalls Jungs und Mädchen mitspielen. Die dargestellte Szene dürfte aus „Wo gibt’s heute noch Gespenster?“ stammen. Es wird zwar ein Gespenst gezeigt, aber so wirklich erschrocken schauen die drei Leutchen nicht aus. Verbüfft, aber nicht erschrocken. Schon daran kann man sehen, dass man zwischen den Deckeln des Buches nicht das pure Grauen zu erwarten hat.

Fazit:   Da ich Cedric und Goody länger kenne, hat mir die Geschichte um Nessie einen Tacken besser gefallen. Aber auch „Wo gibt’s heute noch Gespenster“ habe ich nach anfänglichen Zweifeln gern und mit Vergnügen gelesen. Kindgerecht dezenter Grusel, Spannung und Spass zeichnen diese beiden Geschichten aus. Ich kann sie nur empfehlen!


Titel: Spuk laß nach!
Autor: Othmar Franz Lang
Seiten: 298
Verlag: Tosa Verlag Wien
ISBN: 978-3850012713
Preis: ab € 0,01

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  1. Lesemonat Juni & Lieblingsbuch des Monats | Leserattes Blog

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