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Aug 05

Rezension – Der 13. Gast (Rhiannon Lassiter)

13gastEin Mädchen auf der Suche nach ihrem eigenen Mörder

Als Eva Chance an der großen Festtafel zu ihrem Geburtstag Platz nehmen will, merkt sie, dass für sie kein Gedeck aufgetragen wurde. Niemand vermisst sie, die Feier findet ohne sie statt. Denn sie ist tot. Sie hat es in ihrer Einsamkeit nur noch gar nicht bemerkt.

Dies ist auch solch ein Buch von dem ich dachte, dass es 100%ig mein Ding ist.
Da war die Überraschung groß, dass wir es zunächst gar nicht leicht miteinander hatten. Denn Evas Erkenntnis zu Beginn war für mich keine große Überraschung. Wie auch? Es steht ja bereits im Klappentext! Und vor allem: wie viele Geschichten um Spukhäuser und ruhelose Geister gibt es? Ich kenne da so einige! Da hat mich das hier nicht gerade vom Hocker gehauen. Wobei ich zugeben muss, dass dieses Haus hier wirklich schön schaurig beschrieben wird. Da konnte ich jeden Touristen verstehen, der es besichtigen wollte. Finster, verwinkelt mit unzähligen Räumen, knarrenden Dielen und einem verfallenen Grundstück zu dem sogar eine geheimnisvolle Insel gehört.
Würde ich sofort nehmen! 😉
Das änderte für mich aber halt nichts daran, dass es meine x-te Geisterhausgeschichte war.
Allerdings -und genau deshalb habe ich das Buch nicht abgebrochen- deutete sich irgendwann immer wieder an, dass eine Verbindung zwischen dem Geschehen in der Geisterwelt und dem im Haus besteht. Denn wie ist Eva gestorben? Zudem ereignen sich im Haus weitere sehr reale und gefährliche Unglücke. Und die Geister sehen es überhaupt nicht gerne, dass sie neuerdings von neugierigen Touristen begafft werden sollen, weil Evas Familie aus dem Haus eine Touristenattraktion gemacht hat. Da hatte ich also immer wieder das Gefühl, dass diese Geisterhausgeschichte noch zu einem waschechten Krimi bzw Thriller werden könnte.
Und das stimmte! Liegt das Hauptaugenmerk im ersten Teil des Buches noch auf der Geisterwelt, wendet es sich im zweiten Teil mehr der realen Welt zu. Und trotz Geisterpassagen hatte ich so bald meinen ersehnten Krimi. Dabei hat es mir am besten gefallen, dass man prima mitknobeln kann, wer hinter all den Vorkommnissen steckt, und dass einige Charaktere eine deutliche und angenehme Entwicklung durchlaufen. Plötzlich tat mir der Fatzke vom Anfang leid. Und zwei Personen, die anfangs mehr nebenher liefen, werden plötzlich sehr wichtig. Ein wirklich schöner Verlauf, der sehr gut durchdacht wirkt und mir viel Spass gemacht hat.
Ich rate dazu, das Buch am Abend zu lesen. Mit so wenig Licht wie möglich und absoluter Ruhe im Haus. Da sind Gänsehautschauer garantiert! Versprochen, weil selbst erlebt!

Der erste Teil der Geschichte braucht seine Zeit. Das Haus wird ausführlich beschrieben und Gesprächspartner hat Eva zunächst auch nicht allzu viele. Dieser Teil las sich für mich also eher bedächtig. Man sollte sich diese Zeit aber unbedingt nehmen um sich in Evas Welt und das Haus einzufühlen. Als die Handlung mehr in die wirkliche Welt wechselte, las sie sich für mich schon deutlich flotter, da hier uA auch mehr Dialoge vorzufinden sind.

Das Cover finde ich unheimlich schön mit den düsteren Blautönen, den Totenköpfen in den Verzierungen rundum und mit der geisterhaft leuchtenden Gestalt auf dem Torweg. Da sieht gruselig und wunderschön aus.

Fazit:  Anfangs eine ganz normale Geistergeschichte, später ein sehr spannender Krimi mit Geisterelementen. Mit dieser Wandlung bei der nichts an Atmosphäre verloren geht, hat mich die Geschichte schließlich doch noch auf ganzer Linie überzeugen können. Beeindruckend! Wow!


Titel: Der 13. Gast
Autor: Rhiannon Lassiter
Seiten: 448
Verlag: Fischer Verlage
ISBN: 978-3596854936
Preis: 14,99 (HC)

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