«

»

Aug 14

Rezension – Alisik (01) – Herbst (Hubertus Hufledt)

alisik01Alisik ist ein Mädchen, das nach ihrem Tod zwischen dieser Welt und dem Jenseits strandet, ohne Erinnerung an ihr Leben. Schnell wird ihr klar, dass sie nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, und sie versucht, mehr über ihr Schicksal in Erfahrung zu bringen. Dabei hilft ihr der blinde Ruben, der sie als einziger wahrnehmen und mit ihr sprechen kann. Sie wäre gerne mehr für ihn als eine gute Freundin, aber eine Tote und ein Blinder – wie soll das gehen? Der erste Band einer bittersüßen Liebesgeschichte zwischen Leben und Tod.

Comics und ich sind so eine Sache. Ich finde viele Comics schön anzuschauen und ich verstehe die Faszination, die für viele Leute davon ausgeht, aber als „richtige Geschichten“ gelten sie bei mir irgendwie nicht. Aber ich bin immer mal wieder neugierig und habe „Alisik“ einfach mal mitgenommen als ich eine Lektüre für eine Zugfahrt brauchte. Die Bilder hatten mir bereits beim ersten Durchblättern gefallen und der Rückentext klang nicht verkehrt.
Er verspricht allerdings in gewisser Weise mehr als die Story nachher bietet. Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, soll das aber kein Vorwurf sein. Denn natürlich muss für eine größere Handlung zunächst der Grundstein gelegt werden. Genau das erlebt man in diesem ersten Band. Man erfährt wie es für Alisik war als Untote wieder aufzuwachen, man lernt ihre untoten Freunde kennen, die sicher noch eine Rolle spielen werden, es deutet sich an, dass auf Alisik und ihre Freunde noch schwere Zeiten zukommen werden, und natürlich erlebt man Alisiks erstes Treffen mit dem blinden Ruben, aus dem sich -zumindest von ihrer Seite aus- gerne eine Romanze entwickeln dürfte.
Es ist also durchaus schon einiges los. Mir tat Alisik leid als sie sich plötzlich in der Totenwelt wiederfindet, aber ich war mir auch sehr sicher, dass sie mit ihren Mit-Untoten gute Freunde an der Seite hat. Auch wenn sie ganz schön schräg sind. Das sorgte dann mal für ein Schmunzeln. Und bei Alisiks Einkaufstour habe ich sogar lachen müssen. Insgesamt habe ich mich so gut in ihrer Welt einleben können. Das ist bei einem Reihenstart für mich wichtig.
Die bittersüße Liebesgeschichte steht noch ganz am Anfang, da darf man sich nach dem Rückentext nicht zu viel versprechen. So sehr Alisik schwärmt, Romantik trifft man hier noch nicht an. Was nicht ist, kann natürlich aber noch werden. Wer fällt schon beim ersten oder zweiten Treffen direkt über den anderen her? Mal erst recht, wenn einer lebt und einer tot ist? 😉
Dass auf Alisik, ihre untoten Freunde und ihren Friedhof noch einiges Unheil wartet, wird in Szenen deutlich, die in der Welt der Lebenden spielen. Da ahnt man, dass es in den weiteren Teilen noch spannend werden wird. Jedenfalls wird dafür hier gute Vorarbeit geleistet. Und zum Ende hin werden erste Zusammenhänge offenbart, die sich gut weiterspinnen lassen.
So hat mir Alisik 1 schnell Lust auf die Folgebände gemacht.

In die Bilder bzw den Zeichenstil war ich wie gesagt schon beim ersten flüchtigen Durchblättern angetan. Insgesamt ist „Alisik“ ein ausgesprochen düster gehaltener Comic. Da fallen die vergleichsweise hellen Szenen in der Welt der Lebenden richtig auf. Den netten Charakteren sieht man genau diese Einschaft auch an. Die Untoten haben mich immer etwas an Figuren von Tim Burton erinnert. Witzig, liebenswert und nur mäßig schaurig. Mir hat vor allem gefallen, dass man den Comic auch mehrmals durchblättern kann und immer noch neue Details in den Bildern entdeckt. Besonders angetan haben es mir der Sichel-Michel und der rosa Flickenhase 😉
Bei Alisik selber habe ich mich dagegen erst an ihren kugelrunden Kopf gewöhnen müssen. Dafür sieht Ruben wiederum ganz gut aus. Hat sich also alles eingerenkt und ich habe mir das Buch gleich mehrere Male angeschaut.

Das Covermotiv mochte ich sofort. So schön finster, mit dem Grabstein und der schwarzen Katze. Und natürlich mit Alisik, die nich nur gothicmäßig, sondern auch etwas punkig aussieht. Eine coole Mischung einfach.

Fazit:   Man muss sich darüber im Klaren sein, dass „Alisik – Herbst“ der erste Band einer Reihe ist. Da darf man noch nicht allzu viel Spannung und Romantik erwarten. Hier wird dafür zunächst der Grundstein gelegt. Und das so sorgfältig, dass man sich gut einfindet, sich mit den Figuren anfreundet und immerhin so viele erste Informationen an die Hand bekommt, dass man neugierig auf den weiteren Verlauf der Story wird. Genauso muss ein erster Teil für mich funktionieren. Dass er obendrein noch Spass gemacht hat…umso besser!


Titel: Alisik (01) – Herbst
Autor: Hubertus Hufledt
Seiten: 96
Verlag: Carlsen Comics
ISBN: 978-3551770264
Preis: € 7,99 (Broschiert)

amazonbutton

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: