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Sep 13

Rezension – Gefährliche Gedanken – Zu schön zum Sterben (Hanna Dietz)

gefaehrlichegedanken01Neue Schule (Mädchen-Elite-Gymnasium), neuer Bodyguard (sexy, aber nervig) und immer noch nicht die perfekte Frisur. Eigentlich dachte Natascha, das wären ihre größten Probleme. Weit gefehlt! An der neuen Schule wimmelt es von Zicken, und dann stolpert sie über eine Leiche im Biolabor. Natürlich kann Natascha ihre Finger nicht von der Sache lassen und ahnt nicht, in welch gefährliches Wespennest sie stößt.

Dieses Buch hat bei mir eine beeindruckende Karriere hingelegt. Anfangs stand es nicht besonders gut um uns bzw um mich und Hauptperson Natascha. Doch schließlich wurde es sogar mein Lieblingsbuch im Juli. Das muss man erstmal schaffen!
Ich hatte mit Natascha zu Beginn so meine Probleme, weil sie mir auf den ersten Seiten vorkam wie ein verwöhntes, hochmütiges Mädel, das außer Klamotten und Jungs nichts im Kopf hat. Mit solch einer Hauptperson verbringe ich ungerne ein ganzes Buch. Zum Glück hat Natascha aber auch einen tollen Sinn für Humor und ist äußerst schlagfertig. Das hat mir dann wieder imponiert und als sie die Leiche findet und niemand ihr glaubt, tat sie mir auch leid. Gleichzeitig ist das der Moment gewesen, wo für mich deutlich wurde, dass Natascha keineswegs ein verwöhntes, hohlköpfiges Modepüppchen ist. Und schon kam ich mit ihr glech viel besser klar. Wobei sie natürlich schon weiß, dass sie ein recht luxuriöses Leben hat. Und sie weiß das auch zu genießen. Das geht für mich aber in Ordnung, wenn ich weiß, dass nicht nur heiße Luft dahintersteckt.
Bei ihren Nachforschungen geht sie sehr resolut zu Werke. Da sie für die eingebildeten Mädels an ihrer neuen Schule arg wenig übrig hat, stört es sie keineswegs, wenn sie dabei mal aneckt. Das dehnt sie unerschrocken bis auf die Schulleiterin aus. Mir hat Natascha dabei ganz schön imponiert. Sie hat Courage und ordentlich Mut. Natürlich ist sie keine Profidetektivin, deshalb geht ab und zu auch mal schief (was es für mich glaubhaft machte) und dann widerum merkt man, dass sie wohl schon ein paar Mal zu oft CSI gesehen hat. Da galoppieren ihre Ideen von kriminellen Vorgängen schon mal davon. Ich fand das ganz sympathisch und lustig.
Natascha bemerkt das meist selber ganz schnell und wenn nicht, dann holt sie jemand auf den Boden zurück. Dafür hat sie Kumpel Justus und Bodyguard Enzo, die das bereits kennen und prima meistern. So verliert man sich auch als Leser nicht in irgendwelchen absurden Theorien.
Überhaupt ist es Hanna Dietz prima gelungen, dass das Augenmerk stets auf den Fall gerichtet ist. Nicht nur wegen Nataschas gelegentlicher Ermittlungshöhenflüge, sondern weil es auch sonst genug Ablenkung gibt. Immerhin ist Natascha einfach ein Teenager, und da spielen halt auch Schule, Familie, Jungs und Aussehen eine Rolle und gehören entsprechend mit in die Geschichte. Aber man verliert dabei nie den Fall aus den Augen, und das finde ich toll! Dass sich die Story nicht verfranst.
Genau deshalb ist das Buch für mich ein echter Jugendkrimi, der wirklich durchgehend spannend ist und sowohl Natascha, als auch den Leser ordentlich grübeln und kombinieren lässt. Für Spannung sorgt außerdem, dass sich Natascha gleich mehrmals in ernsthafte Gefahr bring und dass es eine ganze Reihe Wendungen gibt. Das macht Spass und hält bei Laune. Und das Ende kommt dann nochmal mit einem echten Hammer daher, den ich nie und nimmer vermutet hätte. Klasse!
Wie schon kurz angedeutet, spielen natürlich auch Jungs und die Liebe eine Rolle. Allerdings hält sich dieses Thema zurück. Schon alleine deshalb, weil jeder der Beteiligten der Meinung ist „das ginge ja mal gar nicht“ und niemand kann / will sich oder gar dem anderen eingestehen, dass man einem Versuch trotzdem nicht abgeneigt wäre. Und wenn dann obendrein noch böse Gerüchte aufkommen und Annäherungsversuche von ganz unerwarteter Seite, dann ist das Gefühlschos komplett. Und höchst amüsant obendrein

Das Buch hat stolze 360 Seiten! Das ist nicht gerade wenig. Trotzdem habe ich es an einem langen Abend ausgelesen. Natascha erzählt so wunderbar locker-flockig mit einem so schönen, oft bissigen Sinn für Humor, dass das Lesen eine reine Freude war. Und ich liebe es einfach, wenn ich bei Büchern auch mal Gelegenheit zum Lachen habe. Da liest es sich gleich viel flotter. Die Kapitel sind schöne kleine Häppchen mit wenigen Seiten, da fällt einem kaum auf, wie weit man eigentlich schon gelesen hat.

Nicht nur eine James Bond – Figur macht sich gut in solchen Kreisen, auch Nataschas Gestalt passt da prima rein. Allerdings wirkt sie weniger seriös. Das darf aber so sein, immerhin ist sie Jahrzehnte jünger als der berühmte Agent. Eine schöne Idee, sich daran zu orientieren.

Fazit:  Nach anfänglichen Schwierigkeiten, weil ich Natascha völlig falsch eingeschätzt hatte, hat mir „Gefährliche Gedanken“ wirklich super gut gefallen! Ein toller Krimi. Super Spannend und witzig, genau die Mischung, die ich so gerne mag! Hoffentlich erscheint bald Band 2!


Titel: Gefährliche Gedanken – Zu schön zum Sterben
Autor: Hanna Dietz
Seiten: 360
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401068299
Preis: € 22,99 (Broschiert)

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