Okt 07 2013

Rezension – Bis in den Tod hinein (Vincent Kliesch)

todhineinEine Serie von grausamen Hinrichtungen erschüttert Berlin. Jede der Leichen ist mit einer Zahl versehen, die keiner ersichtlichen Logik folgt. Hauptkommissar Severin Boesherz und sein Team ermitteln. Offenbar steht jede Zahl für eine Eigenschaft, die dem Täter so sehr an seinen Opfern missfällt, dass er sie dafür tötet: Einer der Toten ist ein Brandstifter, der in seinem eigenen Feuer stirbt, ein anderer ein Lügner, dem die Zunge abgetrennt wird. Als immer mehr Leichen gefunden werden und eine Frau verschwindet, zerrinnt Boesherz die Zeit zwischen den Fingern. Können ihm die Zahlen den Weg zum Mörder weisen?

Bis zu diesem Buch kannte ich kein einziges Buch von Vincent Kliesch. Ein Trailer zu „Bis in den Tod hinein“ verleitet mich dann, mir dieses Buch zuzulegen. Ich habe es nicht bereut!
Hier und da hatte ich gehört, dass Hauptkommissar Severin Boesherz nicht jedermanns Geschmack sei. Entsprechend neugierig war ich auf diese Figur. Kurz gesagt: ich gehöre zu denen, die ihn mögen. Ich habe ihn als einen ehrlichen, direkten und sehr cleveren Ermittler kennengelernt. Sehr wohl mit einigen Ecken und Kanten, aber die hat schließlich jeder. Mir ist er dadurch gleich noch eine Spur sympathischer gewesen. Erfreulicherweise ein Kommissar, der seinen Job mag und ihn gerne ausübt. Nichts ist mir mehr zuwider als diese von ihrem Job frustrierten Kommissare, die im Selbstmitleid versumpfen. Schön, dass Boesherz nichts in dieser Richtung anzumerken ist. Gefallen hat mir auch, dass er sehr auf sein Äußeres achtet. Ich hatte immer das Bild eines gepflegten und ordentlichen gekleideten Mannes vor mir.
Boesherz erster Fall war ganz nach meinem Geschmack. Eine Reihe skurriler und grausiger Mordfälle hält ihn und sein Team in Atem, und ich habe gerne darüber gelesen. Da ich finde, dass ein Thriller seine Leser nicht schonen muss, fand ich es gut, wie genau die einzelnen Morde geschildert werden. Da schaudert man schon mal vor Unbehagen. Anfangs hatte ich eine Theorie, was die Zahlen bei den Leichen bedeuten könnten, aber mir war auch klar, dass es so einfach wohl nicht sein würde. War es dann auch nicht und ich habe gespannt verfolgt, wie Boesherz und seine Leute dem Rätsel auf den Grund gehen.
Ich habe erst kürzlich einen Thriller gelesen, in dem man als Leser früh und lange vor den Figuren erfuhr, wer der Täter war. Dadurch hatte das Buch für mich viel an Spannung eingebüßt. Da kann man sich vielleicht vorstellen, dass mir ernste Bedenken kamen als auch bei „Bis in den Tod hinein“ der Täter zeitig quasi vor mir stand . Wie Kliesch allerdings beweist, muss eine Geschichte deshalb noch lange nicht an Spannung verlieren. Ganz im Gegenteil! Die Frage, ob und wie die Polizei den Täter erwischen werden, bleibt natürlich ohnehin weiter interessant. Hinzu kommt aber noch, dass die Kapitel mit dem Mörder ihren ganz eigenen Charme haben. Über ihnen liegt eine geradezu bedrohliche Ruhe, die einem unmissverständlich klar macht, dass der Täter jeden Moment ausrasten kann. So habe ich förmlich darauf gelauert, wann es soweit ist und was dann geschehen wird. Zudem hat er mich mit seiner schrecklichen Pedanterie schier wahnsinnig gemacht.
Als der Fall aufgeklärt schien, war zu meinem Erstaunen noch gut Buch übrig und ich fürchtete schon, mich durch 18 Kpitel actionreiches Finale schlagen zu müssen. Welch ein Irrtum! Stattdessen hatte die Story noch gleich zwei Wendungen in petto, die mich kalt erwischt haben. Damit hatte ich ja mal so gar nicht gerechnet! Wirklich klasse. Mir war es bis dahin schon jeden Abend schwer gefallen, das Buch beiseite zu legen, aber auf diesen letzten Kapiteln war es schlicht unmöglich.

Wunderbar kurze Kapitel mit maximal um die vier oder fünf Seiten verleiten zusätzlich dazu, immer weiterzulesen. Und der lebendige und unterhaltsame Schreibstil tut ein Übriges dazu. Da fliegen die Seiten nur so dahin. So mag ich das!

Mir gefällt das Cover. Ich mag solche düsteren Cover bei Thrillern einfach am liebsten. Und der schwarze Vogel…nun ja, mit Tieren tut man mir immer einen Gefallen. Ein Hingucker im Ladenregal war es für mich trotzdem nicht unbedingt. Da habe ich schon etwas gründlicher schauen müssen bis ich es entdeckt hatte.

Fazit:  Ich hoffe, die Reihe um Severin Boesherz wird fortgesetzt. Sein erster Fall ist sehr spannend. Er schickt einen unheimlichen Killer mit einer Vorliebe für besonders grausame Morde ins Rennen, die detailverliebt geschildert werden. Da lacht das Herz des Thriller-Fans. Und wenn man als Leser glaubt, gemeinsam mit den Ermittlern das Schlimmste überstanden zu haben, warten noch zwei Wendungen auf einen, die es in sich haben. Außerdem mag ich den cleveren und gepflegten Hauptkommissar.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttesterprogrammes!


Titel: Bis in den Tod hinein
Autor: Vincent Kliesch
Seiten: 400
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3442377985
Preis: € 9,99

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