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Okt 25

Rezension – Gestickt, gestopft, gemeuchelt – Kommissar Seifferheld ermittelt (Tatjana Kruse)

gesticktKurz nacheinander werden zwei blutjunge Schauspielerinnen der Freilichtspiele Schwäbisch Hall in der Badewanne grausam ermordet. Siggi Seifferheld findet heraus, dass es um Erpressung ging und dass es sich bei den Tätern um folgende Herren handeln könnte: der Frauenherzen brechende Theaterkollege, der peitschenknallende Regisseur oder der einheimische Bürohengst, ein Mitglied des Gemeinderates. Doch bevor er zusammen mit Gefahrhund Onis die blutigen Fäden dieses Falles entwirren kann, muss sich der stickende 007 um die Frauen in seinem Haushalt kümmern – um seine heiratswillige Tochter Susanne, seine rebellische Nichte Karina und um seine Schwester Irmgard, die Pastorengattin.

Mit diesem Band hält man nun bereits den vierten Fall für den Kommissar im Unruhestand in Händen. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut und bin auch dieses Mal nicht enttäuscht worden.
Sein neuer Fall führt Seifferheld in die Welt des Theaters. Innerhalb kurzer Zeit werden gleich zwei junge Schauspielerinnen ermordet. Die Idee mit dem Theater hat mir gut gefallen. Immerhin hat Seifferheld es dabei mit Schauspielern zu tun und die können einem sicher leicht mal etwas vorgaukeln. So hat es mir Spass gemacht, mit ihm zusammen die einzelnen Personen kennenzulernen und zu grübeln, wer weshalb hinter den Morden stecken könnte. Dafür gibt es gleich eine ganze Reihe Verdächtiger. Das macht Spass, so mag ich Krimis.
Zudem habe ich es bei diesem vierten Band zum ersten Mal so empfunden, dass Seifferheld wirklich Nachforschungen betreibt. Natürlich nicht in dem Maße wie andere Kommissare, aber die sind ja meist auch jünger und noch voll im Dienst. Seifferheld dagegen ist eigentlich im Ruhestand, kann nur leider nicht ganz die Finger vom kriminellen Geschehen in seiner Stadt lassen. Da muss er nicht von Tatort zu Tatort hetzen, sondern darf es ruhiger angehen lassen. Das geht für mich so völlig in Ordnung.
Die Auflösung konnte mich dann doch noch überraschen, obwohl ich bei einer Szene etwas früher schon so eine Ahnung hatte. Ich weiß gar nicht, wieso eigentlich, denn es deutete bis dahin absolut nichts darauf hin. Deshalb habe ich nicht wirklich dran geglaubt und durfte am Ende verblüfft darüber sein, dass ich tatsächlich richtig gelegen hatte. Das ist ebenfalls etwas, was ich bei einem Krimi mag: ein überraschendes Ende und trotzdem eine kleine Gelegenheit, mir selber auf die Schulter klopfen zu können 😉
Selbstverständlich spielt auch in diesem vierten Band Seifferhelds Familie inklusive meinem Liebling Hund Onis eine große Rolle. Ich muss gestehen, bei jedem neuen Band bin ich gespannt, was sich Tatjana Kruse nun wieder für den liebenswert chaotischen Haufen ausgedacht hat. Das ist mir mindestens so wichtig wie der Krimi.  Tochter Susanne ist im Hochzeitsstress, Nichte Karina lässt ihre etwas radikale Vergangenheit wieder aufleben und Oberfeldwebel Schwester Irmgard hat ordentlich mit ihrem Angetrauten und dessen mehr oder weniger liebenswerten Eigenarten zu kämpfen. Es geht also wieder ordentlich rund. Da gibt es reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen. Besonders gefallen hat es mir, dass Onis in diesem Band eine etwas größere Rolle spielt als bisher. Aber wenn man  eine Karriere als Sänger anstrebt, dann muss man schließlich gut Werbung dafür machen 😉

Das Buch macht so viel Spass und ist so leicht und locker geschrieben, dass ich mich jedes Mal zusammenreißen muss um es nicht an einem einzigen Abend auszulesen. Witzige Dreizeiler vor jedem Kapitel und Seifferhelds Polizeiberichte verführen außerdem dazu, immer doch noch ein Kapitel weiterzulesen.

Natürlich trifft man auf dem Cover wieder Gartenzwerge an. Sie sind einfach das Aushängeschild dieser Reihe und fallen im Ladenregal auf. Dass von einem der Zwerge lediglich der Kopf übrig ist, lässt über die Geschichte schon Grausames erahnen.

Fazit:  Mir hat Seifferhelds vierter Fall genauso viel Spass gemacht wie die vorigen Bände. Seifferheld ermittelt auf seine vertraut ruhige Art in einem interessanten Fall in der Welt des Theaters, was viel Raum zum Spekulieren bietet.  Ein schöner leichter Krimi, bei dem dank Seifferhelds chaotischer Familie wieder gerne gelacht werden darf. Ich hoffe, Onis‘ Karriere ist mit diesem Band noch nicht beendet…


Titel: Gestickt, gestopft, gemeuchelt
Autor: Tatjana Kruse
Seiten: 256
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426510513
Preis: € 9,99

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