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Nov 30

Rezension – Caroline – Totel feerückt (Sabine Rahn / Barbara Zoschke)

feeruecktCaroline kann es einfach nicht glauben: Ihre Eltern schicken sie weg, aufs Land, zu zwei völlig durchgedrehten Tanten nach Heudorf! Ohne ihre beste Freundin und ohne Philipp, der sie beinahe geküsst hätte. Und zu allem Überfluss taucht auch noch dieser nervige Schmetterlingself auf, der behauptet, Caroline sei jetzt eine Fee und habe magische Fähigkeiten. Plötzlich wird Caroline von geheimnisvollen Dunkelmännern und fiesen Schicksalsspinnerinnen verfolgt, die nichts Gutes im Sinn haben – und sie muss sich entscheiden, auf wessen Seite sie steht.

Was hatte ich schon in Buchform? Ein Junge, der eines Tages erfährt, dass er Zauberer ist. Ein Junge, der eines Tages erfährt, dass er Druide ist.
Mit Caroline sind nun die Mädels dran. Eines Abend ereignet sich an ihrer Haustür zwischen den Eltern und seltsamen Gestalten ein kleiner Zwischenfall, und schon am nächsten Tag findet sich Caroline im Zug nach Heudorf zu ihren Taten wieder. Was ihr als 13jährige Großstadtpflanze natürlich überhaupt nicht schmeckt! Das konnte ich sehr gut nachvollziehen! Die Tanten kennt sie gar nicht und irgendwie sind sie auch seltsam. Und bildet sie sich den nervigen Schmetterlingselfen nur ein, den sie immer wieder sieht? Und der behauptet, sie sei eine Fee!
Was man als Leser natürlich von vorneherin weiß, das ist für Caroline eine ziemliche Überraschung, der sie mit allem begegnet, was der gesunde Menschenverstand herigbt. Verdrängung, Leugnung und schlichtem Unglauben. Verständlich. Es sorgt aber außerdem immer mal wieder für spaßige Szenen. Denn Carolines Feendasein beginnt mit einigen kleinere Problemchen, die gerne mal peinlich sind. Dann tat sie mir zwar leid, aber grinsen musste ich natürlich doch.
Carolines Tanten haben mir ebenfalls gefallen. Sie sind beide ganz schön schräg drauf. Auch darüber kann man leicht mal schmunzeln. Lediglich über Rias kreative Flüche konnte ich mich nicht amüsieren. Die fand ich meist ziemlich peinlich. Das werden die jungen Leserinnen aber sicher anders sehen.
Vor allem in das Haus der Tanten habe ich mich sofort verliebt. Darin würde ich auch gerne wohnen! So eine schöne Vorstellung und dann noch der wilde, bunte Garten dazu. Da hat man sofort das Bild eines sehr grünen und bunten Grundstücks vor Augen. Dafür habe ich dann wieder über das Unternehmen der beiden Tanten lachen müssen, das sie von zuhause aus führen. Ein coole Idee, aus der man -vielleicht in weiteren Bänden- mehr machen könnte!
Kaum hat sich Caroline halbwegs mit dem Gedanken angefreundet, dass sie eine angehende Fee ist, da treten auch schon Widersacher auf den Plan. Klar, die Geschichte braucht schließlich einen Schuss Dramatik. Und Carolines erste Gehversuche als Fee sind zwar amüsant, aber nicht besonders spannend.
Gegen Ende hin geht es dafür dann aber doch ganz schön rund. Da mir das Geschehen zuvor zu sehr dahingeplätschert war, habe ich mich darüber sehr gefreut. Es wird gefährlich für Caroline, ihre Tanten und sogar ihre Eltern. Hier haben die Bösewichte ihren Auftritt, beispielsweise die Dunkelmänner und die Schicksalsspinnerinnen. Interessante Figuren übrigens, über die ich gerne etwas mehr erfahren hätte. Vielleicht, wenn es eine Fortsetzung geben sollte? Für einen schönen Schuss Spannung sorgen sie aber auch hier bereits, auch wenn man nur wenige Informationen über sie erhält.
Ein kleines bisschen geht es in dieser Geschichte auch um die erste Verliebtheit. Das gehört bei einem Buch um eine Dreizehnjährige dazu, wie ich finde. Deshalb fand ich Carolines Schwärmerei für Phillip ganz süß, aber Hugo wäre (trotz seines Namens…wie kann man nur?) meine erste Wahl! 😉
Insgesamt fand ich die Geschichte hier und da etwas zu kitschig. Mit dem Schmetterlingselfen, den Blumen, Carolines spontanes Gesinge…sicher alles typisch Fee, aber zu rosarot für mich. Kleine Feen-Fans werden davon dagegen begeistert sein, und an die richtet das Buch sich schließlich in erster Linie.

Mit 191 Seiten ist das Buch genau richtig für junge Leserinnen ab 10 Jahren. Nicht zu kurz, nicht zu lang.  Es ist fröhlich und lebendig geschrieben und ab und zu darf auch mal gelacht werden. Die Kapitel sind recht lang, wie ich finde. Für ein Kinderbuch jedenfalls. Das bedeutet andererseits aber auch, dass man mit jedem Kapitel ein gutes Stück vorankommt. Und das ist widerum ganz fein so.

Das türkisfarbene Cover hat mir sofort gefallen. Eine schöne Farbe, die gut zu einer Feengeschichte passt. Caroline sind sympathisch und modern aus. Ein ganz normales 13jähriges Mädchen eben, das die Überraschung ihre Lebens erlebt. Mit den Blumen, dem Schmetterlingselfen und den Schnörkerln wird das Cover dem Thema Feen noch mehr gerecht.

Fazit:  Eine schöne und witzige Geschichte, die zum Ende hin auch noch spannend wird. Genau das Richtige für Mädels, die gerade ins Fantasygenre einsteigen. Wie esklingt, könnte daraus sogar eine Reihe werden. Mir ging es ab und zu etwas zu kitschig zu, aber ich bin ja auch keine 13 Jahre mehr alt.

Vielen Dank an den Sauerländer Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Caroline – Total feerückt
Autor: Jutta Wilke
Seiten: 191
Verlag: Sauerländer Verlag
ISBN: 978-3411811755
Preis: € 12,99 (Broschiert)

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