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Mrz 06

Rezension – Frostherz (Bettina Brömme)

Frostherz (Bettina Brömme)Anne ist nicht wie andere Mädchen. Sie lebt zurückgezogen, ihr Vater überwacht jeden ihrer Schritte. Doch dann lernt sie Cornelius kennen, und mit ihm gemeinsam wagt sie es endlich, sich aufzulehnen. Was sie nicht ahnt: Den Vater quält ein schreckliches Familiengeheimnis, und es gibt jemanden, der auch vor Mord nicht zurückschreckt, um dieses Geheimnis für immer zu wahren.

Auch wenn mich nicht jeder Arena Thriller umgehauen hat, so bin ich dieser Bücherreihe doch total verfallen. Ich weiß, es sind Perlen darunter, und die möchte ich alle entdecken. Deshalb führte auch an „Frostherz“ kein Weg vorbei. Und weil Blau meine Lieblingsfarbe ist 😉
Die Geschiche beginnt mit einem traurigen Ereignis, nämlich dem Tod von Annes Oma, mit dem sie und ihr Vater nun zurechtkommen müssen. Dieser Anfang hat mir deshalb gut gefallen, weil man Menschen in solchen Extremsituationen oft am besten kennenlernt. So hatte ich bald ein gutes Bild von Anna und ihre Vater und ihrem Verhätnis zueinander vor Augen, an dem jedoch etwas nicht stimmte. Ich konnte das zunächst nicht richtig greifen. Es gab zwar immer mal Momente, in denen ich dachte „das kann doch nicht wahr sein“ oder „was soll denn das?“, aber es war nichts Handfestes.
Es dauerte bis zu Cornelius erstem Auftritt bis ich es endlich hatte: Anne wird trotz ihrer siebzehn Jahre von ihrem Vater überwacht wie ein Kleinkind. Wenn nicht sogar noch schlimmer. Und bei alles Sympathie Anne gegenüber, so habe ich nicht verstanden, wieso sie sich das in ihrem Alter gefallen lässt. Ich hätte sie dafür mehrfach gerne geschüttelt. Wie kann sie das so einfach akzeptieren, ja sogar normal finden?
Gut, dass Cornelius in Anne Leben tritt. Ich mochte diesen lockeren Paradiesvogel mit den verrückten Ideen und dem unkonventionellen Verhalten sofort. Kam mir Annes Welt bis dahin grau vor, so kam nun endlich Farbe hinein. Wortwörtlich. Und endlich, endlich begann Anne daran zu zweifeln, ob es richtig ist, wie sie mit ihrem Vater lebt.
Doch mit Annes Freundschaft zu Cornelius kommt noch etwas anderes in Gang, worüber ich lange gegrübelt habe. Was geht da vor sich? Plötzlich muss man sich die Frage stellen, wieso Annes Oma sterben musste. Und kann man Annes Vater trauen? Was verbergen Cornelius und sein Vater? Und wie hängt das eigentlich alles zusammen? Ich habe wirklich gegrübelt und geknobelt, was mir bei einem Thriller oder Krimi immer viel Spass macht. Und ich habe so gehofft, dass Cornelius keine krummen Touren fährt. Weiteren Stoff zum Rätseln steuern kurze „Zwischenkapitel“ bei, die aus Sicht einer Person erzählt sind, die einem in der Geschichte sonst nicht begegnet. Wer ist es? Und welcher Zusammenhang besteht zwischen diesen Einschüben und der Handlung um Anne?
Ebenso spannend fand ich es zu verfolgen, wie Anne sich dank Cornelius zusehends mausert, ihren eigenen Kopf entwickelt und sich -wenn auch zunächst heimlich- gegen ihren Vater auflehnt. Dass das über kurz oder lang in kleineren Katastrophen enden würde, ist dabei zwar klar, aber das gehört bei einem Teenager auch dazu! Und durch diesen neu gewonnenen Mut geht es Anne mit Cornelius zusammen an, den Rätseln auf den Grund zu gehen, die sich immer mehr um sie herum verdichten.
Dabei kommt man der Sache auch als Leser nach und nach auf die Spur. Und auch wenn ich nicht jedes Detail der späteren Auflösung „ermitteln“ konnte, so stand für mich irgendwann zumindest fest, welche Ungeheuerlichkeit hinter den ganzen seltsamen Vorfällen steckt. Nun ist das zwar ein heikles und schreckliches Thema, daran kann kein Zweifel bestehen, aber leider auch eines, das einem schon in so vielen Thriller, Krimis -sei es als Buch oder im TV- begegnet ist, dass ich fast automatisch mit einem „Nicht schon wieder…“ abwinke. Doch das ist natürlich mein ganz persönliches Empfinden. Und wie gesagt: selbstverständlich ist es absolut grausam, das ändert sich dadurch nicht. Hier könnte es obendrein gut dafür sein, dass die jugendlichen Leser die Augen offen halten. Das wäre toll!

Anfangs ist mir das Lesen schwer gefallen. Einfach weil mir Annes Leben so trostlos erschien. Als mit Cornelius dann Leben reinkam, fiel es mir gleich viel leichter. Die Kapitel sind nicht unbedingt kurz, aber dafür kommt man mit jedem Kapitel ein gutes Stück in der Geschichte voran. Das hat sein Gutes. Und die eingeschobenen Kapitel mit dem unbekannten Erzähler lockern zwischendrin auf.

Wie gesagt ist Blau meine Lieblingsfarbe. Außerdem finde ich, dass die Farbe zu einem so frostigen Titel prima passt. Genau wie die einfallsreiche Darstellung von einem Frostherz. Wirklich eine schöne Idee!

Fazit:  Der Anfang der Geschichte fiel mir schwer, weil ich Annes Duldsamkeit absolut nicht nachvollziehen konnte. Das hat mich regelrecht genervt. Aber natürlich braucht es so eine Ausgangssituation, damit das nachfolgende Geschehen sich überhaupt entwickeln kann. Mit Cornelius kam zum Glück schnell Leben in die Geschichte. Ich fand es spannend zu verfolgen, wie sich aus seltsamen Kleinigkeiten allmählich das Bild einer wahren Ungeheuerlichkeit zusammenfügt. Es bleibt abr auch dabei, dass man des Rätsels Lösung hier nicht zum ersten Mal begegnet. Viele Thriller befassen sich mit diesem Thema.


Titel: Frostherz
Autor: Bettina Brömme
Seiten: 284
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401068411
Preis: € 9,99 (Broschiert)

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1 Kommentar

  1. KreaMa

    Danke für die tolle Rezi! Ich schleiche auch immer wieder um die Arena Thriller herum. Wenn nur mein SUB nicht so hoch wär, dann würde ich mir diesen nun sofort kaufen 😉

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