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Mrz 12

Rezension – Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit (Jessica Khoury)

dieeinzigeAls Pia ihm begegnet, weiß sie nicht, wohin sie blicken soll. Diese unglaublich blauen Augen. Die wilden Zeichen, die seinen Körper bedecken. Seine Lippen, die ihren Namen so aussprechen wie niemand zuvor. Pia weiß, dass Eio sterblich ist. Im Gegensatz zu ihr, der ersten und einzigen Unsterblichen. Sie weiß, dass sie zusammen keine Zukunft haben. Doch obwohl alles gegen sie spricht, ist ihre Liebe das Einzige, wofür Pia kämpfen wird.

Dieses Buch hat lange im Regal gestanden ehe ich es gelesen habe. Einerseits reizte es mich schon, andererseits klang es mir doch nach zu viel Fantasy. Nachdem ich es nun gelesen habe, tut es mir leid, dass es solange im Regal gestanden hat. Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen.
Und das, obwohl ich anfangs mit Pia wirklich meine Schwierigkeiten hatte. Natürlich ist sie die einzige ihrer Art, unverletzbar, unsterblich und mit unglaublichen Fähigkeiten ausgestattet. Und natürlich wird ihr das seit Kindesbeinen an immer wieder gesagt. Dass man dann eine gewisse Überheblichkeit entwickelt, das ist vermutlich normal. Trotzdem, ich mag Überheblichkeit und Arroganz nicht. Deshalb dauerte es eine Weile bis ich mich mit Pia wirklich angefreundet hatte.
Über diese Startschwierigkeiten hat mich die Idee eines perfekten Menschen aber gut hinweggetröstet. Sicher hätte es seine Schattenseiten, wenn es der Wissenschaft wirklich mal gelingen würde, einen solchen perfekten Menschen zu erschaffen, aber die Vorstellung finde ich doch ganz cool. Mit so etwas kann man mich leicht begeistern.
Zu Beginn gewährt die Geschichte zunächst einen Einblick in Pias Leben in dem Camp im Dschungel, in dem sie erschaffen wurde und wo fleißig weitergeforscht wird. Nun bin ich kein Fan davon, wenn mir ein Ort wie ein Dschungel Blatt für Blatt, Palme für Palme und Blume für Blume beschrieben wird, doch da hat diese Geschichte genau das richtige Maß getroffen. Der Dschungel wird anschaulich beschrieben, sodass ich mir ein gutes Bild davon machen konnte. Ich habe ihn mir wunderschön vorgestellt. Wissenschaft und Forschung spielen aber natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle, und darauf wird ebenso intensiv eingegangen.  Das wog für mich die eine oder andere zu ausführliche Schilderung des Dschungels schnell auf.
Eines Nachts hat Pia unerwartet die Chance, das Camp zu verlassen. Dieser gefährliche und vor allem verbotene Ausflug hat natürlich prompt Folgen, denn Pia trifft auf den Eingeborenen Eio, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Das stürzt Pia in ungeahnte Schwierigkeiten. Denn natürlich wird das Loch im Zaun geflickt, durch das sie entkommen ist. Eio scheint unerreichbar, und schon beginnt es in Pia zu brodeln. Davon dürfen die anderen Menschen im Camp natürlich nichts mitbekommen. Plözlich hinterfragt sie ihr bisher so friedliches Leben im Camp, die angeblichen Vorteile ihre Perfektion und das Verhalten der übrigen Wissenschaftler zueinader. Aber sie sieht natürlich auch noch die Vorzüge ihres Lebens und hofft darauf, ebenfalls eine talentierte Forscherin zu werden. Ich finde, diese Widerspruch in Pia wird schön deutlich gemacht.
Weiteren Zündstoff erhält die Geschichte durch eine neue Wissenschaftlerin im Camp. Denn Tante Harriet kommt geradewegs aus der Stadt, ist völlig normal und kann nicht glauben, was der jungen Pia im Camp angetan wird. Ich mochte Harriet sofort. Sie brachte vom ersten Moment an Schwung in die Handlung. Und sie setzt Pia prompt neue Flausen in den Kopf.
Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass in dem Camp irgendwas ganz und gar nicht stimmt. Pia entdeckt einen verfallenen Flügel des Komplexes und stößt auf das Geheimnis um ihre Unsterblichkeit. Doch was ist in diesen Flügel geschehen? Und was steckt hinter ihrer Unsterblichkeit? Was verbergen die Wissenschaftler? Und wie hängt das alles mit Eio und seinem Dorf zusammen?
Die Entdeckung, die Pia letztlich macht, kann man einfach nur als grausam bezeichnen. Da reißt es selbst bei mir nichts mehr raus, dass das alles im Sinne der Forschung geschieht. So etwas hätte ich hinter Pias Unsterblichkeit niemals vermutet.
Pia selber natürlich auch nicht und so kommt es zu einem dramatischen Ende als sie sich dagegenstellt. Von den vernünftigen Wissenschaftlern bleibt da kaum noch etwas übrig, und man hat gut Gelegenheit, sich um Pia und Eio zu sorgen.
Die Liebesgeschichte kommt in dieser Geschichte eher dezent daher. Große Gefühle, Kitsch und Romantik trifft man kaum an. Und doch ist sie so süß, dass ich Pia und Eio ihr Glück sofort gegönnt habe.

Obwohl das Buch mit 435 Seiten ein ganz schöner Wälzer ist, hatte ich es nach drei Abenden ausgelesen. Pia erzählt ihre Geschichte schön lebendig und anschaulich. Und obwohl sie ja perfekt ist, klingt sie dabei meist typisch jugendlich, und Humor hat sie ebenfalls. Da kann man hier und da sogar mal schmunzeln. Die Kapitel sind nicht gerade kurz, aber auch nicht zu lang. Ich fand sie genau richtig, denn mit jedem kommt man ein gutes Stück im Buch voran.

Beim Cover bin ich hin- und hergerissen. Ich mag die kräftig grüne Dschungelkulisse wirklich schön. Das sieht richtig exotisch aus, und ich wäre gerne mal dort. Mir gefällt nur diese Lichtgestalt nicht. Warum durfte es keine richtige Mädchengestalt sein? Weil man Perfektion nicht in ein Bild fassen kann? Mir hätte die Gestalt eines hübschen Mädchens jedenfalls sehr viel besser gefallen. So wirkt es wie ein Loch im Motiv.

Fazit:  Mir hat „Die Einzige“ wirklich gut gefallen. Die Idee eines perfekten Mädchens war genau nach meinem Geschmack und zudem mal eine nette Abwechslung in diesem Genre. Es war spannend zu verfolgen, in welche Schwierigkeiten Pia sich durch ihre Gefühle für Eio bringt, und welch unglaubliche Geheimnisse hinter dem Zaun um das Camp dadurch ans Tageslicht kommen. ein gleichermaßen dramatisches, wie auch hoffnungsvolles Ende rundete das positive Bild dann letztlich ab.


Titel: Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit
Autor: Jessica Khoury
Seiten: 435
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401068695
Preis: 17,99 (HC)

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