«

»

Apr 02

Rezension – Raum 213 – Harmlose Hölle (Amy Crossing)

raum213Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das personifizierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben oder hat es nicht über lebt!
Für Liv scheint es gerade nicht schlimmer kommen zu können: Ihr Freund hat auf einer Party eine Andere geküsst vor ihren Augen! und sie wird von dem unheimlichen Ethan verfolgt. Er bedroht sie, macht komische Andeutungen. Liv ist eingeschüchtert, nimmt die Drohungen jedoch erst nicht ernst. Bis sie ein Mädchen in ihrem Garten findet Ethans Ex-Freundin, ermordet!

Ab und zu werde ich nicht wegen eines besonders schönen Covers auf ein Buch aufmerksam, sondern -ganz platt- wegen dem günstigen Preis. So war es bei „Raum 213“. Ein Thriller, der obendrein mysteriös bis gruselig klingt, und dann zu diesem Preis: das konnte ich mir entgegen lassen.
Das Buch beginnt direkt mit einem Blick in Raum 213 und schon zu diesem Zeitpunkt wird ganz klar deutlich, dass in diesem Zimmer etwas Seltsames vor sich geht, das auch eine Spur bedrohlich wirkt.
Dann wechselt die Handlung zu Liv, die auf einer Party gerade die größte Demütigung ihres jungen Lebens erlebt hat, und kurzerhand von dort flüchtet. Das klingt erstmal nach einer ganz normalen Teeniestory mit der dabei üblichen Dramatik. Sowas mag ich aber ganz gerne, von daher ging das für mich in Ordnung. Und außerdem hat Liv auf ihrer Flucht eine sehr seltsame und unheimliche Begegnung.
Wie sich später herausstellt, hat sie Ethan getroffen, der einige Jahre in der Psychiatrie verbracht hat. Da kommen einem natürlich gleich die typischen Bilder dazu in den Kopf. Mir jedenfalls. So ein richtiges Irrenhaus, an Stühle und Betten gefesselte Patienten, die dem Wahnsinn verfallen sind. Sowas eben und ganz nach meinem Geschmack. Da habe ich mir schnell die Frage gestellt, ob man ihm trauen kann, oder ob er es wirklich auf Liv abgesehen hat.
Als Leser erfährt man bald auch, dass mit Ethan die Verbindung zu dem Geschehen in den Kapiteln geschlagen wird, die zwei Jahre früher spielen und sich um Raum 213 drehen. Das ist geschickt gemacht, denn so ist man Liv zumindest einen kleinen Schritt voraus. Allerdings ohne sich jemals ganz im Klaren darüber zu sein, was in diesem Raum vor sich geht. Ich mochte diese Kapitel am liebsten. Einfach weil sie so schaurig und rätselhaft sind.
Die Handlung bei Liv und ihren Freunden ist weniger schaurig, dafür aber spannend. Da ist der seltsame Ethan, bei dem sie nicht weiß, ob ist ihm trauen kann, oder besser Angst vor ihm haben sollte, dann kommt es zu einem grausigen Vorfall in ihrem Garten und auch ihr Ex scheint etwas zu verbergen zu haben. Bei allem stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Zusammenhang. Mir hat besonders gefallen, dass einen die Story schön an der Nase herumführt. Ich war mir mit meinem Verdacht zB schon sicher, da tauchten plötzlich weitere Verdächtige auf, die ich bis dahin gar nicht so auf dem Radar hatte. Speziell bei einem wird man dann so lange in der Gewissheit gehalten, dass er derjenige welche ist, dass ich schon völlig entsetzt war. Und erst im allerletzten Moment heißt es dann quasi „ätsch, reingelegt!“ Sowas gefällt mir bei einem Thriller immer gut, denn das bringt Spannung rein.
Eines muss ich aber zugeben, so richtig ausgefeilte Charakter trifft man in diesem ersten Band der Reihe nicht an. Jede Figur hat nur das Nötigste an Charakter mitbekommen, damit man sich zumindest ein Bild machen kann.  Mehr ist es nicht. Das reicht um die Handlung spannend zu finden und auch mal mit Liv zu bangen, aber so richtig mitfiebern konnte ich mit ihr dann doch nicht. Dafür „kannte“ ich sie zu wenig, und dann fällt es mir immer schwer, mich in eine Figur hineinzuversetzen und mit ihr zu fühlen. Obendrein habe ich sie ab und zu als ganz schön zickig und bockig empfunden, was nicht gerade Sympathiepunkte einbringt.
Da mochte ich die Nebencharaktere schon lieber: ihren Bruder, ihre beiden besten Freunde und sogar Ethan.
Im nächsten Band spielen ganz andere Figuren mit. Die einzige Verbindung zwischen den Teilen ist wohl der mysteriöse Raum 213.  Deshalb hat es mich nicht wirklich gestört, dass die Charaktere hier nur wenig Tiefe haben. Wenn sie im Verlauf der Reihe sowieso nicht mehr wichtig sind…

173 Seiten sind wahrlich nicht viel für einen Thriller. Aber diese Kürze sorgt mit den entsprechend kurzen Kapiteln natürlich für Tempo. Ich habe mir das Buch bewusst eingeteilt, sonst wäre es an einem Abend ausgelesen gewesen.

Was das Coverdesign mit der Geschichte zu tun hat, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Aber es sieht immerhin hübsch aus. Allerdings nicht sonderlich nach Thriller.

Fazit: Ein schöner Thriller-Happen für zwischendurch. Ich fand die Geschichte ganz spannend und die Kapitel in Raum 213 auch ein wenig schaurig und vor allem rätselhaft. Ich bin gespannt, ob die Reihe das Geheimnis des Raums mal auflösen wird. Bei den Charakteren hapert es dagegen. Eine richtige Beziehung zu Liv konnte ich nicht aufbauen. Es hat aber gereicht um gelegentlich mit ihr zu bangen. Da man sie in der Reihe vermutlich nicht mehr antreffen wird, konnte ich darüber hinwegsehen. Übrigens toll, dass ein Download-Code zum eBook beiliegt. Das finde ich fair und sollte -meiner Meinung nach- allgemein so üblich sein.


Titel: Raum 213 – Harmlose Hölle
Autor: Amy Crossing
Seiten: 173
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578711
Preis: € 7,95 (Broschiert)

amazonbutton

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: