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Apr 20

Rezension – Seven Souls – Sieben Gründe Mary Shaye zu hassen (Barnabas Miller, Jordan Orlando)

sevesoulsMary war nicht nur das beliebteste und hübscheste Mädchen der Schu­le, sondern auch das am meisten gehasste und deshalb musste sie sterben. Aber ihr Tod ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang. Ein Fluch sorgt dafür, dass sie den Tag, an dem sie starb, immer wieder erleben muss. Aus der Perspektive ihrer sieben Freunde lernt sie eine ganz andere Mary Shayne kennen. Und bekommt sieben Mal vor Augen geführt, dass jeder gute Gründe hatte, sie zu hassen.

Ich bin -auch wenn nicht alle gleich gut sind- ein großer Fan der Arena Thriller. Über „Mary Shaye“ hatte ich viel Gutes gehört und so habe ich mich sehr gefreut als ich es ertauschen konnte. Leider kann ich es nun nur als Tiefpunkt der Thriller-Reihe bezeichnen.
In der ersten Hälfte der Geschichte lernt man Mary, ihre Freunde und ihr Leben kennen. Das ist in erster Linie von Partys, Klamotten und teuren Accessoires geprägt. Gut, sowas war nach dem Klappentext zu erwarten, dennoch wurde mir in vielen Belangen unnötig übertrieben bzw gewisse Elemente und Luxusgüter wurden immer und immer wieder erwähnt. Das muss in dieser Häufung nicht sein. Da wäre in vielerlei Hinsicht weniger mehr gewesen.
Weiterhin hatte ich nach Titel und Klappentext eine wirklich unsympathische und vielleicht sogar boshafte oder hinterhältige Mary erwartet. Eben eine Mary, bei der ich gute Gründe sehe, weshalb man sie hasst. Doch das war in meinen Augen nicht der Fall. Mary ist hier und da mal eingebildet und arrogant und vor allem ziemlich oberflächlich, aber längst nicht in dem Maß, dass ich einen Hass ihr gegenüber nachvollziehen konnte. Ab und zu macht sie sich sogar Gedanken darüber, dass dieses Leben eigentlich nicht zu ihr passt und ihr ein paar Dinge auch nicht so richtig gefallen, und das finde ich bemerkenswert einsichtig. Während mit der Schilderung des ganzen Luxus usw übertrieben wird, wird bei Marys Charakter absolut untertrieben, auch weil auf viele Punkte ihres Wesen nicht genug eingegangen wird um sie dem Leser ein Stückweit unsympathisch zu machen. Für mich blieb sie sogar ziemlich blass und ich konnte kaum nachvollziehen, wie sie zur High School Queen werden konnte.
In der Mitte kam dann kurz etwas Spannung auf, nämlich als Mary Shaye stirbt. Im Verhältnis zum Rest der Geschichte ist dies aber der kleinste Teil, deshalb hat das für mich insgesamt nichts rausreißen können.
Mit dem Titel des ersten Kapitel vom zweiten Teil der Geschichte war mir sofort klar, worauf es hinauslaufen würde. Jedenfalls vom Ablauf her. Die Idee ist nicht neu. Inhaltlich wurde mir hier dann wieder viel zu sehr übertrieben. Was man hier über Marys Freunde erfährt, das ist ein Hammer nach dem anderen. Und das stand für mich in keinem Verhältnis dazu, was ich anfangs über Mary erfahren habe und wie ihre Freunde dort wirkten. Somit konnte ich das dem zweiten Teil der Story nicht abnehmen.
Ganz vorbei war es dann als ich herausstellte, dass ein Fluch an den seltsamen Vorkommnissen Schuld ist. Mit sowas kann man mich meilenweit jagen: Flüche, magische Sprüche, seltsame Schriftzeichen, nein danke! Da hätte es gut eine andere Auflösung geben können. Eine modernere, die besser in Marys Welt gepasst hätte, da bin ich sicher! Außerdem war mir im Nullkommanichts klar, wer dahinterstecken musste. Dafür muss man kein Genie sein. Ein absolut nichtssagender, leichtgläubiger und angesichts von Marys Tods geradezu entspannt wirkender Polizeiermittler hat mir dann endgültig die Schuhe ausgezogen.

Da mich die Geschichte nicht fesseln konnte, fiel es mir sehr schwer, das Buch zu lesen. Ich habe ungewöhnlich lange dafür gebraucht. Dabei ist es gar nicht mal so umständlich geschrieben. Mary erzählt durchaus jugendlich und locker. Allerdings habe ich mich bald über die ständigen Satzergänzungen in Klammern geärgert. In dieser Masse muss das bestimmt nicht sein.

Das Cover sieht mit der schattenhaften Gestalt und den Wirbeln am unteren Rand geheimnisvoll aus. Es hatte mich damals sofort begeistert und neugierig auf das Buch gemacht. Ich mag es immer noch, auch wenn die Geschichte ihm nicht ansatzweise gerecht wird.

Fazit:  Für mich war „Was geschah mit Mary Shaye“ ein Schuss in den Ofen. Dem ersten Teil der Geschichte ist es nicht gelungen, mir Mary so unsympathisch zu machen, dass ich den Hass ihr gegenüber im zweiten Teil hätte nachvollziehen können. In vielerlei Hinsicht wurde mir zu sehr übertrieben und die Sache mit dem Fluch hätte ich nicht haben müssen. Das passt nicht zu Mary sonst so modernem Leben.


Titel: Seven Souls – Sieben Gründe, Mary Shaye zu hassen
Autor: Barnabas Miller, Jordan Orlando
Seiten: 416
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401064482
Preis: 16,99 (HC)

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