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Aug 31

Rezension – Eiskalte Drohung – Ein Svea Andersson Krimi (Ritta Jacobsson)

In Sveas Umgebung werden mehrere Mädchen überfallen, die Svea täuschend ähnlich sehen. Haben es die Täter in Wirklichkeit auf Svea abgesehen? Als sich auch noch Droh-Mails und seltsame Telefonanrufe häufen, bekommt Svea langsam Angst. Hat es etwas mit ihrer Aussage gegen die Erpresserbande zu tun? Will die Gruppe sie einschüchtern? Allein am See gerät Svea in tödliche Gefahr…

Da ist er also, Sveas 3. Fall. Nachdem mir „Todeswald“ sehr gut gefallen hat, hat „Tödliches Schweigen“ in meinen Augen bereits einen Rückschritt dargestellt, wenn auch keinen allzu großen. Den kann ich dafür nun „Eiskalte Drohung“ bescheinigen. Es gibt nämlich etwas, das mir eine Serie, die ganz nach einer tollen Jugendkrimi-Reihe aussah im Nu verleidet: wenn man moralische Themen zum Mittelpunkt macht, die aber gleichzeitig auch einen deutlichen Schwachpunkt darstellen. Mobbing war es in „Tödliches Schweigen“, Fremdenhass und die Gefahren des Internts sind es nun in „Eiskalte Drohung“. Ohne Zweifel Themen, die die anvisierte Altersgruppe an Lesern betreffen und ansprechen dürften, aber ich für meinen Teil hatte mir von der „Svea“-Reihe einfach ganz normale, sehr spannende Krimis erwartet. So wie es eben mit „Todeswald“ losging.
Doch das ist nicht das einzige Manko von „Eiskalte Drohung“ Grundsätzlich beginnt die Story vielversprechend. Man ist sofort mittendrin und schon nach wenigen Seiten erwartet einen eine spannende und unheimliche Szene. Zudem hat mir die Idee, mit der Handlung an die Story aus Band 2 anzuknüpfen prima gefallen. So steht Svea und ihren Freunden bald die Verhandlung wegen der Erpresserbande aus Band 2 bevor. Alles sieht danach aus als lägen dort die Gründe für die neuen seltsamen Vorkommnisse.
Ich wünscht Rita Jacobsson wäre dieser Idee gefolgt, zumal sie Spannung versprach, interessant und vor allem logisch war. Was soll es da, plötzlich einen neuen Handlungsstrang aus dem Hut zu zaubern? Nur um dem moralischen Anspruch gerecht zu werden, den sie Reihe offenbar an sich hat? Meine Hochachtung: wenn ja, scheitert genau daran die ganze Chose! Der weitere Verlauf wirkt kontruiert und unlogisch. Von Spannung kann keine Rede mehr sein.
Vielleicht hat auch Svea das erkannt und deshalb keine Lust auf Ermittlungen. Von Detektivarbeit kann jedenfalls kaum eine Rede sein. Ganz selten mal eine Szene, sonst steht Svea meist daneben, wenn etwas passiert, oder ist zufällig vor Ort, wenn sich Zusammenhänge ergeben. Und oft genug blickt sie auch mal gar nichts. Wo sind ihr Mut, ihre Intelligenz und die Spürnase?
Verschüttet unter Massen an Privatleben? Gut möglich, denn Sveas Familie und Freunde spielen in dieser Band eine größere Rolle als es eigentlich nötig gewesen wäre. Und das sage ich, wo ich mich speziell für Sveas chaotisches Liebesleben sehr begeistern kann!

Mit 239 Seiten ist „Eiskalte Drohung“ nicht gerade ein Wälzer. So hatte ich es an einem Tag ausgelesen. Es liest sich leicht und flüssig. Würde sich die Geschichte nicht so verrennen, hätte sie sicher auch Spass gemacht. So habe ich mich mehrmals dabei ertappt, wie ich versucht war, hier und da einen Absatz zu überspringen.

Look und Covermotiv versprechen mehr als die Story hält. Düster wie es sich für einen Krimi gehört, und ein Motiv im Mittelpunkt das obendrein auch noch einen Schuss Action andeutet. Wenn es nur so wäre…

Fazit: Moralisch-pädagogisch in allen Ehren, aber bitte nicht auf Kosten der Geschichte Denn die wirkt dadurch mühsam zusammengestrickt, konstruiert, unlogisch und unspannend. Wäre mir Svea als Charakter nicht so sympathisch, hätte ich die Serie nach Band 3 aufgegeben. So bekommt sie aber noch eine weitere Chance, in der Hoffnung, dass es da wieder mehr Richtung „Todeswald“ geht.


Titel:  Eiskalte Drohung – Ein Svea Andersson-Krimi
Autor:  Ritta Jacosson
Seiten:  239
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440123775
Preis:  € 10,95 (HC)

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