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Nov 29

Rezension – Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich? (Alice Moss)

Als ihre Blicke sich zum ersten Mal treffen, steht für Faye die Welt still. Ihr Herz erinnert sich an diesen Jungen, scheint ihn seit einer Ewigkeit zu kennen. Dabei sind sie sich nie begegnet Doch Finn gibt sich distanziert, geht ihr demonstrativ aus dem Weg. Ganz im Gegensatz zu Lucas, der mit Faye flirtet, als gäbe es kein Morgen. Faye weiß nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Und das ausgerechnet jetzt, wo alles um sie herum aus den Fugen gerät: Unheimliche Wölfe streifen durch die Wälder, eine Motorradgang hält die Stadt in Atem und die Polizei findet die Leiche eines Fremden im Schnee. Der Tote trug ein Foto bei sich. Ein Foto von Faye.

Ich bin nicht sehr bewandert im Genre der übernatürlichen Teenie-Lovestories mit dramatischem Einschlag. Aber ich kenne schon einige der Geschichten, mit denen dieser Trend begann.
Und irgendwie erinnerte mich „Mortal Kiss“ schnell an eine solche Geschichte. Auch wenn ich erst nicht wusste, an welche. Eine amerikanische Kleinstadt, ein junges, hübsches Mädchen, hin- und hergerissen zwischen zwei ungleichen Brüdern, die ein dunkles Geheimnis zu haben scheinen. Der eine nett und bemüht um Normalität. Der andere eher ein Außenseiter, aber auf düstere Art faszinierend… Wären sie obendrein noch Vampire gewesen, wären mir die „Vampir Tagebücher“ sicher sofort in den Sinn gekommen. Hier hat es gedauert bis klar wurde, dass der mysteriös-attraktive Bursche noch an einer lang vergangenen Romanze hängt, aber dann dämmerte es mir sofort. In Kombination mit weiteren kleinen Details in denen sich die beiden Geschichten ähneln, wirkt das schon auffällig abgekupfert.
Insgesamt bekommt die Story später dann wenigstens etwas an Eigenständigkeit. Wobei die Mischung aus Geistergeschichte, Zombieverhalten der Menschen und der Existenz von Parallel- bzw Unterwelten schon gewagt ist, und -freundlich ausgedrückt- sehr exotisch anmutet. Da ist Toleranz gefragt.
Zudem sind mir besonders zwei weitere Dinge recht negativ aufgefallen. Erstens das Modebewusstsein von Faye und ihrer Freundin Liz. Anfangs, okay, sie sind halt Teenager, da gehört das wohl dazu. Aber selbst als der gesamte Ort der Unterwelt anheim zu fallen droht, „fachsimpeln“ die beiden vor dem Schrank über Klamotten und Makeup.
Zweitens die Unzahl an Klischees, die in dieser Geschichte breitgewalzt werden. Die Biker (muss ja cool klingen, „Motorradfahrer“ reicht da nur selten) sind zunächst erst mal die Bösen (und bleiben es auch eine ganze Weile). Reiche sind erst mal natürlich Schnösel. Dann besagte Mode-Versessenheit und die Begeisterung für Parties. Haben Teenies wirklich nichts anderes im Kopf? Im Haus des Sheriffs geht es selbstverständlich streng zu. Und wie könnte es anders sein: Faye ist natürlich eine Schönheit, weiß es nur selber scheinbar nicht. Das könnte man jetzt noch weiterführen, Anlass gibt’s genug, aber hier soll es so reichen.
Zuletzt: es dreht sich doch letztendich alles um die Liebe. Ja, wo hat sich denn das bitte die Romantik versteckt? Den paar Szenen mit Faye und Finn fehlt es an jeglicher Stimmung und Atmosphäre.

Die Story ist nicht sonderlich komplex, gut vorhersehbar und auch nicht gerade anspruchsvoll geschrieben. Sie liest sich also mühelos. Relativ kurze Kapitel mit immerhin neugierig machenden Titeln erleichtern das Lesen zusätzlich. Nach dem Prinzip „Ach, komm, eines schaffst du noch!“ war ich sehr bald auf der letzten Seite angekommen.

Das helle Cover passt gut zu der winterlich-verschneiten Geschichte. Das unvermeidliche Gesicht ist ebenfalls vorhanden. Und Dank des Wolfes weiß man eigentlich schon, welche Kreaturen hier umgehen, noch ehe man auch eine einzige Seite gelesen hat. Aber Überraschungen sind ja eh nicht gerade das Ding dieser Story.

Fazit: Von s ogrundlegenden Elementen wie den Charakteren und ihrem Verhältnis zu einander nahezu 1 zu 1 von den „Vampir Tagebücher“ übernmmen. Und der Schritt Richtung Innovation versumpft in einem wilden und wenig überzeugenden Stil-Mix. Zudem sehr oberflächlich und klischeebehaftet. Mich konnte „Mortal Kiss“ so nicht überzeugen.


Titel: Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich?
Autor: Alice Moss
Seiten: 347
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960186
Preis: € 17,99 (HC)

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  1. Rezension – Mortal Kiss (02) – Wem gehört dein Herz (Alice Moss) | Leserattes Blog

    […] man hier nachlesen kann, hat mich der erste Band dieser Trilogie nicht überzeugen können. Aber so schnell gebe ich […]

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