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Mrz 13

Rezension – Das Skript (Arno Strobel)

Eine Studentin bekommt per Post rätselhafte Botschaften zugeschickt auf Menschenhaut geschrieben. Die Polizei verdächtigt den früheren Bestsellerautor Christoph Jahn: In dessen Roman schneidet ein Serienkiller jungen Frauen die Haut vom Körper, um darauf den Anfang seines Romans, der von allen Verlagen abgelehnt worden ist, auf grausige Weise neu zu schreiben. So erhofft er sich die Aufmerksamkeit für sein Werk, die es seiner Meinung nach verdient hat. Doch Jahn schiebt die Schuld auf einen geisteskranken Fan, der bereits vor Jahren Verbrechen aus seinen Romanen nachgestellt haben soll, aber nie gefasst wurde. Die grausige Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Arno Strobels Bücher haben bei mir bisher einen unsteten Eindruck hinterlassen. „Der Trakt“ hat mir sehr gut gefallen. „Das Wesen“ konnte mich dagegen  gar nicht fesseln. „Das Skript“ hat nun wieder Boden gut gemacht. Somit steht es quasi 2:1 😉
Dabei hatte ich auf den ersten  Kapiteln durchaus noch Bedenken, da die Geschichte für mich nicht recht in die Gänge kommen wollte. Die unappetitliche Post schreckte mich nur mäßig und auch die Ermittlungen der Polizei habe ich bis dahin noch nicht als besonders interessant empfunden.
Darüber haben mich die beiden Ermittler aber ganz gut hinweggetröstet. Andrea Matthiessen und Stefan Erdmann sind vom Wesen und Vorgehen her so verschieden, dass ich diese Kapitel gerne genutzt habe um sie kennezulernen. Ich mag es, wenn Hauptcharaktere so unterschiedlich sind und zudem auch Ecken und Kanten haben. Eben wie diese beiden. Das ist immer reizvoll.
Schließlich hat mich die Story dann aber doch noch gepackt. Als die ersten ernsthaft Verdächtigen auftauchten und sich der Hintergrund der „Post“ nach und nach zu erschließen begann, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders interessant ist es deshalb, weil die Geschichte einen kleinen Einblick ins Buchwesen, hinter die Kulissen eines Verlages und in das Leben und Arbeiten eines Autors gewährt. Dabei merkt man, dass Arno Strobel hier quasi aus dem Nähkästchen plaudert. Will heißen, die Schildrungen sind niemals unglaubwürdig, obwohl sie mitunter skurril wirken. Aber man hat nie das Gefühl, Unmöglichkeiten zu lesen.
Schön auch, dass es ein überschaubarer Kreis Verdächtiger ist. Da fängt man irgendwann automatisch an, selber Vermutungen anzustellen. Die Auflösung hat mich dann trotzdem überrascht. Im Nachhinein betrachtet aber auch wieder nicht. Denn man weiß ja eigentlich: stille Wasser sind tief 😉
Für mich hätte es gerne noch eine Schippe mehr „Psycho“ in diesem Psychothriller sein dürfen. Ich habe „Das Skript“ als guten, aber eben ganz normalen Thriller empfunden. Die Auflösung war mir zu bodenständig. Man musste  nicht groß überlegen um sie zu durchblicken. Und es ist für mich eben ein Merkmal eines Psychothrillers, wenn man über die Auflösung ein wenig nachdenken muss ehe man sie komplett durchblickt. Aber das ist meine ganz persönliche Vorliebe.

Wer schon den „Trakt“ und das „Wesen“ gelesen hat, wird sich vom Schreibstil und damit auch vom Leseverhalten sofort wieder einfinden. Ich finde, Arno Strobels Psychothriller lesen sich sehr gut, flüssig und leicht. Hätten mich die ersten Kapitel nicht durch ihren Inhalt ausgebremst, hätte ich dieses Buch wohl an höchstens drei Abenden ausgelesen gehabt.

Optisch reiht sich das „Skript“ prima neben dem „Trakt“ und dem „Wesen“ ein. Ein schwarzer Hintergrund mit einem düster-schattigen, aber wirkungsvollen Motiv, und dazu der leicht erhabene Titelschriftzug. Dieses Aussehen steht einem Thriller gut.

Fazit:  „Das Skript“ kommt für mein Empfinden etwas schwer in die Gänge, was aber die Hauptcharaktere gut ausgleichen können. Langweilig wird es also nicht. Dann wendet sich das Blatt jedoch und die Handlung legt an Tempo und Spannung ordentlich zu. Wer Arno Strobels bisherige Thriller mochte, der macht auch mit „Das Skript“ nichts falsch.


Titel: Das Skript
Autor: Arno Strobel
Seiten: 400
Verlag: Fischer Verlage
ISBN: 978-3596191031
Preis: € 8,99 (TB)

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