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Jun 01

Rezension – Schattenblüte (02) – Die Wächter

Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurückgekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe aus seinem alten Rudel verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug? Luisa ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliches Geheimnis verbindet

Nachdem mir Band 1 nicht gefallen hatte, hatte ich große Hoffnungen in diese Fortsetzung gesetzt. Allerdings hatte ich nicht dran geglaubt, dass sie erfüllt werden würden. Umso überraschender, dass genau dies doch zutraf. „Die Wächter“ hat mir bedeutend besser gefallen als der Vorgänger.
Dafür gibt es einige ganz wesentliche Gründe. Zunächst mal hat dieser Teil den berühmten „roten Faden“, der mir bei Band 1 gefehlt hat. Er ist gleich in vielerlei Hinsicht spannend. Da ist zB die Frage, wie sich Luisas und Thursens Liebe entwickelt, der hier unter keinem allzu guten Stern steht. Thursen hat wenig Zeit für Luisa und diese lernt auch noch denn netten Elias kennen. Nachdem sich Thursen und Luisa anfangs geschworen haben, von nun an alle gemeinsam durchzustehen, habe ich gut mit Luisa mitgelitten, wenn Thursen sie mal wieder versetzte oder ihr gegenüber nicht offen und ehrlich war. Da konnte ich sogar mal Luisas gelegentliche Ausraster nachvollziehen.
Überhaupt Elias! Plötzlich ist da ein zweiter Junge, mit dem Luisa eine Freundschaft verbindet und der obendrein ausgesprochen attraktiv ist. Da kommt natürlich die Frage auf, ob sich hier nicht mehr entwickeln könnte. Vor allem weil Thursen Luisa ganz gut alleine und im Stich lässt. Dieses Element erhält natürlich noch dadurch zusätzlich an Brisanz, dass Elias der Erzfeind der Werwölfe ist. Das weiß Luisa jedoch nicht. Der Leser dagegen schon.
Dann hätten wir da den Handlungsstrang um Luisas werwölfischen Werdegang, denn der hat mit ihrer ersten Verwandlung in Band 1 unweigerlich begonnen. Durch eine erzwungene zweite Verwandlung spürt sie nun immer häufiger den Wolf in sich und obwohl man ahnt, was geschehen wird, will man es nicht so recht glauben bzw hofft, dass es doch nicht passiert. Vor allem, weil Thursen ja nun ganz Mensch ist.
Selbstverständlich birgt auch die Handlung um die Morde im Wald einiges an Spannung. Was ist in Thursens altem Rudel geschehen? Was bezwecken die Wölfe mit diesem Verhalten? Und in wieweit betrifft dies auch noch den menschgewordenen Thursen?
All diesen Fragen wird in diesem Band kontinuierlich nachgegangen, was mir sehr gut gefallen hat. Das ist spannend und abwechslungsreich und ergibt eine sehr dichte Handlung insgesamt, der ich neugierig gefolgt bin.
Auch mit Luisa konnte ich in diesem Teil mehr anfangen, weil sie mir erwachsener erschien. Keine kindisch-jähzornigen Ausbrüche mehr, kein ewiges Weg- und Hinrennen von und zu Thursen, nicht auf jeder zweiten Seite der gleiche Katzenjammer um den verstorbenen Bruder. Natürlich trauert sie noch, aber es wirkt wie gesagt erwachsener und ist auch nicht mehr so oberflächlich. Im Gegenteil, man bekommt sogar ganze Szenen mit Fabi beschrieben, so dass er greifbarer ist und man Luisas Trauer besser nachvollziehen kann. Zudem eröffnet sich für Luisa und ihn hier eine ganz neue und interessante Möglichkeit, bei der ich gespannt bin, ob sie im nächsten Band weitergesponnen wird.
Das einzige, was mich noch etwas gestört hat, das sind die Passagen im Wald bzw die Schilderungen davon. Ich weiß, wie ein Wald aussieht. Ich brauche keine absatzlangen Beschreibungen von Schatten, Blätterrascheln und Zweigeknacksen usw. Das kann man kürzer halten. Da bin ich immer in Versuchung, diese Szenen großzügig zu überspringen. Dafür ist die Handlung hier auch einfach zu spannend um sich mit solcherlei Naturerscheinungen länger zu befassen 😉

Ich habe zwei Abende für das Buch gebraucht. Es liest sich so leicht wie Band 1 und ist obendrein durch den Wechsel zwischen Luisa und Elias als Erzähler abwechslungsreich geschrieben. Luisas Kapitel sind oft realtiv lang, so dass man schon mit einem Kapitel einen -im Verhältnis- ordentlichen Teil des Buches geschafft hat.

Das Covermotiv fällt bei Band 2 deutlich heller aus als beim Vorgänger. Schade, mir hat das von Band 1 besser gefallen. Auch wenn die schwarze Blüte wieder zu sehen ist und das Mädchen angemessen  nachdenklich und geheimnisvoll dreinschaut.

Fazit: Wow! Eine 360-Grad-Wendung im Vergleich zu Band 1. Eine wesentliche erwachsener wirkende Luisa, mit der ich endlich mitfühlen konnte, und Spannung gleich auf mehreren Ebenen. So gehört sich das! 😉 Das macht Lust auf Band 3!

Danke an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel: Schattenblüte (02) – Die Wächter
Autor: Nora Melling
Seiten: 320
Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN: 978-3862520107
Preis: 14,95 (Broschiert)

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