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Aug 30

Rezension – Finding Sky – Die Macht der Seelen (01) [Joss Stirling]

Zed Benedict umgibt ein Geheimnis. Mit seiner Arroganz, seiner Unnahbarkeit, seinem Zorn schüchtert er alle ein: Lehrer, Mitschüler. Auch Sky, die sich, allerdings heimlich, stark zu dem unverschämt gut aussehenden Jungen hingezogen fühlt. Doch dann hört sie plötzlich seine Stimme in ihrem Kopf … und er versteht ihre gedachte Antwort! Als Zed daraufhin behauptet, Sky sei sein Seelenspiegel, sein ideales Gegenstück und ein Savant wie er, ein Mensch mit einer übernatürlichen Gabe, glaubt Sky ihm kein Wort. Und will ihm nicht glauben – denn tief in ihr drinnen rührt sich eine Fähigkeit, vor der sie eine Höllenangst hat.

Diesem Buch bin ich zunächst mit leichter Skepsis begegnet. Denn grundsätzlich bietet die Geschichte zunächst das vertraute und gerade so angesagte Schema: ein unges Mädchen -Sky- trifft in der Schule auf einen bemerkenswert gutaussehenden, aber irgendwie auch seltsamen Jungen. Namentlich Zed. Selbstverständlich ist etwas Übernatürliches an ihm, das widerum in irgendeinem Zusammenhang mit Sky zu stehen scheint.
Soweit ist das nichts, was man nicht schon so ähnlich mal irgendwo gelesen hätte, und die Geschichte nimmt sich auch ihre Zeit dafür. Ehe wirklich Schwung in die Story kommt, dauert es schon geraume Zeit. Die wird einem aber ganz unterhaltsam vertrieben, was vor allem daran liegt, dass Skay unheimlich witzig erzählt. So schüchtern sie eigentlich ist, sie hat einen bissigen Sinn für Humor und einen scharfen Blick auf die Welt um sie herum.
Erfreulicherweise zeigt sich die Lovestory hier recht dezent. Natürlich, Sky schwärmt für Zed, es wird mehrfach erwähnt, wie unglaublich gut er aussieht, aber kitschig geht es -ebenfalls Dank Skys Humor- nicht zu. Stattdessen ist es einfach schön und vergnüglich zu lesen, wie Sky und Zed sich allmählich einander annähern.
Nach diesem Vorgeplänkel, bei dem nur ab und zu kurz durchblitzt, das die beiden etwas ganz Außergewöhnliches verbindet, nimmt die eigentliche Handlung dann Anlauf und von da an geht in Skys Leben ganz ordentlich rund.
Mir hat speziell gefallen, dass Joss Stirling mit ihren Savants eine neue Spezies übersinnlich begabter Lebenwesen an den Start schickt, die in ihren Talenten zudem sehr vielseitig und verschieden sind. Das beweist Zeds Familie ganz eindeutig, und auch Sky entdeckt allmählich gewisse ungeahnte bzw gut verdrängte Fähigkeiten an sich. Denn in Skys Vergangenheit hat sich ein schrecklicher Vorfall ereignet, dessen Ausgang im Prolog erzählt wird. Was diesem Ereignis voranging wird erst im Verlauf der Geschichte erzählt, so dass sie in dieser Hinsicht schon mal ganz spannend ist.
Zeds Familie stellt ihre Fähigkeiten dem FBI und der Polizei zur Verfügung. Einer von ihnen kann in die Vergangenheit sehen, einer in die Zukunft, ein anderer wittert Gefühle. Solche Talente eignen sich prima dafür, gegen das Verbrechen zu kämpfen. Mir war das zwar etwas Heiligenschein zu viel, aber natürlich macht man sich mit solcher Arbeit auch schnell Feinde. Und die haben es auf Zed und seine Familie abgesehen und vermuten in Sky mit ihren frisch entdeckten Fähigkeiten das ideale Druckmittel.
Das war für mich die größte Stärke der Geschichte. Dass man es zwar mit übersinnlich begabten Menschen zu tun hat, ihre Kämpfe und Probleme aber sehr irdisch und real sind. Nicht nur Scharmützel mit irgendwelchen magischen Waffen, sondern auch ganz handgreifliche Auseinandersetzungen beispielsweise mit Waffen. Keine Savant-Polizei, sondern das ganz gewöhnliche FBI. So nahm das Übersinnliche niemals Oberhand, sondern hielt sich mit dem irdischen Verbrechen die Waage.
Im Grunde habe ich „Finding Sky“ ab einem gewissen Punkt als einen prima Krimi / Thriller mit magischen Elementen empfunden, die dem Geschehen lediglich noch mal einen besondern Pfiff gaben.

Wie schon erwähnt erzählt Sky ihre Geschichte mit einem guten Schuss Humor, so dass es immer wieder Anlass zum Schmunzeln oder Lachen gibt. Das bringt auch Tempo rein und liest sich einfach leicht weg. Als die Handlung sich dann dem Kampf zwischen Zeds Familie und ihren Widersachern zuwendet und es im Zuge dessen auch Sky an den Kragen geht, wird die Erzählweise etwas ruhiger. Das fand ich gut, denn die Handlung wird von da an auch komplexer und es lohnt sich, von nun an langsamer zu lesen.

Ich muss es leider so herzlos sagen: das Cover spricht mich gar nicht an. Als ich es zum ersten Mal sah, wusste ich beim besten Willen nicht, welches Genre ich dahinter vermuten sollte. Und hätte ich raten müssen, hätte ich komplett daneben gelegen. Wirklich positiv finde ich einzig, dass einen nicht wieder ein Mädchen vom Umschlag aus entgegen sieht. Zu pink, zu sehr auf Liebe und Romantik ausgelegt.

Fazit: Bitte nicht vom Cover täuschen lassen! „Finding Sky“ lohnt sich in jedem Falle, auch wenn es sich anfangs wie Schema F liest. Die Geschichte kriegt den Dreh später noch sehr gut und entwickelt sich zu einem spannenden Thriller mit übersinnlichem Einschlag. Zudem ist sie witzig erzählt und -wie es aussieht- mit diesem Band tatsächlich beendet. Der nächste Band befasst sich wie man liest mit anderen Charakteren. So wird man nicht mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen und muss nicht Monate lang der Fortsetzung entgegeniebern. Auch das finde ich ganz positiv an „Finding Sky“.

Vielen Dank an dtv für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Finding Sky – Die Macht der Seelen (01)
Autor: Joss Stirling
Seiten: 464
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423760478
Preis: € 16,95 (HC)

1 Kommentar

  1. Monika Schulze

    Eine tolle Rezension! Ich hab das Buch auch schon gelesen und war total begeistert davon. Allerdings hätte ich mir im Folgeband schon noch etwas mehr von Sky und Zed gewünscht, da ich dieses Paar einfach super finde 😉

    LG
    Monika
    http://www.suechtignachbuechern.blogspot.de

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