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Nov 16

Rezension – Gänsehaut (06) – Der Geist von nebenan (R.L. Stine)

„Langweilig und öde werden diese Sommerferien, denkt sich Hannah, denn all ihre Freundinnen sind ins Ferienlager gefahren. Doch dann zieht nebenan ein Junge ein und es kommt zu unheimlichen Ereignissen. Hat ihr neuer Nachbar vielleicht irgend etwas damit zu tun?“

Dieses kleine Büchlein war ein Zufallsfund auf einem Bücherflohmarkt. Ich mochte die „Gänsehaut“-Geschichten früher sehr gerne und wollte ausprobieren, ob das heute auch noch so ist.
Ja, ist es! 😉
Man muss aber schon klar sagen, dass man mit dieser Geschichte eine Story für Leser ab etwa 10 Jahren vor sich hat. In diesem Alter ist auch Hauptperson Hannah, wodurch sich die jungen Leser sicher leicht und gut mit ihr identifizieren können.
Im Haus nebenan tut sich Seltsames, wie Hannah in den sonst so langweiligen Ferien feststellen muss. Plötzlich ist dort ein Junge eingezogen, der sich ausgesprochen seltsam benimmt und ungewöhnliche Talente besitzt. Hannah beschließt, dieser Sache nachzugehen.
Es ist spannend, sie dabei zu begleiten. Dann und wann habe ich ein wenig darüber gestaunt, dass es in dieser Kindergeschichte auch mal ganz deftig zugeht. Dass ein Erwachsener ein paar Kids mit dem Gewehr bedroht, das ist in Geschichten für diese Altersgruppe ja nicht ganz ohne. Ich denke aber, genau das macht den Reiz aus. Denn den angehenden Teenies muss man heute sicher schon etwas bieten um sie auf ein Buch aufmerksam zu machen. Dafür sind solche Details und der dezente Gruselfaktor ideal geeignet. Und beides kommt hier ausgesprochen wohldosiert daher, da müssen sich die Eltern keine Sorgen machen, dass ihren Kindern schlaflose Nächte bevorstehen.
Die große Wendung der Geschichte habe ich so nicht kommen sehen. Ich habe mich lange gefragt, was da in Hannahs Nachbarschaft vor sich geht, und war ebenso ahnungslos wie sie selber. Erst an einem bestimmten Punkt kam mir ein Verdacht, der sich später als richtig herausstellte. Ein schöner Kniff, der mich ehrlich überrascht hat und zu einem ganz unerwarteten Ende führte. Ich frage mich, ob alle  bzw viele der „Gänsehaut“-Geschichten eine solche Wendung nehmen. Vielleicht bin ich ja einfach nicht im Traning was „Gänsehaut“ angeht? Da werde ich wohl noch die eine oder andere Geschichte lesen müssen 😉
Sehr gerne!

Sprachlich ist die Geschichte sehr nahe an der Sprache der jungen Leser. So fällt das Lesen leicht. Ich hatte die 122 Seiten im Nu gelesen. Kinder werden dafür wohl länger brauchen und dazu lädt die Geschichte auch ein. Die Kapitel sind gleichmäßig lang, so dass man es sich gut einteilen kann. Gewundert habe ich mich über die unstete Übersetzung. Einerseits traut man den Kids offenbar zu, mit Straßennamen wie „Elm Street“ und Dollars klarzukommen, andererseits wird eine „Ahornstraße“ treuherzig ins Deutsche übersetzt.

Die geisterhaft durchscheinenden Schuhe auf der Fußmatte passen gut zum Titel und der Geschichte. Das wirkt kindgerecht unheimlich. Ich bin ja außerdem immer ganz begeistert von dem „Gänsehaut“-Logo mit dem schleimtriefenden Rahmen und den Farben, die sich so herrlich beißen.

Fazit:  „Der Geist von nebenan“ hat mich mit einer gewitzten Wendung überrascht und auch sonst ganz spannend unterhalten. Für Grusel-Einsteiger ein feines kleines Büchlein, das sich dank des Taschenformats überall mit hinnehmen lässt.


Titel: Gänsehaut (06) – Der Geist von nebenan
Autor: R.L. Stine
Seiten: 123
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3-570-24027-4
Preis: € 3,00 (TB)

1 Kommentar

  1. Friedelchen

    Hehe, das habe ich vor bestimmt schon über 10 Jahren gelesen und fand es toll. Vielleicht sollte ich es mal wieder aus der Mottenkiste holen und noch einmal lesen 🙂 Danke für die Erinnerung.

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