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Jan 15

Rezension – Radieschen von unten (Lotte Minck)

radieschenvonuntenDas Leben kann ganz schön hart sein, findet Loretta Luchs. Der Job an der Sex-Hotline ist anstrengend, der Freund zu Hause erst recht. Um mal in Ruhe nachzudenken, zieht sie für ein paar Sommertage in den Schrebergarten ihrer Freundin Diana. Für Loretta ist die Kolonie „Saftiges Radieschen“ das Paradies auf Erden. Selbst die ständige Präsenz von Muskelprotz Frank, der schneller redet als denkt, kann das Idyll nicht stören. Wohl aber die Tatsache, dass Parzellennachbar Uwe eines schönen Sommermorgens kopfüber in seiner Regentonne steckt – mausetot.

Dieses Buch war eine Zufallsentdeckung. Es klang so witzig, dass ich nicht daran vorbeikam.
Loretta ist eine Hauptfigur ganz nach meinem Geschmack. Einfach eine ganz normale junge Frau mit Sorgen und Freuden, wie sich sicher jede Leserin sie gelegentlich mal hat. Lediglich Lorettas Job ist etwas ausgefallen, dafür aber auch für manches Grinsen gut. Überhaupt habe ich bei diesem Buch oft gelacht.
Loretta erzählt ihre Geschichte mit einem so schönen Humor, dass man gar nicht anders kann.
Sogar als sie -mit gutem Grund- ihren Freund sitzenlässt und in das Schrebergartenhäuschen einer Freundin zieht um ihm eins auszuwischen.
Doch so idyllisch es dort auch aussieht, dieser Schein trügt! Schon bald kommt es zwischen Tomaten und Radieschen zu einem sonderbaren Todesfall nach dem anderen. Und Loretta stellt eher unfreiwillig erste Nachforschungen an.
Mit hat der Schauplatz prima gefallen. Man sieht die Siedlung schnell deutlich vor sich und natürlich auch die Todesfälle in dieser Oase der Erholung. Das wirkt skurril bis schräg, und sowas mag ich.
Die Laubenpieper selber sind ebenfalls gut gelungen. Die meisten sind genauso kauzig wie man sich Schrebergärtner vorstellt. Eben ein ganz eigenes Völkchen, aus dem man als Außenstehender manchmal nicht recht schlau wird.
Das trägt natürlich auch dazu bei, dass man als Leser nicht wirklich weiß, wo man zu knobeln anfangen soll. Vielleicht ist ja das, was einem verdächtig vorkommt, in einer Schrebergartenkolonie völlig normal? Das bringt Spannung rein! Außerdem macht es Spass, mit Loretta und ihren neuen Freunden -allen voran Orginal Frank- den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen.
„Radieschen von unten“ ist halt ein Krimi ohne typischen professionellen Ermittler und beweist, dass auch das prima funktionieren kann.

Kurze Kapitel mit einladenden Titeln und Lorettas lockere und humorvolle Erzählweise sorgen dafür, dass sich das Buch im Nu lesen lässt. Ich habe das Buch im Herbst / Winter gelesen, kann es mir aber auch toll als freche Sommerlektüre vorstellen.

Das Covermotiv gewährt einen Blick in einen Schrebergarten. Vielleicht ist es ja sogar der von Loretta und ihrer Freundin. Die Idylle eine solchen Kolonie kommt hier schön rüber und ein Schuss Gartenzwerg-Kitsch ist ebenfalls vorhanden. Man sollte gar nicht denken, dass sich hinter diesem friedvollen Motiv ein Krimi verbirgt.

Fazit: „Radieschen von unten“ ist ein Krimi ohne professionellen Ermittler, deswegen aber nicht minder spannend. Und dank des feinen Blicks auf die Laubenpieper und ihre Schrullen ist auch für ganz viel Spass gesorgt. Eine spannend-witzige Lektüre also, die sich Fans solcher Geschichten unbedingt im Sommer mit auf die Strand- oder Gartenliege nehmen sollte.


Titel: Radieschen von unten
Autor: Lotte Minck
Seiten: 256
Verlag: Droste Verlag
ISBN: 978-3770014897
Preis: € 10,00 (TB)

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  1. Gelesen 2013 | Leserattes Blog

    […] Rezension – Radieschen von unten (Lotte Minck) […]

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