«

»

Apr 17

Rezension – Tote tragen keine Pelzmütze (Karin Baron)

pelzmuetzeWinterferien in Potsdam: Super! Doch statt Kuscheln mit ihrem Freund Jan, Spaziergängen und heißer Schokolade muss Fanny als Babysitter herhalten – und wird dabei unfreiwillig Zeugin eines Verbrechens. Wo ist das entführte Baby Tessa? Und was hat es mit dem Au-pair-Mädchen auf sich, das Fanny ständig über den Weg lauft? Fanny kann das Ermitteln nicht lassen und so steckt sie bald mitten in einem gefährlichen Chaos aus Liebe und Verrat.

Nachdem Fanny ihren ersten Fall auf Sylt gelöst hat, verschlägt es sie in diesem zweiten Band ins winterlich verschneite Potsdam zu ihrer Mutter. Das hat aber zumindest den Vorteil, dass Fannys Freund Jan in erreichbarer Nähe ist. So ist Fanny also erstmal ganz guter Dinge über die Ferien bei ihrer Mutter.
Allerdings dauert es nicht lange bis sich Seltsames ereignet. Über ein Babyphon hört sie ein sonderbares Gespräch mit und wenig später erfährt sie, dass ein Baby entführt wurde. Hängt das etwa zusammen?
Fanny wäre nicht Fanny, wenn sie der Frage nicht nachgehen würde.
Dabei stellt sich dann aber bald heraus, dass das entführte Baby quasi nur die Spitze des Eisberges ist.
Ich muss gestehen, ich dachte zunächst, dass sich die Geschichte auf die Suche nach dem Baby beschränken würde, denn alleine aus dieser Idee kann man eine spannende Geschichte machen. Dafür ist so etwas nun wirklich dramatisch genug.
Deshalb hat es mich ziemlich überrascht als sich nach und nach herausstellte, dass das entführte Baby nur ein Teil eines größeren Ganzen ist, das in Sachen Dramatik noch mal eine ordentliche Schippe nachlegt.
Es ist ein schwieriges und heikles Thema, das auch zum Nachdenken anregt. Inzwischen empfinde ich das als recht typisch für Jugendthriller / Jugendkrimis aus dem Kosmos Verlag. Hier kommt stets auch ein schwieriges, sozialkritisches Thema auf den Tisch und wird so behandelt, dass bereits die jugendlichen Leser damit etwas anfangen können. Ich stehe dem kritisch gegenüber, seitdem solche Themen in den „Svea Anderssson Krimis“ (ebenfalls im Kosmos Verlag erschienen) die Krimis weit in den Hintergrund gerückt haben. Umso mehr hat es mich gefreut, dass dies hier eben nicht der Fall war. Zwar wird speziell am Ende nochmal ordentlich Kritik an solchen Vorkommnissen geübt, aber zuvor ist die Geschichte einfach ein richtig spannender Jugendkrimi. So soll das sein!
Besonders gefallen hat es mir, dass man hier sehr gut mitermitteln und eigene Schlüsse ziehen kann UND dabei auch noch die Chance hat, auf genau die richtige Lösung zu kommen. Ich mag es zwar auch gerne, wenn mich ein Krimi am Ende nochmal überrascht, aber es ist doch genauso schön, wenn man sich am Ende des Buchs auf die Schulter klopfen kann, weil man bei der Auflösung goldrichtig gelegen hat.
Etwas schwer habe ich mich damit getan, dass vor allem am Anfang viel über den Job von Fannys Mutter gesprochen wird. Sie macht Führungen durch Schloss Sanssouci und das Neue Palais. Später besucht Fanny sie dort sogar und beschreibt diese Orte. Wer sich mehr für Historisches interessiert als ich, dem wird das sicher gefallen. Mein Fall ist das schlichtweg nicht. Gut, dass Fanny wenigstens so locker und amüsant davon erzählt, sonst hätte ich diese Parts womöglich übersprungen.
Außerdem sollte man für diesen Fall ein größeres Faible für kleine Kinder haben als ich es habe. Meine Toleranz stinkenden, vollen Windeln, Babybrei und lautstarkem Spiel gegenüber hält sich in sehr, sehr engen Grenzen. Entspechend konnte ich es beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass Fanny den Babysitterjob annimmt und auch meist noch recht begeistert davon ist.
Beide Punkte sind aber -wie gesagt- reine Geschmackssache.

Fannys pfiffige, freche und lustige Erzählweise hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Das liest sich flüssig und zügig und trifft den Ton der angepeilten Leserschaft (aus der ich bereits heraus bin ;)). Und wenn mir das Lesen eines Buchs so viel Spass macht, dann kann ich es nur schwer beiseite legen. So kam es dann auch, dass ich „Tote tragen keine Pelzmütze“ in einem Rutsch gelesen habe.

Das Cover wirkt zwar recht schlicht, vereint aber doch einige wichtige Elemente aus Fannys neuem Fall in sich. Das weiß man aber erst nach der Lektüre. Ansonsten mag ich diesen kräftigen Kontrast sehr gerne zwischen den pinkfarbenen Stiefeln und der Schrift und dem Weiß des Schnees. Das schwarze Loch im Eis verspricht zudem eine gewisse Düsternis.

Fazit:  Ich fand „Tote tragen keine Pelzmütze“ sehr spannend und habe es in vollen Zügen genossen, dass man so gut gemeinsam mit Fanny ermitteln und sogar auf die richtige Auflösung kommen kann. Grundlage für den Fall ist ein sozialkritisches Thema, das den Leser sensibilisiert, dabei aber nie den Fall in den Hintergrund drängt. Dennoch ist die Geschichte -typisch Fanny- witzig erzählt. Daher konnte ich gut über meine persönlichen zwei Kritikpunkte hinwegsehen. Ein gelungener neuer Fall für die junge Detektivin.

Danke an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eine Rezensionsexemplares!


Titel: Tote tragen keine Pelzmütze
Autor: Karin Baron
Seiten:  201
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440140093
Preis: 9,99 (TB)

amazonbutton

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

%d Bloggern gefällt das: