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Mai 11

Rezension – Valhalla (Thomas Thiemeyer)

valhalla2015. Spitzbergen – der nördlichste Siedlungspunkt der Menschheit. Eine Welt aus Eis und Schnee, überschattet von vier Monaten Polarnacht. Dort plant Archäologin Hannah Peters, geheimnisvolle Strukturen unter dem arktischen Eis zu untersuchen: Das Abschmelzen der Gletscher hat mutmaßlich Fundamente eines mythischen Nordreiches zutage gefördert. Doch Hannah ist nicht die Erste, die diese Ruinen erkundet.
1944. Im annektierten Norwegen, fernab jeder Siedlung, reift ein Projekt, das grauenvoller ist als alles, was Menschen je ersonnen haben. Eine biologische Zeitbombe, verborgen unter dem ewigen Eis. Ihr Codename: Valhalla.

Bis zu „Valhalla“ hatte ich noch keinen von Thomas Thiemeyers Thriller gelesen. Dann entdeckte ich das Buch auf der Buchmesse und der Klappentext klang ausgesprochen verheißungsvoll. Ich mag Thriller, die im Ewigen Eis spielen. Schon deshalb, weil alleine die Vorstellung von solcher Kälte einer meiner persönlichen Albträume ist. Ein kleiner Wermutstropfen war der Hinweis darauf, dass die Zeit um 1944 ebenfalls eine Rolle spielen würde. Das ist so gar nichts, was mich großartig interessier. Aber ich wollte es wagen, und bin belohnt worden!
Da ich noch keinen anderen Thriller von Thomas Thiemeyer kannte, war ich recht schnell etwas verdutzt. Denn immer mal wieder wird angedeutet, dass Hannah Peters bereits andere Abenteuer erlebt hat. Ich hatte etwas Sorge, dass mir das zum Verhängnis werden würde, aber diese Sorge war unbegründet. Man muss Hannahs vorige Abenteuer nicht kennen um in „Valhalla“ mit ihr klarzukommen und durchzusteigen. Sie wurde mir schnell sympathisch, was auch daran lag, dass sie Eis, Schnee und Kälte überhaupt nicht mag und sich erst ab 25 Grad so richtig wohl fühlt. Genau meine Meinung!
Einen kleinen Schrecken bekam ich dann nach Hannahs erstem Besuch in Spitzbergen. Kaum dass man dort das erste erschreckende Szenario erlebt hat, kehrt die Handlung zurück nach Deutschlands. Natürlich habe ich mir Sorge um Hannah gemacht, aber ich wollte auf keinen Fall, dass der Rest der Geschichte nicht in Spitzbergen spielt, sondern anderswo!
Umso froher war ich als ich feststellte, dass Hannah sich selbst von einem solchen Vorfall nicht abhalten lässt. Da mochte ich sie gleich noch eine ganze Spur mehr. Es war interessant zu verfolgen, welche Personen sie auf ihrem zweiten Besuch in Spitzbergen mitnimmt. Eine tolle Mischung aus verschiedenen Wissenschaftlern und Experten, die für viel Abwechslung in der weiteren Handlung bürgen.
Zurück in Schnee und Eis lernt man dann noch andere Seiten der Gegend kennen. Ich muss zugeben, dass sie mich nun doch ein wenig reizte. Vor allem durch die Tour mit den Hundeschlitten. Das würde ich gerne einmal selbst mitmachen. Da würde mich dann wohl nicht mal die Kälte mehr stören. Gleichzeitig fand ich es sehr spannend, was Hannah und ihre Leute auf dem Weg zurück zur Fundstätte erleben. Denn kaum zur Tour dorthin gestartet, hängen ihnen bereits Widersacher an den Hacken und es kommt zu einigen brenzligen Situationen. Thomas Thiemeyer scheut sich dabei auch nicht, die eine oder andere lieb gewonnenene Figur über die Klinge springen zu lassen, was mir besonders im Fall des Hundeführers leid getan hat. So knurrig und unwillig er oft auch wirkt.
Zurück an der Fundstätte der angeblich mythischen Siedlung wird es dann obendrein auch noch schön gruselig. Um das als angenehm zu empfinden sollte man allerdings wie ich ein Faible für Geschichten um solche Versuche und ihre Ergebnisse haben. Zwar fand ich es etwas arg durchschaubar, wer sich dort herumtreibt und die Gruppe verfolgt und angreift, aber die Idee hat mir zu gut gefallen um das groß zu verurteilen. Vor allem, weil man sich lange nicht sicher sein kann, ob die Angreifer es wirklich auf die Gruppe abgesehen haben, oder ob sie ihnen nicht vielleicht doch eher wohlgesonnen sind.
Gelegentlich wechselt der Schauplatz zu den Verfolgern, die Hannah und ihre Leute bereits kurz nach der Ankunft unwissentlich aufgegabelt haben, und die sind alles andere als zimperlich. Außerdem bekommt man in diesen Passagen einige Hintergrundinformationen um die Fund im Ewigen Eis. Zu meiner Erleicherung wurde auch hier nicht sonderlich auf die Zeit um 1944 eingegangen.

Ich denke, ich werde mir vielleicht auch Thomas Thiemeyers andere Erwachsenenthriller genauer ansehen. Mir hat nämlich nicht nur die Geschichte von „Valhalla“ gefallen, sondern auch wie es geschrieben ist. Spannend und interessant, dabei aber in gewisser Weise auch ganz locker. Vor allem ohne historische Hintergründe oder Beschreibungen von Orten unnötig breit auszuwalzen. Genug von allem, damit man es sich vorstellen kann, aber nicht so viel, dass man sich dabei langweilen könnte. Das geht speziell bei mir nämlich sehr, sehr schnell…

Das Cover hat mich auf der Buchmesse sofort angesprochen. Vor allem wegen der schönen Farben. Das kräftige Grün der Nordlichter ist ein toller Kontrast zum sonst eher düsteren Motiv. Das alleine lässt bereits auf eine geheimnisvolle Geschichte hoffen, doch in Kombination mit dem Labyrinth gibt einem das Motiv erst recht Rätsel auf.

Fazit:  Ich habe mit „Valhalla“ einige Leseabende verbracht, die mir ein wohliges Fröstel verursacht haben. Eine sehr spannende und mysteriöse Geschichte im Ewigen Eis, bei der auch Gruselfans auf ihre Kosten kommen dürften. Das wird sicher nicht mein letzter Erwachsenenthriller von Thomas Thiemeyer bleiben.

Vielen Dank an Dromer Knaur für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Valhalla
Autor: Thomas Thiemeyer
Seiten: 512
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426652657
Preis: 19,99 (HC)

bestellamazon

3 Kommentare

  1. Kay

    Hallo Sandra,

    der Schreibstil des Autors ist wirklich genial. Und außerdem ist Thomas Thiemeyer sehr nett und nah bei seinen Lesern. Ich konnte ihn auf der LBM kennenlernen. Vielleicht wäre die „Eden-Trilogie“ von ihm auch was für dich? Habe die Reihe jedenfalls geliebt.
    Bei Valhalla war ich ursprünglich skeptisch. Aber die Geschichte konnte mich echt überzeugen 🙂

    LG

    Kay

    1. leserattz

      Hallo Kay!

      Von der „Eden“-Trilogie kenne ich bislang nur Teil 1. Den habe ich damals als Hörbuch gehört. Leider war das gar nicht mein Fall.
      Aber ich werde weiterhin ein Auge auf Thomas Thiemeyers Bücher haben, ganz sicher.

      LG
      Sandra

  2. Kay

    Hi Sandra,

    das solltest du auf jeden Fall. Werde mir bestimmt noch die anderen Teile über Hannah Peters besorgen. Die sind bestimmt auch richtig gut 🙂

    LG

    Kay

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