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Feb 28

Rezension – Finstermoos (01) – Aller Frevel Anfang (Janet Clark)

Finstermoos - Aller Frevel Anfang (Janet Clark) Auf der Baustelle seines Vaters findet Valentin den Körper eines vor vielen Jahren verstorbenen Babys. Sofort strömen Journalisten in das idyllisch gelegene Bergdorf, darunter auch Armina Lindemann mit ihrer 19-jährigen Tochter Mascha. Schon bald werden Valentin und Mascha Opfer seltsamer und lebensbedrohlicher Unfälle, dann verschwindet Maschas Mutter spurlos. Mascha glaubt nicht an einen Zufall – hat die Journalistin bei der Recherche für ihren Artikel etwas herausgefunden, was sie nicht wissen soll? Gemeinsam mit Valentin und zwei weiteren Freunden sucht sie nach ihrer Mutter und rührt damit an ein lange verborgenes Geheimnis, das jemand um jeden Preis zu schützen versucht.

Auf den Start dieser Reihe habe ich lange hingefiebert und als ich das Buch endlich in Händen hielt, wurde es umgehend gelesen.
Die Reihe ist auf vier Teile ausgelegt und mit „Aller Frevel Anfang“ geht es nun los. Wie der Titel es verrät, handelt es sich erst um den Anfang einer größeren Geschichte. Ich finde, das spürt man beim Lesen recht deutlich. Man hat hier ausgiebig Zeit und Gelegenheit, sich mit den Figuren bekannt zu machen. Davon gibt es eine ganze Reihe und ich habe tatsächlich fast das gesamte Buch gebraucht um mich unter ihnen zurecht zu finden. Valentin, Mascha, Luzie und Basti hatte ich schnell auf der Reihe, weil sich die Handlung hauptsächlich um sie dreht.
Aber für die Nebenfiguren habe ich schon eine Weile gebraucht, obwohl sie nicht minder wichtig sind. Hauptsächlich lag das daran, dass man nicht nur die Figuren kennen , sondern auch noch um jede noch so kleine Verbindung zwischen allen Charakteren Bescheid wissen muss.
Ich habe einige Male zurückgeblättert und nochmal gelesen um das hinzubekommen und denke, dass man sich die Zeit dafür nehmen muss, wenn man nicht irgendwann im Laufe der Reihe aufgeschmissen dasitzen möchte. Dieser erste Band lässt nämlich schon deutlich eine komplexe Story erahnen.
Der Beginn dieser Story hat mir wirklich sehr gut gefallen. Mit der Babyleiche geht es gleich schon ziemlich in die Vollen. Das ist ja nun wirklich ein mehr als grausiger Fund! Doch in Finstermoss und den Bergen und Wäldern drumherum gehen scheinbar noch andere seltsame Dinge vor sich. Was hat es mit der Legende um den Schmugglerpfad auf sich? Wer vertauscht heimlich Maschas Shakes um ihr zu einem allergischen Schock zu verhelfen? Wieso findet man am Haus von Luzies Vater die Farbe, mit der auf der Baustelle von Valentins Vater herumgeschmiert wurde? Und vor allem: warum geschieht all das und wer könnte dahinter stecken?
Das sind viele Fragen, die in diesem ersten Band natürlich noch nicht beantwortet werden, einem aber zum Grübeln bringen. Das hat „Aller Frevel Anfang“ für mich so spannend gemacht. Dieses Knobeln und zu versuchen, Erklärungen und Verbindungen zu finden. Es gibt aber auch Szenen, die von sich aus Spannung einbringen, wie zB ein durchgehendes Pferd, das den Reiter in Lebensgefahr bringt oder ein naiver Bauernjunge, die gerne mit der Axt in der Hand auf dem Hof herumläuft.
Schön fand ich außerdem, wie Finstermoos als Ort beschrieben wird. Man hat schnell so ein kleines, verschlafenes und trügerisch friedliches Dorf in den Bergen vor Augen, ein schickes Hotel, schöne, aber auch leicht unheimliche Wälder und beeindruckenden Berge ringsum. Würden in Finstermoos nicht solch schaurige Dinge passieren, es wäre das ideale Dorf um Urlaub zu machen.
Das Ende selber ist erstens -jedenfalls für mich- ein Gänsehautgarant, zweitens aber auch schlichtweg fies. Da hängt man nun wortwörtlich zwischen Himmel und Erde fest bis es weitergeht mit der Reihe.

Obwohl das Buch mit seinen 220 Seiten nicht gerade dick ist, habe ich doch länger dafür gebraucht als gedacht. Einmal, weil ich mich -wie oben schon gesagt- mit den vielen Figuren und ihre Beziehungen untereinander schwer getan habe. Zum Anderen aber auch, weil es recht viele beschreibende Passagen gibt. Nach und nach wird das weniger und es gibt immer wieder Dialoge, sodass mir das Lesen nach einer Weile leichter fiel. Abwechslung bringen außerdem die Perspektivwechsel und die vereinzelten Kapitel, die eine Zeit nach der eigentlichen Handlung spielen und einem so gewissermaßen einen kleinen Ausblick gewähren.

Das Cover mochte ich auf Anhieb. Trotz des recht hellen Türkis wirkt es doch eine gute Spur unheimlich und düster. Dazu trägt natürlich die auch schwarze Vogelscheuche bei. Schlägt man das Buch auf und klappt die Broschur komplett auseinander, so erhält man ein größeres Bild im gleichen Stil, das bereits etwas über die Geschichte verrät. Das Buch fühlt sich außerdem anders an als andere Bücher, nicht so glatt nämlich. Wenn man über die Deckel streicht, fühlt es sich an wie sehr feine Pappe, aber im positiven Sinne. Edel und eben erfreulich anders.

Fazit:  Der Start in die Reihe war für mich einerseits recht anstrengend. Man muss schon gut aufpassen und konzentiert bei der Sache sein um alle Figuren und die Beziehungen / Verbindungen unter ihnen immer präsent zu haben. Es lohnt sich andererseits aber, sich diese Zeit zu nehmen. Denn mit der Babyleiche kommt Unruhe und Aufregung in das zuvor so verschlafene Dorf. Ich fand es sehr spannend, was Luzie, Mascha, Basti und Valentin erleben. Mehr als einmal geraten sie in gefährliche Situationen und irgendwie hatte ich immer den Eindruck, dass noch etwas richtig Böses im Hintergrund lauert.  Ich freue mich schon auf Band 2!


Titel: Finstermoos (01) – Aller Frevel Anfang
Autor: Janet Clark
Seiten: 220
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785577486
Preis: € 9,99 (Broschiert)

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