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Mrz 26

Rezension – Gänsehaut (08) – Die Puppe mit dem starren Blick (R.L. Stine)

gaense08 Kris ist sauer auf ihre Schwester Lindy, denn die spielt sich mit Slappy, ihrer Bauchrednerpuppe, mal wieder in den Vordergrund. Da beschließt Kris, sich auch eine Puppe zuzulegen. Doch kaum ist die dann im Haus, geschehen dinge, für die es keine Erklärung gibt. Oder doch?

Ich mag keine Bauchrednerpuppen. Nicht etwa, weil ich sie unheimlich oder gruselig finde, sondern weil ich die Shows mit ihnen einfach albern und zum Fremdschämen peinlich finde. Ein wenig skeptisch bin ich also an diese „Gänsehaut“-Geschichte herangegangen. Aber ich war bereit, mich zur Abwechslung mal vor eine Baurednerpuppe zu gruseln. Besser als sich für sie zu schämen.
Ich muss aber gestehen, dass mich auch Puppe Mr. Wood  und seine Geschichte nicht wirklich begeistern konnten.
Das liegt zum einen daran, dass ich Mr. Wood wirklich einfach nur eklig und bösartig fand. Natürlich, so muss er sein, er ist ja die böse, dämonische Puppe. Aber seine Streiche sind nicht schaurig, sondern eben schlicht bösartig. Das ist für mich schon ein Unterschied. Wenn ich mich grusele bzw eine Figur unheimlich finde, okay. Aber ich mag beim Lesen nicht dauernd des Bedürfnis haben, einer Figur mal ordentlich eins hinter die Löffel zu geben. Mr. Wood aber hätte ich aber mit Vergnügen sofort in einen Gartenhäcksler gesteckt.
Zweitens ging es mir gegen Ende tierisch auf den Senkel, dass Mr. Wood dauernd erwähnt, dass er besondere Fähigkeiten habe! Spätestens nach dem dritten Mal will man endlich wissen, welche Fähigkeiten das sein sollen. Und ich bin mir sicher, dass sich auch junge Leser das fragen werden. Das ist sicher kein Problem, das ich habe, weil ich kein Kind mehr bin.
Mein drittes wesentliches Problem mit der Geschichte hat mit Mr. Wood nichts zu tun. Auf mich wirkten Kris‘ und Lindys ewige Streitereien, das ständige Gezicke und das dauernde Konkurrenzdenken absolut unglaubwürdig. Dass sich Geschwister nicht sonderlich mögen, das kommt sicher vor. Streit kann an der Tagesordnung sein und sicher kommt auch Neid oft genug vor. Aber die beiden Mädels liegen ja quasi ständig auf der Lauer, wie sie einander das nächste Mal eins reinwürgen können. Das fand ich doch übertrieben.
Wenigstes wird die Geschichte gegen Ende wirklich spannend. Wie kann man solch eine Kreatur wie Mr. Wood nur loswerden? Ich hatte echt keine Idee nach allem, was die Puppe bis dahin bereits überstanden hat. Entsprechend neugierig war ich dann auch. Und im letzten Satz steckt dann nochmal ein feiner, gewitzter Dreh.

Wie man es von der Reihe kennt, liest sich das Büchlein weg wie nichts. Dafür sorgen eine große Schrift, viele Dialoge und sehr kurze Kapitel. Da fliegen die Seiten nur so dahin. Und jungen Lesern wird das Lesen so sicher schmackhaft gemacht. Das kann nur gut sein!

Irgendwie sieht die Puppe auf dem Cover durchaus gruselig aus, das muss man dem Buch lassen. Vor allem die Augen lehren einen das Schaudern. Eines der gruseligsten Motive, die mir in der Reihe bisher begegnet sind.

Fazit:  Eine Puppe, die nicht gruselig, sondern einfach nur bösartig ist und ein absolut unglaubwürdiger Dauerzoff zwischen Kris und Lindy haben mir die Geschichte ziemlich verleidet. Da konnte auch das doch recht spannende Ende nicht viel rausreißen. Es gibt bessere „Gänsehaut“-Geschichten, ganz klar. Solche, bei denen man sich nicht ärgern muss.


Titel: Gänsehaut (08) – Die Puppe mit dem starren Blick
Autor: R.L. Stine
Seiten: 123
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570124703
Preis: gebraucht ab € 0,88 (TB)

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