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Apr 22

Rezension – Schattenwelt – Ich krieg dich doch! (R.L. Stine)

schattenwelt01Randy rennt, so schnell sie kann. Denn Pete ist hinter ihr her. Pete, der Geisterjunge, mit dem alle Kinder aus Shadyside einmal im Jahr Verstecken spielen müssen. Wenn er sie fängt, hat er ein Jahr lang die Kontrolle über ihren Körper. Aber Randy will auf keinen Fall schleimige Würmer essen. Und schon gar nicht auf dem Friedhof wohnen.

Dieses Buch habe ich auf einem Trödelmarkt gekauft und die Verkäuferin versicherte mir, es sei wirklich total gruselig. Nun ja, dachte ich, sie möchte es ja schließlich verkaufen. Da muss sie es einem schmackhaft machen. Denn ich habe bereits einige „Fear Street“ und „Gänsehaut“ von R.L. Stine gelesen und so wirklich gruselig war davon kein Buch. Aber ich traue Stine das durchaus zu, denn in einem englischsprachigen Buch hat er mir das mal klar bewiesen.
Und mit dieser „Schattenwelt“-Geschichte hat untermauert er diesen Eindruck ganz ordentlich. Gut, zunächst klingt das alles nach einer Legende, an die in Randys neuer Stadt alle glauben. Und das Spiel, das zur Abwehrung des Bösen jedes Jahr im Wald gespielt wird, wird zwar als gefährlich und unheimlich beschrieben, aber ich hatte doch eher den Eindruck, dass sich die Kids darauf freuen. Also konnte es so schlimm ja nicht sein.
Doch Randy kennt sich damit natürlich nicht aus. Sie ist neu in der Stadt und weiß nicht recht, was sie glauben soll. Zunächst geht sie die Sache mutig und selbstbewusst an, was ich bewundert habe. Doch als sie bei ihren Nachforschungen keine vernünftige Antwort auf ihre Fragen bekommt, beginnt sie zu zweifeln. Das konnte ich ihr nicht übelnehmen. Sie gerät in einige bedrohliche und unheimliche Situationen. Da kann man sich gut vorstellen, dass das verunsichert.
Je näher das Ritual im Wald kommt, desto spannender wird es. Einerseits konnte ich nicht an einen Geisterjungen glauben. Andererseits deutet vieles darauf hin. Genau wie Randy war ich hin- und hergerissen. Vor allem auch, weil R.L. Stine zwar oft und gerne Geister ins Rennen schickt, am Ende dann aber quasi mit dem Finger schnipst und plötzlich sieht die Sache doch ganz anders aus. Ich rechnete also noch mit einer Überraschung in dieser Art.
Eine Überraschung kam dann tatsächlich, allerdings ganz anders als ich dachte. Und ja, bei dem Spiel im Wald ist die Geschichte dann wirklich richtig gruselig. Das ist nicht der verspielte und teilweise witzige Grusel von „Gänsehaut“, sondern eine klare Stufe darüber. Das kam unerwartet für mich. Genauso wie die Auflösung um den Geisterjungen.
Das einzige, was mich an der Geschichte wirklich gestört hat, ist der Name von Randys Schwester. Sie heißt eigentlich Barbara, wird aber nur „Baby“ genannt. Und auch wenn ich „Dirty Dancing“ wirklich mag, das ist kein Name. Und selbst als Spitzname nervt es. Speziell bei solch einer kleinen Kröte wie Randys Schwester eine ist.
Das Ende ist dann eine winzige Winzigkeit romantisch, was ich unglaublich süß fand. Immerhin ist Randy erst zwölf Jahre alt. Aber vielleicht schätze ich die Zwölfjährigen von heute auch einfach falsch ein. Ich mag es mir nicht vorstellen, aber es kann gut sein.

Eine relativ große Schrift, kurze Kapitel und Randys jugendliche Erzählweise, so liest sich das Buch weg wie nichts. Ich kann mir gut vorstellen, dass junge Leser damit wunderbar klarkommen und Spass am Lesen haben werden.  Eine gruselige Skeletthand begrüßt einen an jedem Kapitelanfang.

Das Cover finde ich wirklich toll. Ich finde, bereits dem Cover sieht man an, dass hier eine andere Liga Grusel geboten wird als zB bei „Gänsehaut“. Es ist sehr düster und das Ungeheuer mit den leuchtend roten Augen sieht echt schaurig aus.

Fazit: Ich weiß nicht, ob es auf alle „Schattenwelt“-Büher zutrifft, aber dieses hier ist auf jeden Fall eine ganze Ecke gruseliger als „Gänsehaut“. Außerdem fand ich es wirklich spannend, denn lange weiß man genauso wenig wie Randy, was man von all den Vorkommnissen und dem Gerede in der Stadt halten soll. Das Ende hatte dann noch eine dicke Überraschung für mich im Gepäck. Somit kann ich das Buch nur empfehlen!


Titel: Schattenwelt – Ich krieg dich doch!
Autor: R.L. Stine
Seiten: 125
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785540275
Preis: gebraucht ab € 0,01 (HC & TB)

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